Umfrage

Wer will noch mehr über Spacerider's Dreamland erfahren?

Nein, das ist langweilig
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egal
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kurz und knackig
1 (33.3%)
MEHR...
1 (33.3%)
AUSFÜHRLICH MEHR....
1 (33.3%)

Stimmen insgesamt: 2

Umfrage geschlossen: 31. Januar 2011, 17:35:53 Uhr

Autor Thema: Second Chance  (Gelesen 85924 mal)

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Offline Johanna

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« Antwort #45 am: 30. August 2010, 17:23:31 Uhr »
Hi Mooncat,

hach wie schön. Da gucke ich mal rein, um meine Stress zu vergessen und dann - welche Freude - neues Lesefutter.
Kann mir Ezella richtig vorstellen, wie er sich gemütlich ein Gläschen "kippt".
Die Zukunft beginnt heute -   :-*
Herrlich!

Auf jeden Fall scheint die Lektion bei Curtis ja gewirkt zu haben und er gibt ganz den Gentleman.
Und typisch hat er die Dame vom Ordnungsamt ja ganz diplomatisch auf seine Seite gezogen. (Soviele Charme sollte verboten werden...)
 :D

Na, dann bin ich mal gespannt, wie Joan und Curtis New York "erobern".
Freue mich auf weitere "Musenküsse" von Dir!

Fühl Dich gedrückt!
Johanna
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Offline Johanna

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« Antwort #46 am: 7. Oktober 2010, 22:13:37 Uhr »
Hallo Mooncat,
Du armes, gestresstes Wesen. Seit einem guten Monat bekomme ich hier keinen Input mehr - seufz! Wie kannst Du mich nur so darben lassen?
 ;D
Bin doch so gespannt wie es weiter geht!
Fühl Dich gedrückt

Johanna
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Offline Mooncat

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« Antwort #47 am: 11. Oktober 2010, 01:06:30 Uhr »
Hallo Johanna! Also speziell jetzt für Dich ein kleiner weiterer Happen:


Joans Geburtstag - Unverhofft kommt oft - Teil 2

Der Besprechungsraum der Planetenpolizei war mit mehreren Bildschirmen, Multifunktionstafeln und Visorgeräten ausgestattet. Ein junger, attraktiver Mann Mitte zwanzig mit kräftigem,  kurz geschnittenem dunkelbraunem Haar und energischen Gesichtszügen hat gerade einen Bildanruf beendet und blickt aufgeregt in die Runde. „Sie sind es tatsächlich!“ ruft Janis Subat in Richtung seines Chefs. Janis sonnengebräuntes Gesicht wirkt noch etwas dunkler durch die leichte Rotfärbung, die seine Wangen angenommen haben. Janis bemerkt es.  Joan hätte ihn jetzt spöttisch lächelnd angesehen und etwas in der Art wie „Du bekommst ja richtig Jagdfieber!“ gesagt. Janis bewunderte seine Kollegin. Vor allem aber wünschte er sich insgeheim, durch sie eines Tages seinen großen Held, Captain Future, einmal leibhaftig kennen zu lernen. Vielleicht würde sich ja jetzt irgendwie die Gelegenheit bieten. Er fühlte wie ihm heiß wurde. Alle Augen richteten sich nun auf ihn.

„Janis, berichten sie bitte die Neuigkeiten in die Runde, aber fangen Sie beim Anfang an!“ fordert ihn Ezra Gurney den Neuling auf. „Nun, das war Mathey“ beginnt Janis. „Wie Sie wissen ist er einem Hinweis der Zollbehörde nachgegangen, die heute morgen seltsamen Aktivitäten in einer Lagerhalle in der Sperrzone am Weltraumflughafen festgestellt hatten. Mathey ist mit einer kleinen Einsatztruppe dorthin gefahren. Nun, die Halle war leider schon wieder leer, aber es wurden einige technische Ersatzteile gefunden, die definitiv nicht zu den Lagerbeständen gehören. Ein Teil, so hat Mathey direkt feststellen können, ist sogar identisch mit einem der Werkzeuge, die unsere Kunstdiebe bei ihrem letzten Raubzug hinterlassen haben. Und – es kommt noch besser!“ Janis ist voller Eifer „Mathey hat Kerne des Marsianische Pfirsichs gefunden. Genau wie die, die Joan gefunden hatte! Und mit Hilfe des mobilen DNA-Testgeräts konnte er nicht nur feststellen, dass die Spucke daran die eines Marsianers ist, nein es ist DERSELBE Kerl, der sie ausgespuckt hat.“ „Verdammt, dann haben wir keine Zeit mehr, sie schlagen erfahrungsgemäß in wenigen Stunden zu. Wir brauchen dringend ein paar brauchbare Ideen und Hinweise, sonst haben sie ihren nächsten Fischzug direkt vor unserer Nase ausgeführt und WIR haben wieder das Nachsehen. Das wäre eine riesige Blamage!“ knurrte Ezra. „Janis, stellen Sie mir bitte unverzüglich eine Übersicht der aufgefundenen Gegenstände zusammen. Ich werde diese einem anderen Experten schicken, vielleicht kann der sich daraus zusammen reimen, wie die verdammten Kerle das immer anstellen!“ Ezra denkt dabei an Professor Simon, der ihm bereits seine Hilfe angeboten hat.

