Autor Thema: Eine weitere Herausforderung  (Gelesen 75677 mal)

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Offline Amanda

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Eine weitere Herausforderung
« am: 22. Juli 2005, 22:18:04 Uhr »
So, der Sommer naht, und mit ihm die Urlaubszeit.

Bevor sich jetzt das Sommerloch über das Forum legt, und keiner mehr etwas von sich gibt, wie wäre es denn mit einer weiteren Herausforderung an alle Schreiberlinge und solche, die es werden wollen?
Die Aufgabe besteht wie beim letzten Mal ebenfalls darin, eine Geschichte zu schreiben, die die folgenden Vorgaben erfüllt:

- es muss mindestens ein Charakter aus Captain Future vorkommen (is' ja klar)
- weiterhin sollen erwähnt werden:
  * Tomatenketchup
  * Drache (das Fabeltier)
  * Fencheltee
 und damit es diese Mal nicht zu einfach wird
  * eine Filmnacht ([happywave] Ann)
 
Es gibt keinen zeitlichen Rahmen und auch nichts zu gewinnen, aber vielleicht fällt euch ja trotzdem etwas ein. Braucht ja nicht lang zu sein, hundert oder so Worte reichen schon.

Chaos hat vorhin ein kurzes Debüt im Chat gegeben, und hatte mit 85 Worten bereits alles miteinander verwurschtelt...

Ich bin jetzt schon mal gespannt, was ihr euch alles dazu überlegen werdet.
Mit gespitztem Bleistift
Amanda
« Letzte Änderung: 22. Juli 2005, 22:19:10 Uhr von Amanda »
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Offline Amanda

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Re:Eine weitere Herausforderung
« Antwort #1 am: 23. Juli 2005, 14:01:06 Uhr »
Nun gut, nachdem ich also gemütlich ausgeschlafen habe, bin auch ich schon in der Lage, was halbwegs vernünftiges für diese Herausforderung aufs 'Papier' zu bringen.

Stolperfallen

Joan klopfte an der Eingangstür von Mirandas Wohnung, doch von drinnen war kein Laut zu hören. Es war eigentlich seltsam, denn beide Agentinnen wollten diesen Abend eigentlich zusammen verbringen.
Schließlich war in nur einer Stunde der Beginn der so lang herbeigesehnte Fantasy-Filmnacht. Dieses Jahr lief sie unter dem Titel "Drachen, Helden und edle Jungfrauen"

Nach gut einer viertel Stunde beschloß Joan, sich selbst in die Wohnung zu lassen, wozu hatte sie schließlich von Miranda den Zugangscode dafür bekommen.
Drinnen lief der Fernseher, und eine lautes Fluchen war vom Wohnzimmer her zu hören.
Schnell zog Joan ihre Waffe und machte sich lautlos auf den kurzen Weg dorthin. Als sie jedoch vorsichtig um die Ecke blickte, begann die Agentin erleichtert mit dem Lachen.
Miranda saß mit einem Gipsfuß in einem Sessel und versuchte gerade verzweifelt von dort aufzustehen.

"Was ist dir denn passiert?" wollte Joan von ihrer Freundin wissen.
Miranda verdrehte die Augen und seufzte laut.
"Mein Bruder war heute mit seiner Tochter bei mir zu Besuch. Der Kleinen ging es nicht gut, und so habe ich ihr in der Küche einen Fencheltee gekocht. Auf dem Weg zurück ins Wohnzimmer bin ich jedoch leider über ihr Spielzeug gestolpert, und habe mir dabei den Fuß gebrochen. Ich fürchte, das war es mit unserer Filmnacht, meine Liebe."
"Kein Problem", grinste Joan. "Was hältst du von der Idee, wenn wir hier unsere eigene Filmnacht mit ein paar netten Drachenfilmen steigen lassen? Ich besorge auch alles, was wir dazu brauchen, Filme, Essen und Getränke."
"Wunderbar", stimmte ihr Miranda begeistert zu, und rief ihrer Freundin nach, die gerade dabei war, die Wohnung wieder zu verlassen. "Vergiß aber dieses Mal nicht wieder das Tomatenketcup."
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Offline curdin celeste

