Umfrage

Soll Elaine McCoy / Newton nochmal in der Story auftauchen?

Ja
4 (80%)
Nein
0 (0%)
Egal
1 (20%)

Stimmen insgesamt: 5

Umfrage geschlossen: 16. Februar 2011, 15:35:17 Uhr

Autor Thema: Forschungsziel Leben  (Gelesen 53292 mal)

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Offline Johanna

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Forschungsziel Leben
« am: 11. Juli 2010, 19:46:58 Uhr »
Hallo zusammen,
motiviert durch die hier bereits aufgeführten wunderbaren Fanstories, beginnen ich hier mal eine neue Geschichte, die schon lange in meinem Kopf rumspukt. Freue mich natürlich über euer konstruktives Feedback.
Bemerkung: Die Hauptfiguren gehören dem verehrten Edmond Hamilton, die Story gehört mir.
 ;)
Danke an MacBain, Ralfi und Ann. Ohne ihre Motivation hätte ich diese Geschichte nie begonnen!

Viel Spaß
Johanna

Captain Future
Forschungsziel Leben

Prolog

Es war eine stürmische Nacht. Ein Terraner fortgeschrittenen Alters stand an einem unbeleuchteten Sektor des Raumflughafens von Jovopolis auf dem Jupiter. Seine schwarze Uniform wies ihn als Mitglied der Planetenpolizei aus.  Rangabzeichen fehlten jedoch.
Er stand unbeweglich, den Blick auf die zunehmenden Monde gerichtet. Tropischer Wind zerrte an seiner Gestalt und Regentropfen peitschten ihm ins Gesicht - er schien es nicht zu bemerken.
Plötzlich ging ein leichter Ruck durch seinen Körper.
   "Ich weiß, dass Sie es sind!" rief er laut und drehte sich um, eine Protonenpistole in der rechten Hand.
Tatsächlich löste sich eine geschmeidige Gestalt aus dem Schatten, und ein unsicheres Lachen erklang.
   "Sie haben wahrlich das Gehör einer marsianischen Sandkatze, Marshall."
Der Fremde deutete auf die Waffe und meinte:
   "Die wird nicht nötig sein, ich geben Ihnen mein Wort."
   "So wie Sie es ihr gegeben haben?" knurrte der ältere Mann, steckte die Waffe jedoch ein.
Sein jüngeres Gegenüber zuckte gelangweilt die Schultern.
   "Das ist das Risiko unseres Berufes - sie wusste es."
   "Aber sie hat Ihnen vertraut. Verdammt, sie hat Sie geliebt!"
Der junge Mann wich ein Stück zurück und die Dunkelheit verbarg sein Gesicht. Seine Stimme schwankte ein wenig, als er fragte:
   "Was werden Sie jetzt tun, Marshall?"
   "Ich hoffe, dass ich noch nicht zu spät komme."
Die Stimme des Veteranen klang kalt, doch der Jüngere trat überrascht auf ihn zu. Sein helles Haar schimmerte im Zwielicht.
   "Sie wollen sie retten? Sind Sie sich darüber im klaren, dass Sie damit die gesamte Operation gefährden? Abgesehen von Ihrem Leben setzen Sie Ihre Karriere aufs Spiel... für eine... Frau?"
Die wasserblauen Augen des ranghöheren Offiziers blitzten im Zwielicht auf, und er bleckte die Zähne.
   "Versuchen Sie doch mich aufzuhalten..."
Doch der junge Mann zog sich langsam zurück.
   "Sie sind ja verrückt!" rief er und verschwand in den Schatten des Raumflughafens.
   "Ich bin verrückt?" flüsterte der Veteran.
Das leise näselnde Geräusch gedrosselter Zyklotronentriebwerke näherte sich, und der grauhaarige Offizier hob den Blick.
Ein kleines, fremdartig anmutendes, tropfenförmiges Raumschiff landete unweit von ihm. Ein Lichtsignal wurde aus der Einstiegsluke abgestrahlt, und er antwortete mit dem verabredeten Zeichen. Dann ging er an Bord des merkwürdigen Schiffes, das gleich darauf in den tropischen Himmel emporstieg und verschwand.

*

Schüsse peitschten durch unterirdischen Katakomben und spendeten das einzige Licht. Die stickige Luft war rauchgeschwängert, doch vier unerschrockene Gestalten kämpften sich unerbittlich den Weg frei.
   "Was ist, Marshall?" rief eine autoritäre Stimme. Wieder explodierten Schüsse.
   "Haben Sie sie gefunden? Lebt sie noch?"
   "Oh mein Gott..." stammelte der Veteran.
   "Jungs! Haltet uns den Rücken frei!"
Nach diesem Befehl eilte ein großer junger Mann an die Seite von Ezra Gurney. Im schwachen Licht ihrer Strahler konnten die Männer nur undeutlich Einzelheiten erkennen.
Eine sehr junge Erdenfrau lag am Boden und wimmerte leise vor Schmerzen. Ihr Gesicht war von Schlägen bis zur Unkenntlichkeit entstellt, die langen hellblonden Haare klebten blutverschmiert am Kopf. Ihre entblößten Unterarme wiesen viele blau unterlaufene Einstichstellen auf, die sich zum Teil entzündet hatten. Der linke Unterschenkel stand in einem seltsamen Winkel zum Rest des Beines und war gebrochen.
Der junge Mann presste zornig die Lippen zusammen.
   "Diese Teufel... haben sie gefoltert und unter Drogen gesetzt."
Vorsichtig zog er eine blutverkrustete Kanüle aus dem Arm des Opfers und entdeckte dabei noch mehrere frische Einstichstellen. Seine Finger glitten nun suchend über den Boden und fanden mehrere leere Glaskapseln. Vorsichtig schnupperte er daran. Ein beinahe beißender süßlicher Geruch stieg ihm in die Nase.
   "Verdammt!" Er steckte die leeren Kapseln ein.
Alarmiert hob sein älterer Freund den Blick.
   "Was ist los?"
   "Sie haben ihr Gift injiziert! Wir nehmen die Comet! Jede Sekunde zählt!"
   "Chef, die Verbrecher werden uns entkommen", warf einer der seltsamen Kämpfer im Gang ein.
   "Wir werden sie schon wieder aufstöbern", antwortete sein Anführer. "Und dann Gnade ihnen Gott!"
Kurz entschlossen hob er die Schwerverletzte vom Boden auf, und mit einem unmenschlichen Stöhnen, hervorgerufen durch die unerträglichen Schmerzen ihres geschundenen Körpers, riss die junge Frau die Augen auf.
Sie erblickte undeutlich ein graues Augenpaar, das sie vertrauensvoll und freundlich anlächelte.
   "Wer sind Sie?" fragte sie schwach.
   "Ein Freund", beteuerte er und trug sie mit sich fort. An der Art wie sie in seinen Armen erschlaffte, erkannte er, dass sie in eine gefährliche Bewusstlosigkeit gefallen war.

*

Das leises Prasseln erfüllte den zwielichtigen Raum mit einer seltsamen Atmosphäre. Man konnte weder einen Fußboden noch eine Decke erkennen, dennoch war man sich eines geschlossenen Raumes bewusst. Allerdings ließ sich nicht sagen, ob dieser auf einer Raumstation, einem Raumschiff oder einem  Systemplaneten seinen Standort hatte. Ein großer Mann schritt durch diese Sphäre. Sein Gesicht war in diesem Zwielicht nicht zu erkennen.
Plötzlich erschien aus dem Nichts ein Hologramm. Ein junger, maskierter Terraner begann aufgeregt zu sprechen:
   "Beta an Alpha. Die letzte Zuflucht der Nachtlords auf Jupiter wurde gestürmt und vollkommen zerstört. Glücklicherweise konnten alle Beweise und Indizien unserer Zusammenarbeit fortgeschafft werden - bis auf..."
Alphas eindringliche Stimme bebte vor unterdrückter Erregung:
   "Heraus mit den Fakten! Was ist geschehen?"
   "Es war nicht die Planeten Polizei, die unsere Verbündeten hochgehen ließ, sondern eine seltsame dreiköpfige Mannschaft, die ein kleines, unglaublich gut bewaffnetes und schnelles Raumschiff fliegt. Wir haben Aufnahmen von ihrem Angriff. Sie schienen nur ein Ziel zu haben - Agentin 1385 zu befreien - und es ist ihnen gelungen! Aber sie wird ihnen nichts mehr nützen, da wir sie noch rechtzeitig deaktivieren konnten!"
Ein polternder Fluch ließ den Informanten zusammenzucken.
   "Verdammt! Sind Sie sicher? Sonst müssen wir damit rechnen, dass unsere wissenschaftliche Mission ernsthaft gefährdet ist. Wo ist 1385 jetzt?"
   "Sie befindet sich in einem Krankenhaus hier auf Jupiter unter Bewachung von Marshall Gurney. Sie wird aber bald auf die Erde verlegt werden."
   "Gut. Auf der Erde werden Sie in Erfahrung bringen, ob die Deaktivierung ein Erfolg war. Töten können wir sie jetzt leider nicht mehr. Es würde unseren Gegnern nur zu deutlich zeigen, dass es nicht die Nachtlords waren, die sie zu bekämpfen versuchten. Aber solange wir nicht genau über alle Hintergründe unseres neuen Feindes informiert sind, operieren wir weiter im Verborgenen!"
« Letzte Änderung: 25. Juli 2010, 23:50:17 Uhr von Johanna »
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Offline Johanna