„Michelle“ fährt Ezra fort „konnten Sie bereits die Liste der möglichen Ziele eingrenzen?“ Michelle seufzte „Nun, selbst wenn wir davon ausgehen, dass der Raubzug in New York und Umgebung statt findet und nicht in einer der andere hunderten von Millionenstädte auf der Erde und wenn ich von Kunstgegenständen ausgehe, deren Wert einen zweistelligen Millionenbetrag überschreitet, dann komme ich immer noch auf rund 60 Museen. Wenn es sich aber um Kunstgegenständen in Privatbesitz handelt, da fürchte ist unsere Liste nicht einmal vollständig da es ja keine Meldepflicht oder etwas ähnliches für wertvolle Kunstwerke gibt.“ Ezra blickte sie unzufrieden an. „Allerdings – ich habe mir überlegt dass es wohl eine Grund gibt, warum sie gerade JETZT zuschlagen.“ beeilt sich Michelle zu ergänzen.
„Vermutlich ist ihr Zielobjekt Teil einer temporären Ausstellung und wird sonst an einem nicht allgemein bekannten Ort aufbewahrt. Wanderausstellungen können wir wohl eher ausschließen, da es an den anderen Ausstellungsorten sicherlich ungefährlicher wäre zuzuschlagen. Ebenfalls Kunst-Installationen, sofern diese durch den Transport zerstört würden und Kunstgegenstände mit einem Gewicht über 20 Tonnen.“ „Wie viele Möglichkeiten bleiben nach diesen Annahmen?“ fragt Ezra „15!“ antwortet Michelle. „Sechs Museen im Umland von Central New York, vier Ausstellungen in Unternehmenszentralen, ein Kunstwerk steht als Dekoration auf dem Laufsteg bei einer Modenschau, die morgen statt findet, die Ausstellung alter Deneb-Kunst im Kubick-Museum, die Ausstellung „Kunst der Naturvölker verschiedener Planeten“ im Museum für interplanetare Kunst und die Ausstellung Erdkunst des 19. und 20. Jahrhunderts im New Guggenheim Museum. Und nicht zu vergessen eine Ausstellung zweier Kunstwerke im Gebäude des Präsidenten!“

„Gut gemacht, Michelle! Aber wir können nicht sicher sein, dass sie nicht doch ein ganz anderes Ziel haben! Nun, wir müssen ja irgendwo anfangen…“ antwortet Ezra. „Janis, informieren Sie den Polizeipräsidenten darüber, dass wir sichere Hinweise haben, dass ein Diebstahl innerhalb der nächsten 24-Stunden erfolgen wird. Er soll Sicherheitsalarm der Stufe 3 ausrufen und alles was Beine hat auf die Straßen schicken. Verkehrspolizei, Ordnungskräfte, alle sollen raus und die Augen aufhalten! Michelle, kümmern Sie sich um die Modeshow! Informieren Sie die Betroffenen, sprechen Sie mit dem Wachpersonal und machen Sie sich einen Eindruck von den Gegebenheiten vor Ort. Lenar, Sie nehmen das Kubick-Museum! Michael, Sie nehmen die Naturvölker und Janis, Sie kümmern sich um das New Guggenheim!“ erklärt Ezra seine Truppe.
Janis ist etwas enttäuscht. Seit wann interessieren sich interplanetarische Kunstdiebe für so alte Erd-Gemälde, denkt er sich. Ezra sieht es wohl genauso und deshalb habe ICH das auch bekommen, denkt sich Janis.
 „Mathey soll weiterhin eingehenden Hinweisen nachgehen. J’hall – wir bekommen noch Verstärkung von zehn New Yorker Stadtpolizisten, bitte informieren Sie diese und setzen Sie sie für die Museen im Umland und für die Unternehmenszentralen ein. Und, J’hall, denken Sie daran, die kennen New York noch viel besser als wir, eventuell hat der Eine oder die Eine eine Idee, die uns weiterhelfen kann, oder etwas gehört, das sich als nützlich erweisen kann! Nutzen Sie Ihre Fähigkeit die Leute zum Reden zu bringen! Ich selber kümmere mich um das Präsidialgebäude. - Also los! Ich erwarte von allen wieder eine Rückmeldung in zweieinhalb Stunden!“
„Sollen wir nicht doch Joan kontaktieren?“ fragt Lenar. „Sie ist doch auch in New York unterwegs. Und Sie wissen doch um Ihr Talent, über die richtigen Hinweise zu stolpern. Schließlich hatte sie mich nur zufällig begleitet, als sie damals diese Pfirsichkerne gefunden hat!“ Ezra überlegt kurz. „Sie haben vielleicht Recht! Schicken Sie Ihr eine kurze Nachricht mit den wichtigsten Info’s. Aber erwähnen Sie nicht die möglichen Zielorte, Sie wissen warum!“ grinst Ezra. Lenar nickt nur und grinst zurück. Er hatte bereits zwei Aufträge zusammen mit Joan bearbeitet und kannte sie inzwischen recht gut. 
« Letzte Änderung: 1. Juli 2011, 14:28:31 Uhr von Mooncat »

Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf gegen die Wand zu rennen, sondern mit den Augen die Tür zu finden. (Werner von Siemens)
Common sense is a flower that doesn't grow in everyone's garden. (Unknown)

Offline Johanna

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« Antwort #48 am: 11. Oktober 2010, 17:10:39 Uhr »
Ezra überlegt kurz. „Sie haben vielleicht Recht! Schicken Sie Ihr eine kurze Nachricht mit den wichtigsten Info’s. Aber erwähnen Sie nicht die möglichen Zielorte, Sie wissen warum!“ grinst Ezra. Lenar nickt nur und grinst zurück. Er hatte bereits zwei Aufträge zusammen mit Joan bearbeitet und kann sie inzwischen recht gut.
DANKE Moonact!!!
Also Joan bringt es vermutlich noch wirklich, für "einen guten Job" (ihhhh, welches Wortspiel) ihren Geburtstag sausen zu lassen.
 ;D
Liebe Grüße

Johanna
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« Antwort #49 am: 8. November 2010, 23:05:06 Uhr »
Eine größere Gruppe von Kunst-Freunden mit unterschiedlicher Haut- und Haarfarbe und in die verschiedensten bunten Kleidern und Trachten gehüllt steht im Eingangsbereich des Museums. Betrachtet man die ungeduldig auf die Eröffnung der kleinen, aber feinen Ausstellung wartende Gruppe von weiter oben, so wirken sie wie ein farbenprächtiges Blütenmeer in Mitten des hauptsächlich in weiß gehaltenen Museumsgebäudes. Einige Saturier und mehrere Marsianer sind unter ihnen. Die meisten Besucher stammen allerdings aus den verschiedensten Ecken der Erde - einige Araber, mehrere Ehepaare aus Indien und China und einige Afrikaner in Landestracht und einige Menschen, deren ethnische Zuordnung nicht mehr direkt erkennbar ist. Die Mehrzahl der Anwesenden sind bedeutende Personen der New Yorker Kunstszene. Je mehr Personen eintreffen desto lauter wird das Stimmengewirr, das die mächtige Halle erfüllt. Zuletzt trifft noch eine kleine Gruppe Lyrianer als Ehrengäste ein. Äußerlich unterscheidet sie kaum etwas von den Menschen, nicht nur weil sie im Grunde wie New Yorker gekleidet sind.

Wann genau eigentlich der erste Kontakt zum Lyrianischen Reich stattfand, darüber streiten sich die Historiker. Es kursieren zahlreiche Geschichten – wohl mehr als Planeten zum Lyrianischen Reich und zu den Vereinigten Planeten zusammen gehören. Auch deshalb ist dies immer wieder Anlass für kleine Sticheleien, so auch in den Reden heute. Running Gag ist dabei längst die nie enden wollende Diskussion, wer eigentlich wenn „entdeckt“ hat. Aber vielleicht wird dieser einmal der längste Running Gage der Geschichte – zwanzig Jahre lang gibt es ihn immerhin schon und so richtig Ernst nimmt ihn auch keiner.

Die Hauptstadt des Reiches nennt sich übersetzt so viel wie Lyrian City und befindet sich auf dem gleichnamigen Planeten Lyrian. Lyrian war den menschlichen Astronomen schon im vorletzten Jahrhundert bei der Durchleuchtung des Weltalls auf der Suche nach Planeten aufgefallen: Aufgrund der Position im Lyrianischen Sonnensystem und der Zusammensetzung der Materie des Planeten vermutete man schon kurz nach der Entdeckung, dass er der vielleicht erdähnlichste Planet in „der Nähe“ sein könnte. Der Fund dieser „zweiten Erde“ war damals eine Sensation und beflügelte einige Jahrzehnte den Forscherdrang der Menschen, bis sie sich zunächst mehr der Umwandlung und Besiedlung der Planenten des eigenen Sonnensystems zuwendeten.

Tatsächlich ist Lyrian wie die Erde ein wunderschön schimmernder blauer Planet, etwa 20% größer als die Erde und genau wie diese hauptsächlich mit Meerwasser bedeckt. In diesem riesiger Meer gibt es zwei große, miteinander verbundene Kontinente in der gemäßigten südlichen Klimazone und viele kleinen Inseln in den Lyrianischen Tropen. Die Landmasse ist wesentlich kleiner als auf der Erde. Wohl deshalb haben sich auch nur zwei humanoide Rassen dort entwickelt – die Hauptrasse auf den Kontinenten und eine kleinere Population auf den Inseln. Aber genau das war zuerst eine Enttäuschung für den Expansionsdrang der Menschen gewesen – die „zweite Erde“ war „leider“ schon bewohnt! Und die Lyrianer entpuppten sich als gleichwertige „Brüder und Schwestern“ der Menschen mit einem ähnlichen Entwicklungsstand. Hatten die Lyrianer zwar schon weit vor der ersten Mondlandung der Menschen die beiden anderen Planeten ihres Sonnensystems als Lebensraum für sich entdeckt und besiedelt, so hatten sie doch erst nach den Erdmenschen begonnen, ihr Sonnensystem zu verlassen.