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Re:Eine weitere Herausforderung
« Antwort #2 am: 23. Juli 2005, 16:11:24 Uhr »
Otho's Triumph

by curdin_celeste



Otho freute sich sehr auf das langersehnte Drachenrennen auf dem Planeten Kite. Er hatte sein Tier intensiv trainiert und hoffte natuerlich auf eine Platzierung unter den ersten zehn. Professor Simon hatte ihm gestern noch ein Mittel gemixt, das seinem Drachen ermoeglichen sollte, ein besonders schoenes, leuchtendes Feuer zu speien. Als der Androide sein Monster in den Stallungen untergebracht hatte, beschloss er, sich noch eine Mahlzeit zu goennen.

Er sah mehrere Drachenjockeys, die sich lachend in's McGalaxy's begaben und schloss sich ihnen an. Es war eine wilde Horde und sobald jeder sein Essen bekommen hatte, veranstalteten sie ein Laser-Ketchup*-Wettessen. Es handelte sich dabei um eine besonders scharfe Variante des gemeinen Tomatenketchups.

Otho war mit Eifer dabei und schaffte es auf Rang zwei! Doch als sie sich erhoben, um zur Rennbahn zurueckzugehen, verspuerte er starkes Magenbrennen - bestimmt eine Folge der allzu scharfen Wuerze. Als der synthetische Mann in die Box zu seinem Drachen trat, bemerkte er mit Schrecken, dass dieser auch unter Magenproblemen zu leiden schien. Etwas spaeter sah Otho das leere Flaeschchen mit Simon's Wundermittel. Er musste es versehentlich in der Box liegengelassen haben. Der Drache hatte seine Unachtsamkeit ausgenuetzt, oeffnete das Flaeschchen mit seinen spitzen Zaehnen und trank alles aus.

Und das eine Stunde vor Rennbeginn! Eine Cyborg-Dame in der Nachbarbox bemerkte Otho's Dilemma und schlug ihm vor, dem edlen Tier und sich selbst eine Tasse Fencheltee zu brauen. Nachdem sie beide den Tee geschluerft hatten, begannen sich sich etwas besser zu fuehlen und machten sich mit neuer Hoffnung bereit für den grossen Moment.

Das Rennen verlief ohne weitere Probleme und unsere beiden Helden erkaempften sich den ersten Platz! Beim Zieleinlauf produzierte Otho's Drache die hellste Flamme, die man je beobachten konnte. Otho bedankte sich bei der weisen "Cyborgin" fuer ihre Hilfe und lud diese spontan zur "Renndrachen-Zucht" Filmnacht in Kite-City ein.

*Idee: mein Sohn

« Letzte Änderung: 11. August 2005, 20:02:52 Uhr von curdin_celeste »
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Offline claudrick

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Re:Eine weitere Herausforderung
« Antwort #3 am: 24. Juli 2005, 11:07:19 Uhr »
Zitat von: curdin_celeste link=board=29;threadid=800;start=msg5454#msg5454 date=1122127884
[quote
Professor Simon hatte ihm gestern noch ein Mittel gemixt, das seinem Drachen ermoeglichen sollte, ein besonders schoenes, leuchtendes Feuer zu speien.
Hoffentlich gibt es keine Doping-Kontrollen...  ;)
Zitat
Er sah mehrere Drachenjockeys, die sich lachend in's McGalaxy's begaben und schloss sich ihnen an. Es war eine wilde Horde und sobald jeder sein Essen bekommen hatte, veranstalteten sie ein Laser-Ketchup*-Wettessen.
Sehr viel mehr als Ketchup wird so eine halbe Portion von einem Jockey vor einem Rennen auch nicht verputzen, da zählt ja bekanntlich jedes Gramm Körpergewicht.  ;D
Zitat
Der Drache hatte seine Unachtsamkeit ausgenuetzt, oeffnete das Flaeschchen mit seinen spitzen Zaehnen und trank alles aus.
Scheint ja ein leckeres Tröpfchen gewesen zu sein, das Simon da destilliert hat, wenn der Drache gleich die ganze Pulle leer macht...  :-X