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Antw:Forschungsziel Leben
« Antwort #1 am: 11. Juli 2010, 23:26:12 Uhr »
Schatten der Vergangenheit

Fünf Jahre später auf der Erde.
Das laute Prasseln des Sandes an den Scheiben der nostalgischen Ufo-Raststätte "The Little A'Le'Inn" in der Nähe der bekannten Area 51 machte eine Unterhaltung beinahe unmöglich.
Schweigend saßen die wenigen Gäste am Tresen und nahmen einen Imbiss ein. Ein junger Mann, dessen hübschen Begleiterin ein wenig ängstlich wirkte, fragte die Frau hinter dem Tresen unsicher:
   "Wann, glauben Sie, wird der Sturm vorüber sein?"
Die gelangweilte Bedienung schob ihr Kaugummi in eine Backentasche und nuschelte:
   "Wissen Sie, dass kann man nie so genau vorhersagen. Manchmal dauert es Tage..."
   "Aber wir haben gebucht! Was spricht denn dagegen, dass wir weiterfliegen?"
Jetzt mischte sich ein älterer Mann ein – jemand, der wie ein Trucker aus dem vergangenen Jahrhundert aussah.
   "Natürlich könnten Sie weiterfliegen. Aber so wie ihr Gleiter aussieht, ist er nur schön und nicht besonders robust. Ein Sturm dieser Stärke könnte ihn beschädigen. Sie könnten schneller verunglücken in dieser verdammten Wüste, als unsereins mit den Fingern schnippen kann – und dann können Sie von Glück reden, falls Sie gerettet werden. Dieser Sand macht eine Ortung fast völlig unmöglich. Und niemand, glauben Sie mir, niemand ist je zu Fuß lebend durch diese Hölle da draußen gelangt..."
Mit einem lauten Krachen schlug der Wind die Türe auf, und eine unheimlich vermummte Gestalt taumelte herein.
Die hübsche Begleiterin schrie, der junge Mann schluckte, und der Trucker fluchte:
   "Zum Teufel noch mal – wo kommen Sie denn her?"
Langsam hob die Gestalt den Arm und zog eine Schutzmaske vom Gesicht. Eine wunderschöne weiße junge Erdenfrau mit hellblonden Haaren kam zum Vorschein. Ihrem Blick aus seltsamen dunklen Augen hingegen haftete nichts irdisches an. Sie war zu Tode erschöpft, als sie hauchte:
   "Bitte helfen Sie mir - Ich bin aus Area 51 geflohen..."
Dann sank sie ohnmächtig zu Boden.

*

Joan Randall nippte an einem Becher Kaffee und blätterte noch einmal durch die Unterlagen, die ihr vom New Yorker Memorial Hospital zur Verfügung gestellt worden waren. Sie befand sich in einem Büro der Krankenhausverwaltung, das man ihr zur Verfügung gestellt hatte. Sie blinzelte, als das Licht der aufgehenden Sonne sie blendete.
Joan seufzte:
   "Das ergibt nicht wirklich einen Sinn..."
Sie griff nach ihrem Handy und wählte die geheime Verbindung zum Hauptquartier. Ein kurzes Signal, dann ertönte eine freundliche Stimme von der Zentrale.
   "Randall hier, verbinden Sie mich bitte mit Marshall Gurney!"
   "Marshall Gurney ist zur Zeit..."
   " ... in seiner wöchentlichen Einsatzbesprechung", beendete Joan den Satz.
   "Danke, das weiß ich. Stellen Sie mich trotzdem durch – Befugnis 1385 Alpha 2!"
   "Sofort, Hauptmann!"
Kurz darauf meldete sich eine gereizte Stimme:
   "Gurney!"
Joans Gesicht verzog sich zu einem Grinsen
   "N´Morgen Ezra! Schlecht gelaunt?"
   "Hauptmann Randall – was gibt es so dringendes?"
   "Erinnerst du dich noch an die Nachtlords? Ich habe hier eine Zeugin, die behauptet, dass es sie noch immer gibt. Allerdings liegt sie im Sterben!"
   "Wo?"
   "NY Memorial - Notaufnahme."
   "Bin sofort da!"

