Autor Thema: Kinowerbung die nächste (Vorsicht: Spoiler!)  (Gelesen 710 mal)

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Offline DAOGA

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Kinowerbung die nächste (Vorsicht: Spoiler!)
« am: 22. Juni 2015, 16:44:25 Uhr »
auch wenn´s schon etwas spät ist, weil beide Filme schon lange angelaufen sind:
zwei Filme, die einem einfach ein Lächeln ins Gesicht zaubern, nämlich
"Kingsman" und "A World Beyond".

"Kingsman" basiert auf einer Comicserie, wie viele Produktionen in letzter Zeit, und erzählt von einer Nobel-Herrenschneiderei, die sich im Weltkrieg ein zweites heimliches Standbein in Sachen internationaler Spionage schuf mit dem edlen Ziel, die Welt fortan vor Bösewichten der besonders fiesen Art zu beschützen. Als einer der Agenten im Einsatz gegen einen geheimnisvollen neuen Gegner fällt, muß ein Nachfolger bestimmt werden. Die Wahl des Kollegen des gefallenen Agenten fällt auf einen jungen Burschen namens Eggsy, Sohn eines früher gefallenen Agenten, der unter schlechten Bedingungen (gewalttätiger Stiefvater) aufwachsen mußte und zum Kleinkriminellen zu werden droht. Unter den "noblen" anderen Anwärtern fällt er auf wie ein kranker Daumen und (Spoiler!) versagt logischerweise auch erst einmal, aber als dann der Bösewicht - Drax aus "Moonraker" läßt fröhlich grüßen - seine Pläne offenlegt, folgt Eggsy trotzdem prompt dem Ruf der Trompeten.
Was an dem Film toll ist: Totalhommage an die selbstironischen Bond-Filme mit Roger Moore, balanciert ständig auf der Grenze zwischen ernstgemeintem aber augenzwinkerndem Agentenfilm a la "Dr. No" oder dem genannten "Moonraker" (funniest Bond ever) und reiner Klamotte, auch wer sich noch an "Butler Parker" oder "Mit Schirm, Charme und Melone" erinnern kann wird gut bedient (z. B. der kugelsichere Allzweck-Regenschirm - will auch so´n Teil!  :P ). Den Bösewicht namens Valentine spielt Altstar Samuel L. Jackson, den seine Behinderung (er lispelt - wirkt aber nur am Anfang störend) verblüffend menschlich wirken läßt, nicht vergleichbar mit den Schießbudenfiguren ähnlicher Filme, für atemberaubende Akrobatik sorgt die "böse", gleichfalls behinderte Agentin "Gazelle" (Meisterwerk der Tricktechnik: anstelle der Füße hat sie Sprungfeder-Prothesen). Und last but not least gibt es einige Szenen, die in ihrer Situationskomik und Absurdität einfach zum Schreien komisch sind, etwa das Gemetzel in der Kirche, als der unter Gehirnwäsche stehende Agent die bigotte Gemeinde abschlachtet (LOL...sehenswert! ;D) und die Szene mit den "künstlerisch wertvoll" explodierenden Köpfen (ein Brüller!) Wer den Film nicht guckt, ist selber schuld...  :)


Von ganz anderer Sorte ist "A World Beyond". George Clooney in einer Hauptrolle - normalerweise der totale Abtörner, aber dieser Film ist so stark, da verkraftet man sogar seine (bartstoppelige) Visage. Der Film ist abermals eine Hommage, eine Erinnerung an eine Vergangenheit, in der die Zukunft viel besser und strahlender war als heute (ein Junge namens Frank mit selbstgebautem Raketen-Rucksack - Clooney Jr.), stößt einem die Nase auf eine Gegenwart, die all ihre Träume und Hoffnungen heimlich, still und leise und ohne große Trauer zu Grabe trägt (ein arbeitsloser Raketenbauer und der Abbruch der Raketenstartrampe), und zeigt eine "phantastische" Zukunft in einer Parallelwelt namens "Tomorrowland", die zugrundegehen muß, weil in ihrer Vergangenheit, der jetzigen Gegenwart, niemand mehr an sie glauben will, und die dabei die ganze Welt in die Vernichtung hineinzuziehen droht. Einzig ein Robotermädchen versucht die Hoffnung aufrecht zu erhalten mit dem Versuch, nur einen einzigen Träumer zu finden, dessen Phantasie stark genug ist, die Zukunft zu retten. Und entdeckt ... eine Träumerin namens Casey, deren reine widerspenstige Anwesenheit im Domizil des (in weiser Voraussicht?) aus der Zukunftswelt ausgestoßenen Frank die Wahrscheinlichkeitsstatistik, daß die Welt doch noch gerettet wird, in die Höhe treibt. Aber es gibt einen Gegenspieler, der bereits der Verzweiflung über das vermeintlich Unausweichliche anheimgefallen ist, vergleichbar dem "Nichts" der "Unendlichen Geschichte"....

Geil an dem Teil: Nostalgiefaktor: unendlich! (allein der SF-Laden ziemlich am Anfang: ein Sammler-Paradies!) LOL-Faktoren: "Terminatoren killen leicht gemacht", Anfängerkurs  ;D - samt Flucht in der Badewanne (brüll), Benutzung von Dimensionstoren in handgreiflichen Auseinandersetzungen und ein Raketenstart aus dem Eiffelturm (! ! !).
Kurzfassung: ein must-have für jeden SF-Fan mit Nostalgie im Herzen!