Mit den Jahren hat sich dank der Entwicklung immer neuer Antriebssysteme der Raumschiffe der Kontakt zwischen beiden intensiviert. Vor fünf Jahren waren dann die ersten regelmäßigen Raumschiffverbindungen zwischen Erde und Lyrian eingerichtet worden. Erste gemeinsame Unternehmen entstanden und auch der wissenschaftliche und kulturelle Austausch blüht. Beides wird nur von den beiden Regierungen eingeschränkt, die im jeweils anderen auch eine potentielle Bedrohung sehen. Wie zwei gleichstarke Brüder, die sorgsam darauf achten, dass der andere nicht zu mächtig wird. Und tatsächlich sind die Lyrianer und die Menschen der Erde wohl auch so etwas wie genetische Brüder, wie Captain Future und Prof. Simon bei einer wissenschaftlichen Exkursion festgestellt hatten – nämlich Kinder des untergegangenen Denebischen Reichs.

Die Ausstellung soll zwei Monate später nach Lyrian weiterreisen, um dort den Wissenschaftlern und Kunstexperten bei vergleichenden Studien der Kunstgeschichte von Erde- und Lyrianischer Kultur als Studienobjekte zu dienen. Speziell hierfür waren ein Dutzend  sonst der Öffentlichkeit nicht zugängliche Kunstwerke aus Privatbesitz zu dieser Sonderausstellung zusammengetragen worden.

Nach einigen längeren Reden wandern die Leute nun mit einem Glas französischen Champagner in der Hand den Bilder entlang. Die Lyrianer unterhalten sich besondere aufgeregt und stellen bei jedem Bild neue Parallelen zu Meisterwerken ihrer eigenen Malern fest.

Nur der kräftige Marsianer mit dem kantigen Gesicht bleibt stumm. Ihm sind die Lyrianer so gleichgültig wie die Menschen und die Kunstwerke. Farbkleckse und Striche auf Leinwand, wie kann man sich nur darüber so aufregen. Kunst – nein Kunst ist der Inhalt seiner kleinen Beutels den er unauffällig in der Innenseite seiner Sommerjacke versteckt hat. Ein breites Grinsen macht sich auf seinem Gesicht breit. Ihn interessiert nur eines der Bilder und als er es betrachtet, sieht er einen Haufen Geld und das riesige Labor, dass er sich dafür einrichten werden wird. Kleine technische Meisterwerke zu erstellen, dass allein interessiert ihn. Und wenn sein Verstand auch bei dem Verständnis von Humanoiden und ihren merkwürdigen Verhaltensweisen zu versagen schien, so macht ihm keiner etwas vor, wenn es um Nanokubernetik geht. Zum Ingenieurstudium hatte man ihn nicht zugelassen, man hielt ihn für nicht intelligent genug. Nun, mit dem Geld aus dem letzten Coup würde er sich ein Laboratorium errichten können, in dem er entwickeln kann wozu er Lust und Laune hat. Keine Chefs, keine Kollegen, keine stumpfsinnige Arbeit im Lager mehr. Vielleicht braucht er dann keinen dieser Menschen mehr zu begegnen, außer ein oder zwei Lieferanten natürlich. Eine Vorstellung, die seine Laune sichtlich hebt.

„Oh, gefällt Ihnen dieses Bild auch so sehr? Einfach genial diese Pinselführung, finden sie nicht“ stört ihn eine weibliche Stimme mit lyrianischem Akzent neben ihn. Der Marsianer nickt nur und spuckt unauffällig einen Kern hinter den Luftbefeuchtungskasten. Die Dame neben ihn hat es aber gesehen und blickt ihn vorwurfsvoll an. „Wie können Sie!“ Der Marsianer beugt sich herunter und murmelt etwas wie „Entschuldigung“. Er fasst in seine Beutel und holt sechs sehr kleine Gegenstände heraus. Vorsichtig setzt er sie in die Nähe der Öffnung, es dauert nur einen Moment. Dann tut er so, als würde er etwas aufheben und in seine Manteltasche stecken. Die Dame sagt „Gut so“.

Die sechs Gegenstände sehen wie sehr kleine Ameisen oder Wanzen aus und tatsächlich, sie fangen an sich in Richtung Öffnung zu bewegen und sind kurz drauf darin verschwunden ohne das jemand etwas bemerkt hat - kein Humanoid, keine Überwachungssystem. Und selbst wenn sie auf einer Überwachungskamera auftauchen würden, Insekten sind immer noch in New York eine wahre Plage. Der Marsianer platziert noch an fünf weiteren Stellen seine „Schützlinge“ und verlässt dann das Gebäude. Seine „Babys“ werden nun den größten Teil des Jobs für ihn übernehmen.