Ezra und Joan standen vor der Scheibe der Quarantänestation.
   "Sie erschien während eines Sturmes in Rachel, Nevada, in der Raststätte "The Little A'Le'Inn" nahe der bekannten Area 51. Sie sagte, sie wäre von dort geflohen, bevor sie zusammenbrach. Ich habe die Zeugen selbst vernommen: Alle Aussagen stimmen überein."
   "Area 51 ist seit Anfang des 21. Jahrhundert geschlossen. Sie ist nur eine alte Frau! Sie ist bestimmt geistig verwirrt und ..."
   "Aber genau das ist der Punkt, Ezra. Als sie hier eingeliefert wurde, war sie jung! Hier sieh diese Fotos! Sie sind kaum zwei Tage alt! Sieh ihre Augen, die hellblonden Haare..."
    "Was geschieht mit ihr?"
   "Die Ärzte wissen es nicht genau. Untersuchungen haben ergeben, dass ihre Genomstruktur instabil ist und kollabiert. Deshalb konnte sie bislang auch nicht identifiziert werden. Der Verfall lässt sich nicht aufhalten, die Ärzte finden kein wirksames Mittel dagegen. Sie stehen vor einem Rätsel."
   "Habt ihr versucht weitere Informationen von ihr zu erhalten?"
   "Ja, aber ihr Verstand hat seit der Einlieferung gelitten. Wir konnten nichts mehr erfahren."
Das gleichmäßige Geräusch der Lebenserhaltungssysteme, das durch die Lautsprecher aus der Quarantänestation übertragen wurde, wurde durch ein schmerzverzerrtes Stöhnen unterbrochen. Die vergreiste Frau richtete langsam ihren wirren Blick auf Joan. Erkenntnis schien plötzlich ihre Augen zu klären, und ihre heisere Stimme wisperte:
   "Sie waren auf Jupiter! Die Nachtlords... 1385... Sagen Sie ihm, dass es noch nicht vorbei ist. Die Wissenschaft wird pervertiert. Nur er kann uns noch retten!"
   "Was wollen Sie uns damit sagen? Miss... was bedeutet das?"
Gurney fluchte, als ihr Kopf wieder leblos zurücksank.
   "Nicht verbrennen", wisperte ihre sterbende Stimme. "Nicht ver... brennen..."
Das eintönige Piepen und der Blick des Stationsarztes an der Seite der Patientin bestätigten ihren Tod.
   "Sie hat es überstanden", murmelte Ezra.
   "Ja!" Joan war kreidebleich geworden, doch entschlossen ballte sie ihre Hände zu Fäusten.
   "Ich werde überprüfen, was es damit auf sich hat, Ezra. Und sollten sich tatsächlich die Hinweise auf die Existenz der Nachtlords verdichten, will ich den Job!"   
Alarmiert hob er den Blick. Unbeirrt fuhr sie fort:
   "Und ich will Nielson als Teamspieler. Er hat damals auch an dem Fall gearbeitet."
   "Nein! Das verbiete ich! Du weißt, das er fast dein Leben auf dem Gewissen hatte."
   "Ezra, ich bin jetzt ein Profi und kann mich selbst schützen. Und ich brauche sein Gedächtnis, da ich mich nicht erinnern kann. Es ist wichtig für mich!"
Gurney schlug ablehnend die Arme unter.
   "Zwing mich nicht auf eigene Faust zu handeln. Du weißt, ich tue es – wenn du mir nicht hilfst."
An der Art, wie er jetzt die Schultern hängen ließ, erkannte sie, dass sie gewonnen hatte. Sein Blick drückte Kummer aus.
   "Zieh die Krallen ein, mein kleiner Falke", brummte er.
Sie lachte:
   "Warum nennst du mich eigentlich immer so?"
   "Finde es einen passenden Vergleich. Bildschön, wild und absolut tödlich!"
Joan blickte ihn fragend an, doch er tätschelte nur sanft ihre Wange. Es war einer der wenigen Augenblicke ihrer gemeinsamen Zeit, da sie sich bewusst wurde, dass Ezra durchaus väterliche Gefühle für sie zu hegen schien. Doch jetzt straffte er seine Gestalt und der Moment war vorbei.
   "Nun gut", räumte er ein. "Lass uns den Dingen auf den Grund gehen – langsam. Vorerst werden wir niemanden über diesen seltsamen Fall informieren. Denn wenn die Frau wirklich aus Area 51 entkommen ist, so muss sich in der ehemaligen Militäranlage etwas befinden, wovon mindestens eine Person im militärischen oder politischen Führungsstab Kenntnis hat. Immerhin ist das Gelände nie verkauft oder verpachtet worden, sondern ist immer noch Eigentum der Regierung und somit Sperrgebiet. Im schlimmsten Fall könnte dies eine politische Verschwörung bedeuten. Und je weniger dann davon wissen, desto sicherer können wir agieren. Du weißt, ich traue Nielson nicht. Deshalb dürfen unsere Nachforschungen auch nicht innerhalb des Geheimdienstes auffallen."
Joan überlegte kurz.
   "Ich hatte gehofft, Nachforschungen bei den vor fünf Jahren inhaftierten Nachtlords anzustellen."
Gurney grinste plötzlich:
   "Das lässt sich arrangieren", schmunzelte er. "Soweit ich mich erinnere, wurden sie alle auf dem Cerberus inhaftiert. Dort wird auch in vier Wochen ein alter Bekannter auf Captain Futures Fürsprache hin entlassen. Er wartet nur noch auf seine Bewährungshelferin, die ihn 14 Tage vor seiner Entlassung dort treffen soll."
   "Erst in 14  Tagen?"
   "Ja, das ist meine erste Bedingung, wenn ich dir helfen soll..."
   "Und die zweite?"
Gurney reichte ihr einen Brief.
   "Johnny hat mich gebeten Dir und Curt eine Einladung zu seiner Abschlussfeier zu übergeben. Leider bin ich beruflich sehr angespannt, so dass ich dir befehlen muss zwei Wochen Urlaub zu nehmen und Curt seine Einladung zu überbringen..."
Ein freudiges Leuchten glitt über Joans Gesicht, und sie nahm das Kuvert.
   "Zu Befehl, Sir!"

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Gelangweilt bestätigte Nielson und richtete sich dann alarmiert in seinem Sessel auf, als er den Absender der E-Mail las: Randall.
Er machte sich sofort auf den Weg in Joans Büro. Als er ankam zögerte er einen Moment, doch das entschiedene: "Herein!" ließ ihn eintreten.
Innerlich staunte er:
   Sie hat Ohren wie eine marsianische Sandkatze...
Joan hatte die Arme verschränkt und stand vor dem Fenster ihres Büros. Langsam drehte sie sich zu ihm herum, und die Morgensonne blendete ihn, als er versuchte ihr ins Gesicht zu sehen.
   "Hallo, Joan!"
   "Wir haben Arbeit!"
   "Wir?"
Der große, blonde Mann schlenderte langsam auf sie zu. Seine blauen Augen betrachteten sie auf eine eigenartige Art und Weise, beinahe provokant.
   Ich hatte vergessen wie attraktiv er ist...
Seine Stimme holte sie aus ihren Gedanken:
   "Seit wann arbeiten wir wieder zusammen?"
   "Seit die Nachtlords wieder aufgetaucht sind!"
Seine selbstsichere Fassade geriet ins Wanken:
   "Unmöglich! Die Organisation wurde zerschlagen! Sie wurden alle..."
   "Hier – sieh selbst!" Sie trat zu ihm und überreichte ihm einen Datenblock.
Nielson überflog die Informationen.
   "O.K.", murmelte er und blickte ihr gerade in die Augen. Langsam streckte er die Hand nach ihrem Gesicht aus, wagte aber nicht sie zu berühren. Sie konnte den Duft seines Aftershave wahrnehmen – den Geruch einer vergangenen Zeit. Vage Erinnerungen und Bilder drängten plötzlich in ihr Bewusstsein und drohten sie zu überrollen.
   "Joan, wirst du mir jemals verzeihen?"
Ihr kühler Blick ließ ihn zurückweichen.
   "Lass uns nur professionell arbeiten!" schlug sie sachlich vor. "Wenn an dieser Geschichte etwas dran sein sollte, könnten wir eine politische Lawine lostreten. Deshalb werden wir offiziell nicht in dieser Richtung ermitteln..."
   "Du vermutest einen V-Mann innerhalb der Planeten Polizei?"
   "Wenn mehr hinter der Sache steckt – ja. Machst Du mit?"
   "Weißt du, auf was du dich da einlässt?"
Obwohl plötzliche Kopfschmerzen sie quälten lächelte sie ihn an:
   "Ja! Deshalb mache ich erst einmal Urlaub. Nutze du die Zeit, um dich mit den Fakten vertraut zu machen. In zwei Wochen stimmen wir dann unser weiteres Vorgehen ab."


So, das war´s erst einmal. Bin gespannt auf eure Kommentare.
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Offline DAOGA

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Antw:Forschungsziel Leben
« Antwort #2 am: 12. Juli 2010, 07:45:51 Uhr »
Bitte meeeeeeehr!!!!!!  ;D

Offline Johanna

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Antw:Forschungsziel Leben
« Antwort #3 am: 12. Juli 2010, 12:53:18 Uhr »
:-)
Schön, wenn es gefällt! Habe da auch noch was in Petto. Da jetzt aber mein Urlaub rum ist, werde ich nicht mehr so regelmäßig zu schreiben kommen. Werde mir also einen "Stichtag" setzen. Wie wäre es mit jedem 3. Freitag im Monat? Start ab dem 16.7. (Abends).
;-)
Bis dahin!
Johanna
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Offline Spacerancher

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Antw:Forschungsziel Leben
« Antwort #4 am: 14. Juli 2010, 14:24:17 Uhr »
 [jump] [jump] [jump] [jump] [jump]  ........ KLASSE !!!! Oh man,.... ich hatte sehnsüchtig auf die Fortsetzung gewartet, nur leider ist die alte Seite "untergegangen".
 Das war meine aller erste Fan Fiktion, die ich damals (07) im Net fand.

Erinnerst du dich Johanna, ich hatte dich damals angeschrieben und du sagtest mir, dass du noch weitere Seiten in irgendeiner Schublade liegen hast.
Super, dass du uns hier gefunden hast und uns nun in den Genuss kommen lässt, den Rest auch lesen zu dürfen. Es gibt von uns wohl kaum einen, der diesen brillianten Anfang nicht kennt.

Bitte schreib weiter........ !!!!!

Spacy
« Letzte Änderung: 14. Juli 2010, 14:26:09 Uhr von Spacerancher »
Zwei Dinge sind unendlich,das Universum und die Menschliche Dummheit,aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher. Albert Einstein

Begegnungen, die die Seele berühren, hinterlassen Spuren, die nie ganz verwehen.

Freunde sind Menschen die Deine Vergangenheit akzeptieren, Dich in der Gegenwart mögen und in Deiner Zukunft zu Dir stehen!