Nette Geschichte, curdin, vor allem weil Otho einmal die Hauptrolle spielen darf. Irgendwie wird er ja sonst (und da schließe ich mich mit ein) eher zum Nebendarsteller degradiert, was er überhaupt nicht verdient hat!
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Offline curdin celeste

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Re:Eine weitere Herausforderung
« Antwort #4 am: 24. Juli 2005, 11:50:59 Uhr »
Zitat
Sehr viel mehr als Ketchup wird so eine halbe Portion von einem Jockey vor einem Rennen auch nicht verputzen, da zählt ja bekanntlich jedes Gramm Körpergewicht.  ;D
Ich habe gehört, dass es bei so grossen Drachen nicht auf jeden Zentner...äh...ich meine auf jedes Gramm ankommt. ;D

Zitat
...vor allem weil Otho einmal die Hauptrolle spielen darf. Irgendwie wird er ja sonst (und da schließe ich mich mit ein) eher zum Nebendarsteller degradiert, was er überhaupt nicht verdient hat!

Otho ist wirklich ein interessanter Charakter, ich habe ihn bis jetzt auch viel zu wenig beachtet. In ihm steckt viel mehr als nur eine Gummipuppe und Grag's "Sparring Partner".  [happywave]
« Letzte Änderung: 24. Juli 2005, 13:00:58 Uhr von curdin_celeste »
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Offline claudrick

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Re:Eine weitere Herausforderung
« Antwort #5 am: 24. Juli 2005, 15:59:20 Uhr »
Zitat von: curdin_celeste link=board=29;threadid=800;start=msg5456#msg5456 date=1122198659
[quote
Ich habe gehört, dass es bei so grossen Drachen nicht auf jeden Zentner...äh...ich meine auf jedes Gramm ankommt. ;D
Oops, da stand ich dann wohl auf der Leitung. Ich dachte, die Drachen werden von Jockeys geritten...  ::)
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Offline curdin celeste

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Re:Eine weitere Herausforderung
« Antwort #6 am: 24. Juli 2005, 17:49:07 Uhr »
Zitat
Oops, da stand ich dann wohl auf der Leitung. Ich dachte, die Drachen werden von Jockeys geritten...  ::)
Nein, Du hast schon richtig gelesen!  ;D Ich dachte nur, Drachenrennreiter müssten keine Striche in der Landschaft sein...( oder bedeuted das Wort Jockey explizit "spindeldürre Rennreiter"? - Wenn ja, dann stand wohl ich auf der Leitung.  :-[ )
« Letzte Änderung: 24. Juli 2005, 17:50:52 Uhr von curdin_celeste »
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Offline Felixx

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Re:Eine weitere Herausforderung
« Antwort #7 am: 28. Juli 2005, 11:29:55 Uhr »
Ok, ehe ich in den Urlaub verschwinde ,will ich noch meine "Hausaufgaben "abgeben....