« Letzte Änderung: 8. November 2010, 23:16:00 Uhr von Mooncat »

Alles fließt  - Panta rhei (Heraklit)
Nichts in der Geschichte des Lebens ist beständiger als der Wandel. (Charles Darwin)
Wandel und Wechsel liebt, wer lebt. (Richard Wagner)
Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen. (Chinesisches Sprichwort)

Offline Johanna

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« Antwort #50 am: 9. November 2010, 14:14:01 Uhr »
Hi Mooncat,
die Spannung steigt! [electrified]
Ebenso wie meine Ungeduld!  [poke2]
Liebe Grüße  ;)
Johanna
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« Antwort #51 am: 7. Januar 2011, 10:19:29 Uhr »
 :-[
Hatte jetzt eigentlich keine so lange Pause eingeplant

Aber da außer Johanna  :-* auch keiner drängelt...  [snore]

Nein, natürlich bin ich nicht in Winterschlaf verfallen... 

aber irgendwie finde ich diesen Winter nicht beonders inspirierent - schließlich denke ich mir ja einen Spätsommerspaziergang unsers Traumpaars in New York aus. Da haben auch Audio-CD's und Bildbände über New York noch nicht wirklich geholfen. Und das mit der Zeitknappheit ist auch nicht zuträglich.  :-[

LG
Mooncat

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Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen. (John Lennon)

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« Antwort #52 am: 12. Januar 2011, 18:04:50 Uhr »
also....irgendwie ist hier ja zur Zeit insgesamt nicht viel los. Aber vielleicht habt Ihr ja ein paar Ideen was unser Traumpaar so alles bei einem Spaziergang in New York machen kann. Was könnte denn "Joan's New York" sein? Für Ideen bin ich offen - allerdings garantiere ich nicht dafür das ich alle übernehm.  ;)  ...falls überhaupt hier jemand was dazu posten will...  :'(

Central Park Spaziergang und Lokal gab's ja schon im Forum...

Liebe Grüße
Mooncat


Nachdem wir das Ziel endgültig aus den Augen verloren hatten, verdoppelten wir unsere Anstrengungen (Mark Twain)
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« Antwort #53 am: 12. Januar 2011, 21:22:23 Uhr »
 :D Auch wenn sehr ruhig, ......wir sind noch da.....
Leider haben die meisten, so wie ich und Joan viel um die Ohren.

Ähm...... tja......also......ich habe meine Ideen von 'Joans New York' in meiner Geschichte eingebaut. 
[nono] Verraten wird nix !
Geschrieben ist sie seit drei Jahren ...nur noch nicht überarbeitet. Mir fehlt einfach die Zeit.

Auch wenn Felixx, Johanna und ich ähnliche Einfälle haben.....die Stories sich irgendwie anlehnen..... kann ich meiner seits versichern, dass alles in meinem Teil auf meinem Mist gewachsen ist.

Nur nicht den Mut sinken lassen....New York ist groß.....*grins*.

Spacy
Zwei Dinge sind unendlich,das Universum und die Menschliche Dummheit,aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher. Albert Einstein

Begegnungen, die die Seele berühren, hinterlassen Spuren, die nie ganz verwehen.

Freunde sind Menschen die Deine Vergangenheit akzeptieren, Dich in der Gegenwart mögen und in Deiner Zukunft zu Dir stehen!

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« Antwort #54 am: 13. Januar 2011, 18:35:00 Uhr »
:D
Ähm...... tja......also......ich habe meine Ideen von 'Joans New York' in meiner Geschichte eingebaut. 
[nono] Verraten wird nix !
Geschrieben ist sie seit drei Jahren ...nur noch nicht überarbeitet. Mir fehlt einfach die Zeit.

Auch wenn Felixx, Johanna und ich ähnliche Einfälle haben.....die Stories sich irgendwie anlehnen..... kann ich meiner seits versichern, dass alles in meinem Teil auf meinem Mist gewachsen ist.


Jaja, Spacy, also wenn's noch nicht veröffentlicht ist kann ich auch nicht dazu wenn MIR Ähnliches erinfällt. Mal sehen....ich hoffe doch das ich es schaffe VOR Dir zu posten... ;D

 [work]


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« Antwort #55 am: 13. Januar 2011, 19:46:43 Uhr »

Zitat
Jaja, Spacy, also wenn's noch nicht veröffentlicht ist kann ich auch nicht dazu wenn MIR Ähnliches erinfällt. Mal sehen....ich hoffe doch das ich es schaffe VOR Dir zu posten... ;D

Ich sagte ja......wir ticken manchmal gleich. Warum sollte es dir anders gehen, als Johanna, Felixx oder mir?!
Wir träumen alle den gleichen Traum!
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« Antwort #56 am: 15. Januar 2011, 22:20:10 Uhr »
Na dann mal los..... wir warten..... ;)

felixx
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Offline Mooncat

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« Antwort #57 am: 16. Januar 2011, 22:16:48 Uhr »
Na dann mal los..... wir warten..... ;)

felixx

Ist in Arbeit, das nächste Teilchen steht schon im Entwurf, jetzt kommen noch ein paar kleine Änderungen (Thanks @ Johanna) und dann sollte ich es sehr bald posten können.