Einem Kind zu zeigen,was einem einmal Freude gemacht hat und dann das eigene Vergnügen um die des Kindes vermehrt zu sehen - das ist wahrhaft beglückend. J.B.Priestley

Offline Johanna

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Antw:Forschungsziel Leben
« Antwort #5 am: 16. Juli 2010, 21:52:47 Uhr »
 :-[
 :D

Spacy... werde ganz rot bei soviel Lob.
Ja, das Einzige, was einen am Schreiben hindert ist ja bekanntlich immer der Zeitfaktor (brauche dringend eine Zeitmaschine... oder muss mich klonen...)

Nun gut. Die Geschichte habe ich seit den Anfängen noch ein wenig überarbeitet. Und da ich hoffnungslos romantisch veranlagt bin, dachte ich, ich lasse unseren Captain mal ein wenig leiden... Also...


Rückkehr vom Deneb

Unsere Vorfahren müssen in grauer Vorzeit von dort gekommen sein, um diese Galaxis zu besiedeln. Die Mutterrasse, von der sie abstammten, muss immer noch dort leben. Und deshalb werden wir eines Tages dorthin reisen...

Als Curt Newton an seine eigenen Worte am Ende ihres letzten Abenteuers (25015, Stern des Grauens) dachte, hatte sich sein Gesicht in sorgenvolle Falten gelegt. Er lümmelte in einem Sessel im "Wohnzimmer" seines Zuhauses, der unterirdischen Mondstation am Grunde des Tychokraters. Seine Finger glitten gedankenverloren über sein Lieblingsinstrument, eine halbkugelförmige zwanzigseitige venusische Gitarre. Bizarre Töne erklangen und wehten durch die Räume der Station.
Curtis erinnerte sich genau, wie Joan bei seinen Worten zusammen gezuckt war. Sie hatte ihn nur lange angesehen und sich dann von ihm zurück gezogen.
Wie viel hatten sie alle riskiert in diesen Tagen, wie viel Leid wäre bei ihrem Versagen wohl über die Menschheit gekommen? Wie viel hätte er verloren?
   "Joan...", murmelte er und schloss die Augen.
Die unzusammenhängenden Klänge der Gitarre bekamen etwas Wehmütiges.
Bei einer Expedition jenseits der eigenen Galaxie auf der Suche nach der Mutterrasse konnte er sie unmöglich mitnehmen. Und diese Expedition würde Jahre dauern...
   Ist das Wissen um den Ursprung unserer Zivilisation das wert? fragte er sich.
Noch vor zwei Jahren, da war er sich sicher, hätte er diese Frage bedenkenlos mit ja beantwortet. Er seufzte, hin und her gerissen zwischen seinen unstillbaren Forscherdrang und seinen tiefgehenden Gefühlen für Joan. Er wusste, er hatte ihr mit seiner Bemerkung weh getan.
Er erinnerte sich an seine Angst sie zu verlieren, damals in dem Halleyschen Kometen, als sie ein Elektromensch geworden war. Seine Vorahnung, als sie den Gefangenentransport begleitete, und ihr Schiffbruch mit zahllosen Kriminellen auf Starfall, einem Himmelkörper der seiner sicheren Zerstörung entgegen raste. Wie knapp waren sie alle damals dem Tode entkommen. Und jetzt, vor wenigen Wochen, Joans Entführung zum Aar, dem Planeten des Deneb, durch skrupellose Wissenschaftler, die aus dem Geheimnis um die künstlichen Mutation des menschlichen Genoms Kapital schlagen wollten. Joan wäre eher gestorben, als das Geheimnis preis zu geben. Aber die Verbrecher kannten ihre Schwäche - ihn! Und doch hatten sie es wieder einmal geschafft.

Auf dem Rückflug hatten sie viel Zeit gehabt einander nahe zu sein.
   "Nicht nahe genug", flüsterte Curt, denn er hatte ihre innere Distanz gespürt. Und kaum waren sie heil zurück gekehrt, da mussten Ezra und Joan sich auch schon wieder zum Dienst melden. Er hatte versucht sich mit ihr zu treffen, aber sie war bereits wieder undercover im Außendienst. Was blieb waren einige kurze Telefonate.
Curt seufzte erneut, stellte die Gitarre beiseite und stand auf. Ruhelos wanderte er durch die unterirdischen Gänge der Mondstation.
Er hatte noch einiges mit ihr besprechen wollen, Dinge, die man sich nicht an Bord eines Raumschiffes, wo man keine zwei Minuten für sich war, sagen konnte. Und jetzt bekam er keine Gelegenheit dazu. Noch nie hatte ihm ihre Abwesenheit so zugesetzt. Er fühlte sich nicht gut, er fühlte sich... unvollständig.
Curtis blieb stehen und sah auf. Er stand vor einem Raum, den er nur selten betrat. Hier hatten seine Eltern ihr Reich gehabt. Heute lagerten dort die wenigen Erinnerungsstücke, die ihm geblieben waren. Entschlossen trat er ein. Zielstrebig ging er auf eine Kommode zu, öffnete die oberste Schublade und zog ein Kästchen hervor. Sanft strich er darüber, dann öffnete er es vorsichtig und entnahm daraus ein Schmuckstück.
Es war ein wundervoller Diamantring, dessen fünf Steine, drei Brillanten und zwei rechteckige Facetten, das Licht strahlend brachen. Es war der Verlobungsring seiner Mutter Elaine!
Sein Herz schlug schneller, als er ihn betrachtete und sein Lächeln war wehmütig. Dann schüttelte er bedauernd der Kopf, legte das Kleinod wieder an seinen Platz und verließ den Raum.

   "Das geht jetzt so, seit wir vom Deneb zurück sind", zischte Otho aufgebracht. "Er brütet ständig vor sich hin, wenn er nicht an seinem Vortrag zur Ethik in der Wissenschaft arbeitet, oder mit Grag die Comet umbaut. Langsam fällt mir das traurige Geklimper dieser dämlichen Gitarre auf die Nerven!"
   "Ja", raspelte Simon. "Aber du weißt, wie eigensinnig er ist. Wenn er nicht darüber reden will, werden wir nichts aus ihm heraus bekommen."
Otho rang die Hände.
   "Wenn ich Haare hätte, würde ich mir die jetzt raufen", klagte er. "Was ist bloß in Curtis gefahren?"
   "Otho, dich hört man ja durch die ganze Station", brummte Grag, der gerade das Labor betrat.
   "Nicht, dass er es bemerken würde, dass er uns überhaupt bemerken würde", schimpfte der Androide und versuchte damit seine Sorgen um seinen Anführer und Freund zu verbergen.
   "Ich kann mir vielleicht denken, was los ist", verkündete Grag und machte eine Pause, um sich der Aufmerksamkeit sicher zu sein. Otho verzichtete auf seinen üblichen Spott und drängte:
   "Sag schon, was treibt den Chef um?"
   "Nun", meinte Grag ungerührt, "Wir haben soeben den Umbau der Comet abgeschlossen. Der Schiffscomputer erkennt jetzt nur noch uns Future-Leute als berechtigt an, die Comet zu fliegen. Sonst setzt die Sicherung das Schiff außer Betrieb. Zuletzt hat Curt aber auch noch Joans biometrische Daten geladen. Ich gehe davon aus, dass er damit rechnet, dass sie nun öfter bei uns sein wird."
Otho und Simon sahen sich entgeistert an.
   "Vorgestern Abend, sah ich ihn, wie er Elaines Ring betrachtete..." sagte Simon vorsichtig. "Und er wirkte so... traurig."
Otho grinste jetzt über das ganze Gesicht.
   "Ich glaube", lachte er fröhlich, "da braucht jemand etwas Ermunterung! Joan ist doch eh schon ein Teil unserer Familie..."
Grag sah seinem Kumpel mit einem gerührten Flackern in seinen photoelektrischen Augen an. In ihrer unverbrüchlichen Treue und Zuneigung zu ihrem Anführer und Freund standen die beiden einander in nichts nach.
   "Otho, ich finde, das hast du schön gesagt!"

So, ich hoffe, ich habe euch nun genug "angefüttert". Als nächstes kommt dann der romantische Teil... im nächsten Kapitel.