 
Joan sah missmutig auf den Teller mit den Nudeln ,die im Ketchup nahezu ertranken. Wie kann man so etwas bloß essen,fragte sie sich im Stillen,wagte aber nicht ,ihren Vorgesetzten Ezella derartige Kritik an seinen Geschmacksvorlieben im Moment aufzutischen. Sie selbst konnte seit mehreren Tagen gar nichts essen ,zu groß war der Knoten im Magen ,seit die Vorladung für die Untersuchungskommission überstellt wurde. Ausgerechnet ein Bundesrichter befasste sich mit dem Fall Vulcan /Cerberus ,zu viel schlechte Publicity ,ein verlorenes Schiff ,eine tote Besatzung ,eine Revolte von Schwerverbrechern . Das alles war nicht dazu angetan ,das Ansehen der Regierung bei den besorgten Bürgern zu stärken ,die Wahlen nächsten Monat warfen ihre Schatten voraus und ein vor Zorn bebender Präsident hatte sehr wirkungsvoll vor den Medien erklärt ,er werde für rücksichtslose Aufklärung der Angelegenheit sorgen ,auch wenn dabei Köpfe rollen müssten .Dann hatte er seinen Bluthund losgelassen ,Larramore, der war beühmt und berüchtigt .
Er hatte mehrere große Prozesse für den Staat gewonnen ,die schon aussichtslos erschienen ,sein aggressiver Angriffsstil im Gerichtssaal war Gegenstand von Vorlesungen bei Jurastudenten und er stand in dem Ruf ,weder Freund noch gar den Feind zu schonen und zu kennen ,sein einziges Ziel war stets ,den Ruf des Präsidenten zu schützen. Und ausgerechnet er war mit der Untersuchung dieses Falles betraut worden .
Auf dem Weg zu seinem Büro versuchte Garni Joan zu beruhigen:" Bleib locker ,zeig ihm deine Angst nicht ! Und sag bloß die Wahrheit ,der alte Drache hat einen siebenten Sinn für abgesprochene Aussagen und wenn er erst mal Blut geschnüffelt hat ,dann sind wir echt verloren!"
Joan versuchte tief durchzuatmen ,aber trotzdem stieg Beklemmung in ihr hoch . Scharmützel mit Larramore endeten meist mit einer sehr unerfreulichen Degradierung , Aberkennung von Privilegien oder Versetzungen in die entlegenste Ecke des Universums .
Erstaunlicherweise hatte seine Vorzimmerdame nicht die Eigenheiten ihres Chefs übernommen . Die mütterliche und korpulente Dame lächelte sie freundlich an :" Der Richter hat gleich Zeit für sie ,bitte gedulden sie sich noch einen Moment .Darf ich ihnen einen Kaffe anbieten?"
Beide lehnten dankend ab , Kaffee in Larramores Büro war dann wohl selbst für Garnis Magen zu viel. Joan nahm in den weichen Ledersesseln Platz und hoffte ,dass ein dringender Fall Larramore abberufen würde.
Aber noch während sie ein stummes Gebet hinzufügte, knarrzte über die Sprechanlage eine unangenehm fistelige Stimme :"Schicken sie sie rein ,Marge!"
Garni und Joan traten in das Büro und Joan merkte .wie ihre Knie weich wurden . Larramore beobachtete ihr Eintreten von seinem Schreibtisch aus mit zusammengekniffenen Augen . Er war ein kleiner Mann mit einem beeindruckendem Bauch und überhaupt keinem Hals. Sein langes spitzes Kinn ruhte auf seiner Brust und wenn er redete ,verkniff sich sein Gesicht ,um sich am Ende eines Satzes wieder zu entspannen .Er bot einen grässliche Anblick und musste ein Genie sein.
Mürrisch bot er die zwei Stühle vor seinem Schreibtisch an ,Joan setzte sich und war stolz darauf ,ihr Zittern verbergen zu können.
"Also Mister Garni und Miss Landor ,ich habe sie hergebeten ,um ein paar Details zu klären . Wie zum Teufel konnte das passieren? In den 30 Jahren ,in denen wir unseren menschlichen Müll nach Cerberus verschicken ,ist noch kein Frachter verschwunden ! Meinerseits wäre mir die Todesstrafe lieber und ich habe ihrer Abschaffung gewiss nicht zugestimmt ,aber wenn wir schon alle schweren Jungs zeitlebens auf Staatskosten durchfüttern ,dann sollten wir wenigstens dafür sorgen ,dass sie dort ankommen ,wo der Gesetzgeber es für richtig  hält. "
"Er ist für die Todesstrafe, wie passend ",dachte Joan  amüsiert und schielte zu Garni hinüber, der wahrscheinlich den gleichen Gedankengang hegte,denn er schmunzelte vorsichtig.  