 [work] [work] [work]


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Offline Mooncat

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« Antwort #58 am: 17. Januar 2011, 16:47:47 Uhr »
here we go:

Es ist späterer Vormittag als ein Pärchen Arm in Arm durch die Straßen des westlich-südlichen Manhattans, früher bekannt als Soho und Greenwich Village, schlendert. Ganz im Gegenteil zu Midtown und dem ehemaligen Financial District sind die Häuser an den meisten Nebenstraßen nicht höher als sechs Stockwerke. Die Straßen sind meist von ein bis zwei Baumreihen, manchmal auch Baumgruppen gesäumt. Anders als in den Hochhausschluchten von Midtown kann so die Spätsommersonne an vielen Stellen zwischen den Häusern hindurch auf die Straßen und auf das mal emsige mal geruhsame Treiben dort fallen. Viele Menschen hasten eilig um unser Pärchen herum. Andere scheinen genauso wie dieses Pärchen hierher gekommen zu sein, um durch die Straßen zu spazieren und ein paar freie Stunden zum gemächlichen Einkauf zu nutzen oder um einfach so die Zeit zu genießen.

Sowohl die Frau als auch der Mann sind beide jung und attraktiv, aber das ist auch das einzig ein wenig Auffallende an ihnen. Der Mann, schwarzhaarig und hochgewachsen, hat seinen Arm um seine blonde Begleiterin gelegt. Nahezu an jeder Ecke der Straße stehen mobiler Händler, die Spezialitäten zum Essen und Trinken aus allen Ecken der Erde und des Weltalls anbieten. Und so ist ein Spaziergang durch diese Straßen wie ein Geruchsreise durch die ganze von den Menschen bewohnte Welt. „Riecht das nicht herrlich hier!“ sagt die Frau zu dem Mann. „Da bekomme ich gleich wieder Hunger! Lass uns mal dies hier probieren!“ ergänzt sie und geht zielstrebig auf einen der Händler zu.  Der Verkäufer bietet Ihnen eine seiner Spezialitäten an, einen gegrillten marsianischen Krabbenspieß der auf einem besonders großem Chicoree-Blatt mit einer Sauce gereicht wird. „Gesundheit die schmeckt“ preist der Verkäufer seine Ware an. Die junge Frau nickt kurz und reicht dem Händler Geld und erhält zwei Chicoree-Schiffchen mit Spieß. „Das MUSST Du kosten, Curtis!“ und reicht ihm eine Portion. „Rate mal aus was die Sauce gemacht ist.“ Der junge Mann zögert kurz, aber dann taucht er eine marsianische Krabbe in die Sauce ein. Er probiert – und lächelt. „Hmmm…ja sehr lecker! Aber Joan, gesund- nu ja, ich schmecke neben Olivenöl, einigen Kräuter und etwas Seealge auch noch einen Schuss guten alten irdischen Cognacs!“ Joan lacht „Gratulation! Du bist ja ein richtiger Feinschmecker! Aber weißt Du, Ezra würde den Cognac wohl für die einzige gesunde Komponente des Essens halten…“

Während sie die restlichen Krabben essen, beobachten sie einen Mann mittleren Alters, der aus einem Laden in die Mitte der Straße geht und einen „SlowMoCad“ mit Einkauftüten belädt. Der SlowMoCad – wie die New Yorker ihr Gefährt liebevoll-spöttisch getauft hatten - erinnert ein wenig an einen zu klein geratener, schleichender Einkaufswagen (Caddy). Er wird elektrisch betrieben und fährt nicht schneller als 15 Stundenkilometer – was ihm schnell nach seiner Einführung den „Vornamen“ Slow Mo – Slow Motion einbrachte. Es ist das einzige in diesen Straßen zugelassene Gefährt zur Fortbewegung. Der Mann, ein nicht unattraktiver Erdmensch und wie ein Banker gekleidet, lässt einen Sitz für sich ausfahren, setzt sich hinein und weißt auf der Displaykarte in seiner Sitzlehne dem Gefährt seine Zieladresse mit einem Fingertippen zu. Daraufhin setzt sich das Gefährt ganz langsam in Bewegung und folgt dabei unsichtbaren Linien in der Mitte der Straße.

Joan und Curtis sehen dem Mann ein wenig in Gedanken versunken nach. Doch als Joan ihre letzte Krabbe verspeist hat, beginnt sie wieder damit Geschichten über die Straßen, Häuser und ihre Bewohner und über die Läden und ihre Besitzer zu erzählen. So manches sind Geschichten, die ihr Sarah Hastings vom Ordnungsdienst erzählt hat. "Sarah weiß alles über diese Stadt“.  Joan erzählt mit hörbarem Stolz in der Stimme über „ihr“ New York. „Ist das nicht herrlich hier, Curtis! Mitten in New York und doch hat das Ganze etwas Dörfliches!“ Sie zeigt auf die Gebäude vor ihnen „Schau Dir all diese Gebäude an, sie sehen alle aus wie aus dem 20ten und 21ten Jahrhundert! Das gilt für die ganze Gegend hier im westlichen Manhattan. Alles südlich von Midtown und bis zum ehemaligen Financial District. Das was wir heute Southwest Village nennen.“