Ciao Johanna
« Letzte Änderung: 16. Juli 2010, 23:33:51 Uhr von Johanna »
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Antw:Forschungsziel Leben
« Antwort #6 am: 17. Juli 2010, 09:19:05 Uhr »
Forschung...
Klonen – Sündenfall als Forschungsziel?
 Interplanetares Symposium
Zutritt nur geladenen Gästen
Die Tür, an der dieses Schild angebracht war, glitt sanft zur Seite und zweiundsiebzig, zum Teil recht verschroben anmutende, Wissenschaftler von allen Welten des Systems quollen aus dem Hörsaal hervor. Einige von ihnen waren noch immer in hitzige Diskussionen vertieft.
   "Hören Sie, Dr. Stryer. Die Herleitungen und Ergebnisse, die Sie uns präsentiert haben, sorgen mit Sicherheit für einiges Aufsehen. Ich würde mich freuen, wenn Sie mir die Chance geben würden, Ihre Erkenntnisse weiter zu diskutieren."
   "Professor Lewin, wenn Sie meine Ergebnisse überprüft haben, was Sie ja zweifelsfrei tun werden, werden Sie verstehen, wie notwendig es ist auch weiterhin eine Ethikkommission einzusetzen, um willkürliches Klonen, wie es die Wirtschaft verlangt, zu unterbinden."
Der große, schwarzhaarige Mann, der diese Antwort gegeben hatte, griff in das Innenfutter seines Jacketts und zog seine Chip-Visitenkarte hervor.
   "Hiermit erreichen Sie mich. Ich stehe Ihnen selbstverständlich zu weiteren Diskussionen zur Verfügung. Vielleicht treffen wir uns noch einmal vor der nächsten Tagung. Soweit ich weiß, ist das Thema derzeit brandheiß – die Wirtschaft und auch private Interessenverbände üben einen zunehmenden Druck auf die Regierung aus, das Klonverbot aufzuheben. Die Medien berichten über nichts anderes mehr. In vier Wochen tritt die Ethikkommission zusammen. Nach Vorträgen führender Vertreter von Forschung, Wirtschaft und Pharmazie soll dann in Zusammenarbeit mit der Regierung entschieden werden, ob neue, weniger eng gesteckte Gesetze zur Handhabung des menschliches Genoms erlassen werden."
Professor Lewin steckte die Karte ein und ergänzte:
   "Es heißt, Captain Future wird als Mitglied für diese Ethikkommission nominiert. Es wird allgemein erwartet, dass sich die Mehrheit der Wissenschaftler und auch die Ethikkommission seinem Urteil anschließen werden. Sein guter Leumund und seine brillanten wissenschaftlichen Fähigkeiten sind schließlich im gesamten Sonnensystem bekannt."
   "Hoffen wir das Beste, Professor! Allerdings sitzt sein schärfster Gegner, Professor Hastings, ein Befürworter des Klonens, ebenfalls in dieser Kommission."
Lewin schüttelte Dr. Stryers Hand und sagte gutgelaunt zum Abschied:
   "Ich freue mich auf unser Treffen. Immer wenn Sie zu unserem Wissenschaftszirkel hinzustoßen, wird es spannend. Bisher haben Sie noch jedes Mal die herrschenden Theorien erweitern oder widerlegen können."
Der große, junge Mann mit den grauen Augen lächelte den älteren Professor an.
   "Wissen Sie, das Leben ist so eine spannende Angelegenheit. Da fällt es mir nicht schwer nach seinen Ursprüngen und Wegen zu forschen."
Professor Lewin kraulte gedankenverloren seinen grauen Bart, als er jetzt schmunzelnd sagte:
   "Als ich in Ihrem Alter war, galten meine Forschungen noch überwiegend der praktischen Fortpflanzungsbiologie." Er grinste verschwörerisch. "Ich erinnere mich noch gut daran, wie wir auf unseren wissenschaftlichen Exkursionen durch diverse Pubs und Clubs zogen. So manche Nacht haben wir damals unserem Forschungsdrang geopfert."
Dr. Stryer grinste breit und Professor Lewin ergänzte:
   "Es wäre schade, wenn Sie über dem Studium des Lebens das Leben selbst vergessen, junger Mann."
   "Ich versprechen Ihnen mich zu bessern."
Lewin nickte, als er sah, wie sich eine dunkelhaarige Schönheit in einem fließenden, cremefarbenen Sommerkleid, das ihre Weiblichkeit auf das Vorteilhafteste unterstrich, den Weg zu ihnen bahnte. Stryer folgte Lewins Blick und erstarrte. Er glaubte ein Erscheinung zu haben - sie sah aus wie ein Engel.
Als sie neben ihnen stehen blieb, setzte seine Atmung schlagartig wieder ein.
   "Professor Lewin?" fragte sie und streckte ihre Hand aus, um ihn zu begrüßen. Mit einem Seitenblick auf den immer noch sprachlosen Dr. Stryer sagte sie:
   "Mein Name ist Joan Landor. Ich bin eine gute Freundin von Lubin. Haben Sie etwas dagegen, wenn ich ihn entführe?"
Benjamin Lewin lächelte verschmitzt:
   "Wir waren gerade fertig, Miss Landor. Er gehört ganz Ihnen!"
Er nickte der jungen Frau anerkennend zu, bevor er abschließend zu Dr. Stryer sagte:
   "Ich glaube, Sie werden Ihr Versprechen einlösen..."
Dann lachte er und verschwand in den Gängen des Forschungsgebäudes.

   "Hallo, Joan!"
   "Hallo, Curtis! Die Jeans und die schwarzen Haare stehen dir gut. Sieht sexy aus."
Curt lächelte unsicher, denn er hatte nicht erwartet, dass sie ihn aufsuchen würde. Doch er legte einen Arm um ihre Schultern, und zusammen verließen sie das Universitätsgebäude.
   "Mich würde viel mehr interessieren, wie du mich gefunden hast.""
   "Ich arbeite nicht umsonst für den Geheimdienst, Dr. Stryer."
   "Warum grinst du so frech? Hätte ich mich auf der Anmeldung zum Symposium mit CAPTAIN FUTURE eintragen sollen?"
Sie gingen über den sonnenbeschienenen Campus zur Cafeteria, und nachdem Curt Eis und Cappuccino gekauft hatte, nahmen sie auf der Terrasse Platz, die sich langsam mit Studenten füllte.
   "Nun, ja", räumte Joan Randall ein. "Ich gebe zu, das hätte wohl für etwas zu viel Aufmerksamkeit gesorgt." Sie lächelte ihn an, als sie seinen warmen Blick auf sich ruhen fühlte.
   "Es ist schön, dass du da bist. Du hast mir gefehlt!"
Er beugte sich am Tisch vorbei zu ihr hinüber und küsste sie flüchtig. "Und jetzt erzählst du mir, warum du mir gefolgt bist."
Sie tauchte ihren Löffel in die Eiscreme und begann sie langsam zu verspeisen. Curtis´ aufmerksamer Blick ließ sie nicht aus den Augen, und sie bedachte ihn mit einem vieldeutigen Augenaufschlag. Sie leckte sich genießerisch über die Lippen, und das tat sie lächelnd und mit einem unergründlichen Flackern in den Augen.
Curt spürte plötzlich, wie sich sein Herzschlag beschleunigte, und Erkenntnis stieg in ihm auf. Das Blitzen seiner Augen verriet Joan, dass er endlich begriffen hatte und entlockte ihr ein leises, kehliges Lachen.
   "Kleines Biest!" Irgendwie klangen seine Worte sehr zärtlich.
Joan wurde wieder ernst.
   "Ich habe hier eine Einladung für dich – von Johnny."
Curt Newton nahm das Kuvert entgegen, das sie ihm hinhielt, öffnete es und las. Freude breitete sich auf seinem sympathischen Gesicht aus.
   "Er hat es geschafft, Joan! Er hat die Akademie erfolgreich bestanden!"
   "Ich habe sogar noch eine Neuigkeit für dich. Er ist der zweitbeste Kadett dieses Jahrgangs und wird auf der Abschlussfeier deshalb eine besondere Auszeichnung von der Präsidentin erhalten."
Curt lehnte sich entspannt zurück und nippte an seinem Cappuccino.
   "Irgendwie bin ich stolz auf den Jungen. Er hat hart an sich gearbeitet. Ich finde, er hat eine Belohnung verdient."
   "Woran denkst du, Curtis?"
   "Seit ich ihn vor vier Jahren kennen gelernt habe, wünscht er sich nichts sehnlicher als zur Future-Mannschaft gehören zu dürfen."
Newton sah, wie sich die Sorge auf Joans Gesicht breit machte.
   "Keine Angst, Joan. Ich bin auch nicht unbedingt erpicht darauf, dass der Junge in meine Fußstapfen tritt. Aber er soll es ein Jahr lang erleben, was es heißt ein Future Mann zu sein."
   "Ich halte deine Idee für gut, Curt. Also los, beeilen wir uns! Die Abschlussfeier ist in zwei Wochen. Du musst vorher noch einen Versetzungsantrag für Johnny bei der Präsidentin stellen, seine Vorgesetzten informieren und..."
   "... und das alles in dreifacher Ausfertigung, nehme ich an?"
Sie nickte und zog ihn vom Stuhl:
   "Ganz recht. Und jetzt komm, wir haben noch viel zu tun!"