Richter Larramore hatte sich in Rage geredet und ein Hustenanfall unterbrach seinen Vortrag . Mit dicken kleinen ,geplegt manikürten Fingern griff er nach einer Tasse auf seinem Schreibtisch. Feinstes chinesisches Porzellan ,es passte nicht zur ungeschlachten Gestalt hinter dem Schreibtisch . Eingeweihte wussten ,dass die Tasse stets Fencheltee enthielt ,das bevorzugte Gebräu von Larramore ,der Alkohol ststs ablehnte. Langsam entfärbte sich sein Gesicht von blau -lila zum giftigen ungesunden Grau zurück. Er räusperte sich noch einige Male und fuhr fort:
 "Ich muss einigen Hinterbliebenen erklären ,wie das Ganze passieren konnte und es sitzen mir auch schon einige Halsabschneider von Anwälten  im Nacken ,die nur darauf warten ,dass wir einen Fehler zugeben, um uns dann auf Schadenersatz zu verklagen . Also ,ich  ", er sah Joan und Ezella aus verkniffenen Äuglein lauernd an,"  wir wollen das doch vermeiden ,nehme ich an . Mister Garni ,fangen wir ganz von vorn an ,ich will alles wissen ,jede Einzelheit , jede Kleinigkeit ,einfach alles!"
Garni knickte in seinem Stuhl zusammen :" Richter ,das steht doch alles in den Protokollen ,die wir gleich nach unserer Rückkehr gemacht haben !"
Larramore lächelte ,zumindest nahm Joan an ,dass dieser Gesichtsausdruck so etwas wie ein Lächeln sein sollte und sagt mit öliger Stimme :"ich habe die Protokolle und ich habe sie auch alle gelesen ,trotzdem will ich das Ganze von ihnen persönlich noch einmal hören . Ich weiß ,dass das lange dauern wird ", er blickte zur imposanten Standuhr an der Wand ," aber ich habe für heute alle Termine abgesagt und kann mich ganz ihnen widmen.
Garni warf Joan einen resignierten Blick  ,rückte sich im Stuhl zurecht und begann : " Also ,sie kennen den Personalmangel ..."
Joan stellte erleichtert fest ,dass Larramore an ihrer Person keinerlei Interesse zu haben schien . Sie entspannte sich etwas und bei der Garnis  Bericht begannen ihre Gedanken abzuschweifen.
Dort auf diesem Planetoiden war Curtis ihr wesentlich näher gewesen als jetzt, sie waren jeden Tag zusammen und sie hatte völlig neue Facetten seines eher verschlossenen Charakters entdeckt.
Fröstelnd fielen ihr auch die Crew ein , Kollegen mit denen sie am Abend vor der Revolte noch gefeiert hatte. Wahrscheinlich hatte Larramore Recht: Sie hatten kläglich versagt, es hatte vielen das Leben gekostet und ohne Curtis wären sie auch nicht hier .
" Und wo waren die Wachen ,wenn ich sie fragen darf ,Mister ? Haben sie vielleicht im Kino eine Filmnacht veranstaltet und den Rest der Crew zum Popcorn machen abgestellt!", brüllte Larramore plötzlich und Joan wurde aus ihren Tagträumen unsanft zurückgeholt.
Garni ,blass vor Wut ,schüttelte den Kopf :" Nein, alles war laut Vorschriften ,jeder einzelne an seinem Platz . Der Ausbruch gelang aufgrund einer chemischen Verbindung ,einer Art Säure, die Kim Ivan gefahrlos in seiner Kleidung versteckt hatte .Trotz mehrfacher Durchsuchungen ,bei denen auch Captain Future mitwirkte , konnten wir dasnicht ausschließen:"
Larramore nickte ungnädig und wedelte mit einer Disc vor seinem Gesicht herum :"Ja, ja , der Bericht des", er räusperte sich wieder," großen Helden liegt mir vor . Demnach hat keiner Schuld ,außer ihm. Mir scheint ,er will irgend jemandes Hintern retten ,warum auch immer . Ich halte  nicht viel davon!"
Joans Herz machte einen kleinen Hüpfer ,Curtis wusste also von den Schwierigkeiten ,in denen sie steckte. Und er half ,versuchte es wenigstens . Sie sah Garni fragend an ,doch der zog nur warnend die Augenbrauen hoch.
Der Richter warf die Disc achtlos auf den Aktenstapel auf seinen Schreibtisch und verschränkte die Arme vor seinem Bauch :" Wie dem auch sei , ich kann den Captain eh nicht selbst befragen, zur Zeit  rettet er ja wieder einmal unsere Zivilisation oder wie immer man auch das nennen kann . Er wird erst in einem halben Jahr zurück sein .Zu spät für unser Problem ,wir müssen es selbst lösen..."
Der Rest von Larramores Rede ging an Joan völlig vorbei . Ein halbes Jahr?! Wieso hatte ihr Ezella nichts gesagt ?!
Wieso hatte sich Curtis nicht verabschiedet oder eine Nachricht hinterlassen ?!
Sie musste dringend hier raus ,es schien als würde die Luft im Büro immer stickiger . Joan griff sich an den Hals und hoffte verzweifelt ,dass Garni draußen auf ihre Fragen gute Antworten hatte.........