„Weiß Du, nach der großen Welle hat man eine Bauvorschrift eingeführt, die bestimmt, dass von den noch stabilen Gebäuden zumindest die Fassaden erhalten bleiben müssen.“ Fährt Joan mit ihrem Vortrag fort „Und neue Gebäude – wie das hier links – müssen äußerlich an die vorhandenen historischen Bebauung angepasst werden. Und dies gilt immer noch, nach alle der Zeit! In der King Street zum Beispiel sind fast alle Gebäude in den letzten Jahren saniert oder neu errichtet worden, aber es wirkt, als hätte es dort schon immer so ausgesehen! Lieder habe ich nur selten Zeit genug, einmal all die interessanten neuen Bekleidungsgeschäfte dort zu durchstöbern. Das hatte ich mir eigentlich für heute vorgenommen...“ Curtis, der das Universum durchreist hatte, war allerdings bis zu diesem Augenblick noch nie mit einer Erdenfrau Shoppen gewesen, und so antwortet er sorglos auf Joans Bemerkung: „Nun, es gibt keinen Grund warum wir das jetzt nicht zusammen machen können! Schließlich ist es Dein Geburtstag!“ Joan strahlt ihn an. „Aber vorher gehen wir noch an der nächsten Ecke in die kleine Galerie und dann machen wir noch kurz Rast in meinem Lieblingspark bei dem Denkmal für die Opfer der großen Welle.“

Ende des letzten Jahrhunderts hatte ein Tsunami große Teil der Nordamerikanische Westküste zerstört. Auch New York war nicht verschont geblieben. Nach der großen Welle, die trotz Warnung viele hundert Tote gekostet hatte, stand die Stadt wochenlang meterhoch unter Wasser. Danach erwies es sich, dass nicht jedes Gebäude und jedes Hochhaus so stabil war wie gedacht, so manches Gebäude schien wie auf Sand gebaut. Aber die New Yorker nutzen wieder einmal die Katastrophe als Chance. Als Chance Ihre Stadt nicht nur an vielen Stellen neu aufzubauen sondern städteplanerisch neue, zukunftsweisende Wege zu gehen.

In Midtown und anderen Gegenden entstanden neue Hochhausschluchten, allerdings war die Gestalt der Hochhäuser nicht mehr nur Ergebnis von architektonischem Ideenreichtum und funktionellem Anforderungen, sondern Gebäude und Straßenaufbau mussten sich nach den Vorgaben der Kleinklimamodelle der Stadtplaner richten. Die Straßen selber wuchsen auch in die Höhe. Nach Einführung der Gleiter entstanden durchsichtige Hochstraßen auf verschiedenen Ebenen nur für den Gleiterverkehr und die Hochhäuser erhielten Parkplatzetagen und ganze Stockwerke wurden zu luftigen Eingangsbereichen von Geschäften. Verwaltungsgebäude haben zumeist ihren Park- und Eingangsbereich auf dem Dach.

Die ebenerdige Straßen gehören aber auch hier den Fußgängern. An manchen Stellen sind Laufbänder in die Straße eingelassen, Rolltreppen führen zu den U-Bahn-Eingängen, die man wieder aufgebaut hat. Und es gibt seit den Zeiten nach der „großen Welle“ die SlowMoCads – die „schleichenden Einkaufswagen“ -  für den „kleine“ Transport innerhalb Manhattans.

Als sie am Denkmal vorbeigehen sagt Joan: „Du weißt sicher, wie es kommt das trotz der Zerstörung damals New York Hauptstadt wurde?“ Ohne auf eine Antwort zu warten fährt sie fort: „Früher war die USA DIE Weltmacht  und New York DIE Boomtown der Erde. Aber auch schon vor der großen Welle hatten bereits die asiatische Staaten uns längst auf die Plätze verwiesen. Der Financial District verlor an Bedeutung, der Puls der Weltwirtschaft war längst auf anderen Kontinenten stärker zu spüren. Aber nach der großen Welle hatten die New Yorker die Zeichen der Zeit erkannt und gaben  den United Nations mehr Platz und ganz neue Gebäude.  Damit wuchs New York immer mehr in seine neue Funktion als politische Hauptstadt der Welt. Als dann die Staaten der Erde sich enger zusammen schlossen, änderte sich dieses nicht, im Gegenteil! New York - die Stadt, die aus Katastrophen immer gewandelt und gestärkt hervorging. Die Stadt, in der Menschen aus allen Erdteilen und später auch von allen bekannten Planeten sich nieder ließen. Welche andere Stadt auf der Erde repräsentiert auf kleinstem Raum so sehr die Erde und die anderen Planeten mit all ihren vielfältigen Kulturen? Welche andere Stadt als New York hätte sich wohl besser als Hauptstadt der Vereinigten Planeten geeignet?“ Keine, davon war Joan überzeugt.