So ihr Lieben. Das war´s für´s erste.
@Spacy: Möchte Dich ja nicht so lange schmoren lassen ;)
Ciao Johanna
« Letzte Änderung: 18. Juli 2010, 21:11:21 Uhr von Johanna »
Heute ist morgen schon gestern...
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Offline August

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Antw:Forschungsziel Leben
« Antwort #7 am: 17. Juli 2010, 22:28:01 Uhr »
Wie wäre es mit jedem 3. Freitag im Monat? Start ab dem 16.7. (Abends).

[clock] [clock]  :'( 
Es wäre viel besser : Jedem Freitag im Monat   [sm]

Ich werde ungeduldig warten.

Danke für die Story.



Offline Johanna

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Antw:Forschungsziel Leben
« Antwort #8 am: 18. Juli 2010, 19:02:35 Uhr »
Spacy - das tue ich nur für Dich. Jemand der solange wartet, hat eine Fortsetzung verdient!

And here we go... :D

Vorbereitungen

Ein ätherisches Leuchten erfüllte den Raum. Tiefe an- und abschwellende Vibrationen verbreiteten eine angenehme, entspannende Atmosphäre. Ein heller Glockenton ertönte plötzlich, und stille Spannung verdrängte die beruhigenden Töne.
Das  Leuchten verwandelte sich in ein unangenehmes Gleißen, das eine menschliche Gestalt einhüllte. Wieder der helle, durchdringende Glockenton. Dann wurde die geheime Übertragung bestätigt:
   "Hier Alpha!"
   "Bericht von Omega: Observierungsphase kann starten. Wie ich heute erfuhr, wird Future zur nächsten großen Abschlussfeier der Akademie-Kadetten kommen."
   "Sehr gut. Ich informiere Beta, er wird die besprochenen Maßnahmen einleiten. Captain Future ist von der Präsidentin tatsächlich als Kommissionsmitglied bestätigt worden. Wenn wir vorher keine Chance bekommen, schlagen wir während der Genetik-Tagung zu, bevor Future seinen Vortrag halten kann. Alpha Ende!"

Captain Future trat aus der Luftschleuse seines Raumschiffes Comet und betrat durch den Hangar die Raumstation auf dem Grunde des Tycho-Kraters auf dem Mond.
   Zu Hause, dachte er, als ihm die vertrauten Stimmen seiner Freunde entgegen klangen.
   Sie scheinen sich ja diesmal nicht zu streiten. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das noch einmal erleben darf!Ein seltsamer Geruch lag in der Luft.
   Wahrscheinlich die Erweiterungsarbeiten zum Labor, die Simon und Grag schon seit einiger Zeit planen.
Er folgte den Stimmen und ließ sich von ihnen in den Aufenthaltsraum der Station führen.
   "Und ich sage dir, der Chef sollte..."
   "Willkommen zu Hause, mein Junge", raspelte Simon Wright, das lebende Gehirn. "Wie ist das Symposium in Göttingen gelaufen?"
Grag der Roboter und Otho der Androide unterbrachen ihr Gespräch und begrüßte freudig ihren Anführer. Future seufzte, denn er ahnte, dass die beiden wieder etwas ausheckten. Aber was es auch war, diesmal wollte er nichts damit zu tun haben.
   "Es war sehr interessant, Simon", beantwortete Newton die Frage seines alten Lehrmeisters. "Ich fürchte, wir haben mal wieder ein wenig Staub aufgewirbelt."
   "Wir?" Das Geräusch, das aus Simons Sprechresonator drang, konnte man durchaus für ein Lachen halten. "Es ist allein deine Arbeit gewesen. Ich war diesmal zu sehr in interplanetare Forschungsprojekte involviert, um dir Hilfestellung leisten zu können. Sei nicht so bescheiden, Curtis!"
Der junge Mann winkte ab und zog die Einladung aus seinem Overall.
   "Es gibt Neuigkeiten", erklärte er.
   "Wir wissen schon Bescheid, Chef", sagte Grag. "Joan hat uns bereits über deinen Plan aufgeklärt."
   "Ich hätte es mir denken können", brummte Curt. "Sie scheint mir in letzter Zeit immer einen Schritt voraus zu sein."
Aber seine Augen zeigten dabei einen seltsamen Glanz.
   "Ja", sprudelte Otho ausgelassen hervor. "Wir werden schon dafür sorgen, dass dein Auftritt auf Johnnys Abschlussfeier einzigartig wird. Übrigens soll ich dir noch etwas von Joan ausrichten: Erstens glaubt sie nicht, dass du einen modischen Smoking vorweißen kannst..."
   "Wie bitte..?"
   "Und zweitens sagte sie etwas in der Art, dass man dich mit schwarzen Haaren sicherlich zum sexiest man alive auf dem Campus wählen wird..."
Curt war so baff, dass es ihm erst einmal die Sprache verschlug.
   Dieses Frauenzimmer!
Schließlich hatte er sich doch von seiner Überraschung erholt.
   "Wir sprechen uns morgen, Freunde. Ich glaube, ich muss heute noch mal jemandem den Kopf waschen."
Grag und Otho lachten immer noch, als Future schon längst in sein Quartier gegangen war.

Newton saß an seinem Schreibtisch vor seinem privaten Televisor und wartete ungeduldig darauf, dass er eine Verbindung zu Joan bekam. Es war spät in der Nacht, und er hatte ihre Privatnummer gewählt. Er rief sie selten so spät an, doch seine innere Unruhe, die ihm in letzter Zeit zu schaffen machte, trieb ihn an. Auch am heutigen Tag, hatte er nicht die Themen zur Sprache bringen können, die ihn in den letzten Wochen bewegt hatten. Plötzlich bekam er das Freizeichen, und eine verschlafene Stimme meldete sich:
   "Randall..."
Der Bildschirm allerdings blieb dunkel.
   "Hallo, Joan!"
   "Ich hoffe, es ist dienstlich, Henrik!"
Eine Sekunde lang herrschte Schweigen.
   "Hier ist Curtis." Seine Stimme klang sehr sachlich.
   "Oh..."
Der Bildschirm leuchtete jetzt plötzlich auf. Joan saß vor ihm in einem dünnen Seidenpyjama. Sie strich sich das zerzauste Haar aus dem Gesicht. Sie sah atemberaubend aus fand Curt und musste schlucken. Verschlafen murmelte sie:
   "Entschuldige, ich hatte gerade einen Alptraum..."
Dann grinste sie wieder:
   "Schade, deine Haare sind ja wieder rot..."
   "Du bist das unverschämteste Frauenzimmer, das mir je..."
   "... untergekommen ist?" fragte sie frech.
   "Über den Weg gelaufen trifft es wohl eher", schnappte Curt.
   "Uh, jetzt bin ich aber eingeschüchtert. Der sexiest man alive ist böse. Muss ich mich jetzt fürchten?"
   "Jetzt nicht, aber morgen, wenn ich bei dir auf der Matte stehe!"
Curt war selbst überrascht, aber die Worte waren einfach aus ihm heraus gesprudelt. Gespannt wartete er auf ihre Reaktion.
   "Das ist nicht dein Ernst?!" Ihre Augen strahlten.                   
   "Mein voller Ernst..."
Sie guckte unschuldig.
   "Ich nehme an, du bleibst zum Essen?"
   "Joan, ich..."
   "Ich dich auch, Schatz! Bis morgen!"
Damit wurde die Verbindung unterbrochen.
Curt war erfreut und verwirrt. Seine Freundin benahm sich merkwürdig. In den vergangenen vier Jahren, da er sie kannte, hatte er sie noch nie so übermütig und aufgekratzt erlebt. Waren es wirklich schon vier Jahre? Und wer war Henrik? Vermutlich ein Arbeitskollege. Joan war schließlich auf den neun Planeten schon weit herum gekommen. Trotzdem verbrachte Curtis Newton noch eine unruhige Nacht.