« Letzte Änderung: 28. Juli 2005, 12:45:34 Uhr von Felixx »
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Offline claudrick

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Re:Eine weitere Herausforderung
« Antwort #8 am: 28. Juli 2005, 13:17:37 Uhr »
Zitat von: Felixx link=board=29;threadid=800;start=msg5487#msg5487 date=1122542995
[quote
Joan sah missmutig auf den Teller mit den Nudeln ,die im Ketchup nahezu ertranken. Wie kann man so etwas bloß essen,fragte sie sich im Stillen,wagte aber nicht ,ihren Vorgesetzten Ezella derartige Kritik an seinen Geschmacksvorlieben im Moment aufzutischen.
Oje. Das bedeutet, eine Einladung von Ezella zum Essen ist mehr eine Drohung als ein Vergnügen...  :-X
Zitat
ein vor Zorn bebender Präsident hatte sehr wirkungsvoll vor den Medien erklärt ,er werde für rücksichtslose Aufklärung der Angelegenheit sorgen ,auch wenn dabei Köpfe rollen müssten .
Ein paar Sündenböcke müssen halt immer gefunden werden... Immer das gleiche!  ::)
Zitat
Beide lehnten dankend ab , Kaffee in Larramores Büro war dann wohl selbst für Garnis Magen zu viel.
Vielleicht sollte er in seinem Vorzimmer auch lieber Fencheltee ausschenken lassen.  ;D
Zitat
"Schicken sie sie rein ,Marge!"
"Aber gern, Homer!"   ;)
Zitat
"Er ist für die Todesstrafe, wie passend ",dachte Joan  amüsiert und schielte zu Garni hinüber, der wahrscheinlich den gleichen Gedankengang hegte,denn er schmunzelte vorsichtig.
 
Vorsichtig ist gut. Wahrscheinlich fürchtet er, Laramore hat eine Waffe im Schreibtisch und keine Bedenken, sie auch zu benutzen...  ;D
Zitat
Eingeweihte wussten ,dass die Tasse stets Fencheltee enthielt ,das bevorzugte Gebräu von Larramore
Er wird schon wissen, warum er den Kaffee, den seine Sekretärin braut, verschmäht...  :P
Zitat
Wieso hatte sich Curtis nicht verabschiedet oder eine Nachricht hinterlassen ?!

Hm, das sieht ihm ja wieder mal ähnlich...  ???

Einfach nur super, Felixx!
Bin schwer beeindruckt und frage mich, warum du dich bisher mit dem Schreiben so zurückgehalten hast...?

Bitte mehr davon!!!
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Offline claudrick

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Re:Eine weitere Herausforderung
« Antwort #9 am: 28. Juli 2005, 16:35:15 Uhr »
Fright Night