 „Hörst Du mir überhaupt zu?“ fragt Joan ihren Begleiter plötzlich. Curtis bleibt stehen, lächelt und schaut sie an. „Ja das tue ich. Sogar sehr gerne!“ „Wirklich?“ fragt Joan etwas verlegen. Joan hat mit solcher Begeisterung von ihrer Heimatstadt erzählt, dass sich ihren Wangen gerötet haben. Ein Sonnenstrahl fällt auf Joans Haar und es leuchtet wie Gold. Curtis kann nicht widerstehen, er streicht sanft über ihre Haarsträhne. „Ja, vor allem liebe ich es Dich anzusehen. Ich liebe das Strahlen in Deinen Augen, das Rot auf Deinen Wangen wenn Du aufgeregt bist und es ist mir egal, dass Du mir Dinge erzählst, die ich zum großen Teil schon kenne.“ denkt sich Curtis. Aber statt etwas zu antworten zieht er sie sanft näher an sich heran und küsst sie zärtlich und lange. Bis ein Geräusch aus dem Gebäude rechts neben ihnen zu hören ist. Beide schauen hoch in die Richtung aus der das Geräusch gekommen ist. Ein ältere New Yorkerin hat die beiden aus ihrem Fenster beobachtet und - applaudiert! Joan und Curtis schauen sich an und müssen laut lachen.
« Letzte Änderung: 1. Juli 2011, 14:41:24 Uhr von Mooncat »

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« Antwort #59 am: 18. Januar 2011, 00:11:51 Uhr »
Ezra kommt gerade aus dem Präsidialgebäude zurück und betritt erneut den Konferenzraum, der als Krisenzentrum dient. Nur Mathey ist außer ihm da, die anderen seiner Leute sind noch unterwegs. Schlechtgelaunt lässt er sich in einen der Konferenzsessel fallen und brummt ein "Hallo Mathey" vor sich hin. Ezra weiß, es sind wertvolle Stunden vergangen in denen sie anscheinen keinen einzigen kleinen Schritt voran gekommen sind. Die Diebesbande würde nicht mehr lange warten, wenn sie nicht schon in Aktion waren! "Es ist zum Mäusemelken" denkt sich Ezra und stößt eine leisen Seufzer aus.

Das Präsidialgebäude war ein glatter Reinfall. Denn das Ausstellungsstück war doch tatsächlich auf dem Weg in ein Gewässer gefallen. Und dummerweise stellte sich dabei heraus, dass das Kunstwerk nicht wasserfest war. Es hatte sich einfach im See in seine Bestandteile aufgelöst! Ezra hatte sich bei dieser Nachricht das Lachen kaum verkneifen können.

Die ganze Riege der Diplomaten und Berater schwirrten wie aufgescheuchte Bienen durch die Gänge und versuchten politischen und sonstigen Schaden für den Präsidenten und alle Beteiligte abzuwenden. Bald würde keiner mehr verhindern können, dass diese Nachricht in allen Fernseh- und sonstigen digitalen Newskanälen läuft. Raumschiff- oder Flugzeugabsturz und Verbrennen- das könnte man verkaufen. Aber auflösen! Man muss dringend ein Konzept erarbeiten, wie man die Nachricht veröffentlich kann, ohne das gleich alle Beteiligten - und das waren viele - vor der Öffentlichkeit als vollendete Idioten dastehen. Wenn nun auch noch eine Diebesbande die Weltraumpolizei und damit die Regierung vorführen würde, nicht auszudenken!

Ezra ruft auf dem Monitor die Zwischenberichte seiner Mitarbeiter ab. Nichts! Nichts was einer heißen Spur auch nur nahe kämen. Ezra atmet tief ein und aus um sich zu beruhigen und geht im Kopf noch einmal die Fakten durch:

"Michelle berichtet kurz, dass die Kunstwerke mitten auf dem Laufsteg der Modenschau stehen, auf der noch bis in die Nacht hinein verschiedene Kollektionen der namhaften New Yorker Designer gezeigt wurden - unter der wachsamen Beobachtung von 20 Webcams und drei Fernsehkameras und im Blitzlicht der Kameras einiger hundert Besucher. Nun DAS traute er der Diebesbande nun nicht zu....oder gerade doch?

Lenar hatte das Kubick-Museum informiert. Das Wachpersonal war verdoppelt worden. Allerdings waren auch hier alle Kunstgegenstände über eine kostenpflichtige Webside ständig online sichtbar - dreidimensional! Mathey hatte bereits eine Verbindung zu den Cam-Bilder in den Konferenzraum erstellt. Wenn dort etwas geschehen würde, würden sie es also live sehen! Oder auch nicht...

Und von den anderen kam noch weniger Aufschlussreiches - Gefahr erkannt, Wachpersonal verstärkt, keine Hinweise auf verdächtige Veränderungen...

Mathey's Funde hatten ihnen bisher keine weitere Information liefern können. Ich habe doch eine Übersichtsliste der Fundstücke mit genauen Darstellungen an Professor Simon geschickt, der müsste doch langsam etwas dazu sagen können" denkt sich Ezra und öffnet einen Visorkanal zu Mondbasis.
« Letzte Änderung: 18. Januar 2011, 23:23:31 Uhr von Mooncat »

Ich mag keine unordentliche Ordnung, Chaos ist mir lieber, da finde ich mich besser zurecht (Mooncat)