Beim Frühstück am nächsten Morgen diskutierte Future mit seiner Mannschaft die Einzelheiten für Johnny Kirks Überraschungsgeschenk. Die Details waren rasch geklärt. Dann besprachen sie den Forschungsplan für die nächsten Wochen, wobei es um den möglichen Nachweis alternativer Zeitlinien gehen sollte, bis das Gehirn Curtis unterbrach:
   "Mein Junge, so aufregend diese wissenschaftlichen Studien auch sind, sie sind nicht so wichtig, als dass sie nicht auch noch ein oder zwei Wochen warten könnten."
   "Es ist schön, dass du das sagst, Simon", lächelte sein Schützling. "Ich könnte tatsächlich ein paar freie Tage brauchen, um... hm sagen wir... hm verschiedenes zu klären."
Grag bedachte seinen Chef mit einem feierlichen Blick, und Otho versuchte sein Kichern zu unterdrücken.
   "Also wirklich, ihr beiden geht mir in letzter Zeit ziemlich auf die Nerven."
   "In der Tat, Curt, du bist in letzter Zeit doch recht empfindlich. Besonders wenn es um eine gewissen Agentin..."
Otho musste sich hastig ducken, aber der Apfel aus Curts Hand traf den Androiden am Kopf. Future grinste:
   "Du bist nicht mehr besonders gut in Form, Otho. Deine Reflexe lassen nach. Hattest du in letzter Zeit ein Cocktail Radiumchlorid zu viel?"
Grag lachte dröhnend. Trotzdem gingen er und Otho sich nicht wie gewohnt an die Gurgel sondern betrachteten ihren Chef und ehemaligen Zögling wohlwollend. Diesem war die Atmosphäre purer Harmonie beinahe unheimlich. Er blickte seinen alten Lehrmeister und Freund an und sagte ernst:
   "Simon, ich brauche deinen Rat..."
   "Lass uns ins Labor gehen, Junge."
Die beiden ließen Grag und Otho tuschelnd in der Küche zurück und gingen durch die Felsengänge in das große Labor.
Curtis hünenhafte Gestalt wurde im Sonnenlicht gebadet, welches durch das riesige Dachfenster hereinfiel. Es war dieser Ort gewesen, an dem er einst seinen Schwur, immer gegen diejenigen zu kämpfen, welche die Wissenschaften pervertieren wollen, abgelegt hatte.
Einen Moment lang schwelgte er im Anblick der wundervollen Erdkugel. Dann suchte er Simons Blick.
   "Simon, in den nächsten Tagen werde ich eine Entscheidung treffen müssen, und ich wünsche mir hierfür dein Verständnis..."
   "Es geht um Joan, nicht wahr?"
Curtis fühlte sich ertappt und spürte, wie er rot wurde.
   "Ja", sagte er schlicht. "Ich habe die Liebe nie gesucht, Simon. Ich habe sogar versucht, sie nicht zu zulassen."
Er lächelte hilflos, als wollte er sein Versagen in diesem Punkt eingestehen.
   "Bislang war ich davon überzeugt, dass meine Bestimmung, mein Schwur, keine Beziehung erlaubt."
Das leise Rascheln aus Simons Sprechresonator konnte durchaus als ein Lachen gedeutet werden.
   "Eure Beziehung dauert nun schon vier Jahre, Curtis! Es mag eine Fernbeziehung sein, und, wenn ich mir den Einwand erlauben darf, doch sehr platonisch, aber jeder, der euch zusammen sieht, weiß, wie viel ihr einander bedeutet."
   "Aber..."
   "In den vergangenen vier Jahren haben wir alle zusammen, und ich schließe hier Joan und Ezra mit ein, mehr Unrecht bekämpft und Gefahren gemeistert als je zuvor. Aber wir wissen auch, dass das Böse niemals ruhen wird - also warte nicht darauf, mein Junge! Wie auch immer du dich entscheidest, wir stehen hinter dir!"
Curts warme graue Augen leuchteten vor Dankbarkeit.
   "Du weißt, dass ich dich liebe, Vater", flüsterte er gerührt.
   "Ja, mein Sohn, das weiß ich!"
Sie blickten einander in tiefer Verbundenheit in die Augen, menschliche wie künstliche.
   "Und jetzt geh zu ihr, Curtis, und tut, was junge Menschen in eurem Alter normaler Weise tun - leben!"
Newton nickte. Plötzlich hatte er es eilig.
   "Ich nehme den Raumgleiter, damit falle ich nicht so auf. Wir treffen uns dann Samstag in vierzehn Tagen bei Ezra Gurney im Hauptquartier in New York."
   "Ich wünsche dir eine schöne Zeit, Curtis", rief ihm das lebende Gehirn noch hinterher, doch er war bereits auf dem Weg in sein Quartier, um seine fertig gepackte Reisetasche zu holen. Kurz darauf hatte er seine Sachen in dem kleinen aber vielseitigen Raumgleiter verstaut und startete das Gefährt in Richtung Erde. Er würde nur zwei Stunden unterwegs sein, und er brauchte die Zeit, um in Ruhe sein weiteres Vorgehen zu planen.
Er stellte den Autopilot ein und griff nach seiner Tasche. In New York war Sommer und so wählte er eine Jeans, Mokassins und ein Poloshirt. Als er die Sachen aus der Tasche zog, fiel ihm eine kleine Schachtel entgegen. Neugierig öffnete er sie und stieß überrascht die Luft aus, als er Elaines Ring erblickte. Dabei lag ein kleiner Zettel:
   Curtis,
   nur für alle Fälle!
   Otho

   "Dieser verrückte Androide."
Curts Stimme war voller Wärme und er schämte sich der Tränen nicht, die ihm vor Rührung in die Augen traten. Dies war seine Familie und sie kannten ihn besser, als er sich selbst. Es war wie Simon gesagt hatte - sie standen hinter ihm - immer.

"Zu wem möchten Sie, Sir?" fragte die Wache am Einlass zum Gelände der Planetenpatrouille freundlich.
   "Ich möchte zu Miss Randall", erklärte Curt. "Sie erwartet mich."
Der Beamte suchte in seiner Datenbank.
   "Es tut mir leid, Sir", sagte er schließlich, "aber ich kann keinen Eintrag diesbezüglich entdecken. Wenn Sie keinen Ausweis oder einen Passierschein haben, fürchte ich, dass ich Sie bitten muss wieder zu gehen."
Newton stöhnte innerlich. Ungeduldig hielt er dem Wachmann seine linke Hand mit dem Planetenring entgegen, dem Emblem von...
   "Captain Future!"
Sofort salutierte der Beamte.
   "Sie finden Hauptmann Randall in ihrer Dienstwohnung. Die Zweite rechts und dann immer geradeaus. Sie können das kleine Haus gar nicht verfehlen, Sir!"
   "Haben Sie vielen Dank, Korporal."
Curt packte den Ring in seine Tasche, gab Gas und parkte kurz darauf vor Joans Heim.
   Die Zweite rechts und dann immer geradeaus bis zum Morgen... Wenn es doch nur so einfach wäre.