von claudrick

Ezella Garnie lag quer über dem Schreibtisch, die Augen weit aufgerissen, die Gesichtszüge in Entsetzen erstarrt. Der Schaft eines Küchenmessers ragte aus seiner Brust, und das Oberteil seiner Uniform war blutgetränkt.
Mrs. Davis, die Sekretärin von Polizeipräsident Anderson stieß einen markerschütternden Schrei aus und ließ ihren Stapel Akten fallen, so dass Papiere in alle Richtungen flatterten. Plötzlich sprangen hinter den Schreibtischen, Schränken und sonstigen Verstecken kostümierte Kolleginnen und Kollegen hervor und schrieen wie aus einem Hals:
"Happy Halloweeeeeeen!!!"
Mrs. Davis hatte kaum Zeit, sich von ihrem Schreck zu erholen, denn der grausig zugerichtete Marschall erhob sich plötzlich aus seiner Totenstarre, grinste die völlig verstörte Sekretärin an, und nahm mit dem Finger eine Kostprobe von seinem Blutfleck.
"War nur Spaß, Mrs. Davis. Das ist Ketchup!"
Alle lachten, bis auf Mrs. Davis. Ihre Gesichtsfarbe wechselte von kreidebleich zu puterrot, und erbost ging sie in die Knie um ihre Unterlagen aufzuheben.
"Ich muss schon sagen, Mr. Garnie..." schimpfte sie wütend. "Ich dachte, über dieses Alter wären sie hinaus. Stellen Sie sich vor, Mr. Anderson wäre hereingekommen! Sie sollten sich wirklich was schämen, in Ihrer Position so ein albernes Theater zu veranstalten! Und auch noch hier in den Diensträumen..."
Der Rest ihres Geschimpfes wurde unverständlich, da sie erhobenen Hauptes durch die Tür wieder hinaus gerauscht war.
"Du meine Güte..." seufzte Ezella, verdrehte die Augen und warf Vampirella-Joan neben sich einen genervten Blick zu.
"Dieser Drachen sollte erst einmal einen Fencheltee trinken, um sich wieder zu entspannen. Wie kann man nur so humorlos sein?"
"Vielleicht solltest du sie fragen, ob sie nicht Lust hat, uns zur John-Carpenter-Filmnacht zu begleiten." schlug Joan vor und entblößte beim Sprechen spitze Vampirzähne. "Das wäre bestimmt genau das richtige für sie, um etwas zu entspannen..."
« Letzte Änderung: 23. Mai 2008, 11:15:45 Uhr von claudrick »
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Offline claudrick

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Re:Eine weitere Herausforderung
« Antwort #10 am: 28. Juli 2005, 21:20:25 Uhr »
Zitat von: Chaos link=board=29;threadid=800;start=msg5492#msg5492 date=1122567700
[quote
ROFL, Den Spaß hätten sie mit Captain Future machen sollen.
Dann hätte ich ja IHN zur Spaßbremse machen müssen... Nee, nee, ich glaube, soviel Humor hat er dann doch.  ;D
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Offline Felixx

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Re:Eine weitere Herausforderung
« Antwort #11 am: 29. Juli 2005, 09:27:26 Uhr »
Zitat
Nun denn, Felixx, wage es ja nicht ohne eine Fortsetzung dieser Pünktchen hier wieder aufzutauchen

Danke,danke für die Blumen..... ;D
Den zweiten Teil habe ich schon fertig ,da ich aber nicht sooo schnell beim Schreiben bin ,gibts den erst in zwei Wochen.
Wie die Story weiterentwickelt wird ,habe ich mir auch schon überlegt ,bei meinem Stil befürchte ich nur ,dass das ein 600 Seiten Roman wird....sorry
Tschüß ,bis bald
                                Felixx [hello]
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Re:Eine weitere Herausforderung
« Antwort #12 am: 29. Juli 2005, 10:46:29 Uhr »
Zitat
Wie die Story weiterentwickelt wird ,habe ich mir auch schon überlegt ,bei meinem Stil befürchte ich nur ,dass das ein 600 Seiten Roman wird....sorry

  ;D
Und wo ist Dein Problem  :P
Nein im Ernst, glaubst Du das geht mir so völlig anders? Was glaubst Du wohl, warum meine bisher beiden Hauptgeschichten ca. 45 Word-Seiten lang sind, und die dritte auch nicht im mindesten kürzer?
Aber das ist doch der Spaß an der Geschichte  8)

Wie gesagt, ich warte gerne auf sowas...
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Offline jimmy

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Re:Eine weitere Herausforderung
« Antwort #13 am: 29. Juli 2005, 19:42:58 Uhr »
Hi Felixx,

da kann ich amanda nur recht geben. Ich würde auch gern mehr lesen. Mach dir keine Gedanken wegen der Länge, ich lese gern.

600 Seiten habe ich zwar nicht geschafft, aber dafür gibt es bald 110 Seiten und 33 856 Wörter bei Futuremania.

LG Jim
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Offline jimmy

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Re:Eine weitere Herausforderung
« Antwort #14 am: 29. Juli 2005, 23:12:07 Uhr »
Sooo, hier nun mein Beitrag.  Dass kommt also dabei heraus, wenn man sich aufgrund einer Migräne 2 Aspirin eingepfiffen hat...
Leider konnte ich nicht alle Personen vom Filmfest einbauen, tut mir leid, aber innerlich wart ihr alle dabei. Ich hoffe, es fühlt sich keiner auf den Schlips getreten und ich habe auch kein Wort vergessen. Viel Spaß.