« Letzte Änderung: 18. Juli 2010, 21:16:22 Uhr von Johanna »
Heute ist morgen schon gestern...
Carpe Diem - oder einfacher: Das Leben ist zu kurz, um zu verzichten...
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Offline Johanna

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Antw:Forschungsziel Leben
« Antwort #9 am: 20. Juli 2010, 11:32:07 Uhr »
Hallo zusammen,
da August so schön bittet, stelle ich gerne in dieser Woche noch ein Kapitel ein.
Da es aber ziemlich nun sagen wir mal interessanter Stoff sein wird, möchte ich den Text gerne verstecken.
Allerdings muss mir das noch mal jemand erklären. Hab noch nicht raus wie das geht.
Also - kriege ich hier eine Antwort, dann geht es auch mit der Story weiter.
(Kleine Erpressung am Rande) ;D
Freue mich auf eure Antworten.
Grüße aus dem sonnig heißen NRW
Johanna
« Letzte Änderung: 20. Juli 2010, 15:14:23 Uhr von Johanna »
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Offline claudrick

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Antw:Forschungsziel Leben
« Antwort #10 am: 20. Juli 2010, 14:15:43 Uhr »
Allerdings muss mir das noch mal jemand erklären. Hab noch nicht raus wie das geht.
Das möchte ich auch  gerne mal wissen...   ???
Wenn sich das Universum ausdehnt, warum finde ich dann nie einen Parkplatz? (Woody Allen)

Offline Mooncat

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Antw:Forschungsziel Leben
« Antwort #11 am: 20. Juli 2010, 20:32:04 Uhr »
 


[Versteckter Text]

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Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen. (John Lennon)

Offline Johanna

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Antw:Forschungsziel Leben
« Antwort #12 am: 20. Juli 2010, 22:44:17 Uhr »
 :D
Ah jetzt habe ich´s!
Na dann muss ich heute ja noch was tun!
 8)
Johanna
« Letzte Änderung: 20. Juli 2010, 22:50:53 Uhr von Johanna »
Heute ist morgen schon gestern...
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Offline Lost In Space

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Antw:Forschungsziel Leben
« Antwort #13 am: 20. Juli 2010, 22:47:03 Uhr »
 8)

Yep. Sobald übrigens jemand einmal in diesem Thread gepostet hat, kann er alle dort versteckten Texte lesen.

« Letzte Änderung: 20. Juli 2010, 22:48:59 Uhr von CJK »
"Ich bin nur ein kleiner, unbedeutender Pilot in einer Welt voller weltverbessernder, zwangsoptimistischer Wissenschaftler, der gerade gezwungen wurde, alle seine Prinzipien über den Haufen zu werfen." - Jim "Shadow" Koenig; Projekt Chamäleon

Offline Johanna

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Antw:Forschungsziel Leben
« Antwort #14 am: 20. Juli 2010, 23:06:51 Uhr »
Hallöle,
da das mit dem versteckten Text nun klappt, kann das nächste Kapitel nun an den Start.
Viel Vergnügen!
Johanna

Carpe diem

Curtis sprang aus dem Raumgleiter, nahm sein Gepäck und einen Blumenstrauß und klingelte an der Wohnungstür. Ob sie ihm böse war? Sie hatten sich gestern nur mit der Planung zu Johnnys Überraschung befasst.
Kurz darauf wurde ihm geöffnet, und er hätte sie beinahe nicht erkannt, in dem eleganten schokoladenfarbenen Leinenrock und der verspielten weißgoldenen Leinenbluse. Modische Sommersandalen und eine Goldkette mit einem Falken-Medaillon, sowie ein paar kleine, goldene Ohrringe rundeten ihr Erscheinungsbild ab.
Auch Joan zögerte, als sie ihn sah. Der Mann, der hier vor ihr stand, mit einem Strauß Rosen hinter seinem Rücken, wirkte so gänzlich anders als der Curt Newton, den sie kannte. Anders und irgendwie auch entschlossener. Er trug eine beigefarbene Jeans, ein weißes Poloshirt, das seine breiten Schultern fast zu sprengen schienen, und seine nackten Füße steckten in bequemen dunkelbraunen Mokassins. Sein wildes, rotes Haar war länger als sonst (warum war ihr das nicht schon gestern aufgefallen?) und ringelte sich im Nacken. Ein Lächeln erhellte sein gutaussehendes Gesicht und ließ seine Augen blitzen - er sah phantastisch aus!
Ihr wurde heiß.
Joan musste ihre gesamte Routine als Agentin aufbringen, um ihn locker zu begrüßen und sie küsste ihn flüchtig auf die Wange.
   "Hallo, Curtis! Komm rein!"
Mit einem Blick auf seine Tasche fragte sie schelmisch:
   "Bleibst du länger?"
Endlich fand er seine Sprache wieder.
   "Hallo, Joan!"
Noch während er eintrat, zog er den lieblich duftenden Strauß aus dunkelroten Rosen hervor.
   "Curtis! Sind die schön!"
Sie küsste sanft seine Lippen, lächelte ihn an und schwebte dann in die Küche, um die Rosen in eine Vase zu stellen.
Er platzierte seine Tasche im Flur und folgte ihr. Während er noch nach den richtigen Worten suchte, hatte sie die Blumen auf dem sonnenhellen Esstisch gestellt, lehnte sich dagegen und blickte ihm fest in die Augen:
   "Weshalb bist du gekommen, Curt?"
Sie war gradlinig, direkt, ließ keinen Platz für Zweifel. Das liebte er an ihr. Er trat vorsichtig näher an sie heran und strich sanft eine Haarsträhne aus ihrem Gesicht. Erstaunt bemerkte sie, wie seine Finger zitterten.
   "Ich bin gekommen, um mich bei dir zu entschuldigen", entgegnete er schlicht. "Ich weiß, dass meine Bemerkung, eines Tages jenseits unserer Galaxie nach dem Ursprung unserer Zivilisation zu suchen, dich enttäuscht und verletzt hat. Der Forscher in mir ist rücksichtslos, und das tut mir leid."
Seine Finger strichen inzwischen langsam durch ihr Haar. Sie hatte eine Hand auf seine Brust gelegt, um ihn ein wenig auf Abstand zu halten, und spürte atemlos das heftige Klopfen seines Herzens unter ihren Fingern.
   "Ich bin gekommen, um dir zu sagen, dass der Mann in mir stärker ist, als der Forscher, dass ich dich liebe und achte und nicht mehr ohne dich leben kann..."
Ihr warmer Blicke ruhte auf ihm und ihre Worte waren klar und unmissverständlich:
   "Ich bin keine Selbstverständlichkeit, Curt!"
Seine Finger umfingen sanft ihren Hinterkopf und seine Stirn legte sich an die ihre.
   "Ich weiß", flüsterte er. "Die letzten Wochen haben mir das schmerzlich bewusst gemacht. Du fehlst mir so, Joan!"
Sie lächelte versöhnt und ihre Arme glitten um seinen Hals. Er zog sie vorsichtig an sich. Unsicher flüsterte er:
   "Weißt du eigentlich, dass wir uns heute vor vier Jahren auf den Tag genau das erste Mal begegnet sind?"
   "Du hast es nicht vergessen", wisperte sie erfreut.
   "Ja, es war auf dem Jupiter im Büro von Gouverneur Quale. Damals arbeiteten wir am Fall des Weltraumherrschers. Du warst so hübsch, selbst in dieser nüchternen Schwesterntracht..."
   "Und am selben Tag noch hast du mir zum ersten Mal das Leben gerettet. Aber heute schenkst du mir zum ersten Mal, seit wir uns kennen Blumen – rote Rosen..."
Sanft hob er ihr Kinn an und ihre Lippen berührten sich, leicht, beinahe flüchtig, wie die Flügel zweier Schmetterlinge. Sie hatten sich schon oft geküsst, freundschaftlich, liebevoll. Doch das Prickeln dieses Kusses jagte mit der Hitze von geschmolzenem Metall durch Curts Körper und löste eine Kaskade von Gefühlen in ihm aus. Gefühle so widersprüchlich und unkontrollierbar, dass es ihn erschreckte. Sein Verstand riet ihm sich zurückzuziehen, so wie sonst auch, doch dieses süße Verlangen, das quälend und fordernd in ihm glomm, hielt ihn bereits zu sehr gefangen. Unwillkürlich zog er Joan enger an sich, und sie schmiegte sich an ihn, mit ungeahnter Leidenschaft seinen Kuss erwidernd.
   "Joan..." Es klang wie ein Hilferuf.
 

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[Versteckter Text]
« Letzte Änderung: 17. August 2011, 00:28:28 Uhr von Johanna »
Heute ist morgen schon gestern...
Carpe Diem - oder einfacher: Das Leben ist zu kurz, um zu verzichten...
"Allem kann ich widerstehen, nur der Versuchung nicht." Oscar Wilde (1854-1900)