Wir befinden uns in Bestensee, gaaanz weit im Süden Berlins, am 18.06. 2005. Es ist schon nach Sonnenuntergang und der Beamer läuft sich gerade war. Gespannt und in dicken Decken eingehüllt warten die Fans auf den Beginn der Filmnacht.
Man schützt sich vor den Mücken, die nun doch auch langsam ins Bett gegangen sind, mit Zigarren, Chips und diversen Spirituosen.
Jimmy schenkt Amanda zum zweitem mal nach. Curtis saugt an ihrer ausgeliehen Zigarre und Patrick überlegt sich, ob er den Ketchupfleck auf seinem Troja nicht gleich mit dem Zigarrenanzünder wegbrennen soll. Claudrick taut langsam unter ihrer Decke wieder auf und freut sich auf die italienischen Folgen. Ann lässt sich neben Chaos plumpsen und man weiß nicht, ob es schwerer war, die CDs zum Laufen zu bringen, oder ihre Tochter ins Bett.
Endlich ist alles eingerichtet und alle lehnen sich entspannt zurück in ihre Gartenstühle. Durch die lautstark abgegebenen Kommentaren und zynischen Anmerkungen bemerkt keiner der Anwesenden, dass sich eine kleine Gewitterwolke über die Gesellschaft zusammenzieht. Erst durch den lautstark einschlagenden Blitz lassen alle aufschrecken und schließlich in Schwärze versinken.

CurtyNewton ist der erste, der aus langer Ohnmacht durch seinen geretteten Fencheltee erwacht. Sein lauter, entsetzter Schrei lässt alle anderen erwachen.
„Was ist den hier los?“ Amanda lässt vor Schreck ihr Glas Martini Rosso fallen, dass Jimmy, mit einem Hechtsprung vor dem zerbersten retten kann und die sich selbst über ihre Geschicklichkeit wundert.
„Für deinen Martini tust Du alles!“ stößt Patrick leicht spöttisch hervor und betrachtet erschrocken seine Freundin.
„Wir sehen ja aus wie aus einem Comic!“ Chaos ist die erste die es ausspricht. Wie aus einem Mund bringen Ann und Curtis hervor: „Und wir befinden uns in der Comet.“
„Und jetzt?“ Ann blickt zur Tür zum Cockpit. „Sollen wir da jetzt einfach alle rein marschieren, oder vorher klopfen?“
Allen – außer Patrick – wird etwas mulmig. Ihrem Idol jeden Moment in die Augen blicken zu können, lässt alle etwas stumm werden. Sie fühlen sich nun wirklich wie eine Gruppe Groupies, mit T-Sirts und Captain Future Buttons an Handtaschen sehen sie ja tatsächlich auch so aus. Patrick rührt sich als erster, schleicht zur Tür und öffnet sie einen Spalt. Die weiße Schrift seines T-Shirt wirkt wie einen Warnung „Beware of the Future“.

Oog ist der erste der die Eindringlinge bemerkt hat. Langsam watschelt er an Joan und Captain Future in Richtung der Tür. Das Licht im Cockpit der Comet ist gedämmt und es ist leise Musik zuhören. „I like Chopin“ von Gazebo lässt sich erkennen und erst als sie das böse fauchen von Oog hören, hörchen Joan und der Captain auf.
Oog hat sich in einen bedrohlichen, feuerspeienden Drachen verwandelt und nun nützt alles verstecken nichts mehr. Patrick öffnet nun ganz die Tür. Zurück können sie eh nicht mehr.

Joan stößt einen spitzen Schrei aus und versucht ihre Blöße zu verdecken, indem sie sich hinter den Andrucksessel ihre Captains versteckt. Dem Captain hingegen gelingt die schnelle Flucht nicht und ein Raunen geht durch das weibliche Publikum. Patrick hält vorsorglich Jimmy und Claudrick – stellvertretend – die Hand vor die Augen. Joans hochroter Kopf taucht hinter dem Sessel wieder auf.

„Curtis! Wer sind die!!!!!“
Gravitation is not responsible for people falling in love. (Albert Einstein)