Autor Thema: Was wäre wenn?  (Gelesen 9761 mal)

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Was wäre wenn?
« am: 4. Oktober 2008, 00:43:30 Uhr »
Noch eine kleine Fortsetzungsgeschicht. ( Damit Felixx vielleicht auch mal zweigleisig fahren kann  [peepwall] )
Dann mal ran an die Bulette, die Herrschaften!
Btw, ich lebe noch und wer einen Rechtschreibfehler findet...ihr wisst schon...könnt ihr behalten! Viel Spass!

Joan lag da und horchte auf ihren Atem.  Ihr Brustkorb hob und senkte sich, schmerzhaft, gleichmäßig. Sie lag da im hohen Gras und hörte das Rauschen des Windes, das über die Baumkronen stricht. In der kalten Luft schlug sich ihr Atem nieder, gleichmäßig und ruhig. So ruhig es ging, Ruhe bewahren, wie sie es gelernt hatte. Wie lang sie da lag, wusste sie nicht, nur, dass sie sich nicht bewegen konnte. Flach auf dem Rücken lag sie da, tief im hohen Gras. Allein.
Schmerzen hatte sie nicht, ihr Körper blendete sie aus, konzentrierte sich auf das Wichtigste. Zu überleben. Warmes Blut sickerte langsam durch die Uniformjacke, das spürte sie. Es war der Schuss in die Leistengegend, der sie aus der offenen Tür des Raumfrachters katapultiert hatte. Irgendwo hinein in die Einöde des Planeten Thulyd. Er war nicht tödlich gewesen, nicht sofort, doch auf lange sicht, war es nur noch eine Frage der Zeit.
Sie schloss die Augen und atmete tief ein. Kämpfte gegen das hilflose Gefühl des Ausgeliefertseins, spürte die Kälte in ihren Körper kriechen. Joan schloss die Augen, schluckte die Tränen der Ernüchterung hinunter und dachte an den Augenblick des Unfalls.
Ein Geschoss aus der Protonenpistole des Anführers der Horde von Theldern hatte sie in die rechte Seite getroffen, bevor sie in Deckung gehen konnte und sie stürzte aus der zuvor halbzerschossenen Luke des Frachters. Sie sah noch, wie der hochgewachsene, rothaarige Mann nach ihr greifen wollte. Sie sah sein erschrockenes Gesicht,  seine weit aufgerissenen Augen vor sich. Dass ihr zweites Aufeinadertreffen so enden würde hätte sich nicht gedacht.
Joan schlug die Augen auf, es durfte nicht vorbei sein.
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Re: Was wäre wenn?
« Antwort #1 am: 6. März 2009, 19:08:57 Uhr »
Angestrengt lauschend lag sie da. War da nicht ein Geräusch ? Oder spielten ihr ihrer Sinne einen Streich ? Irgendjemand musste sie finden, irgendwer.... egal, Hauptsache ein menschliches Wesen, dass ihr freundlich gesonnen war.
Sie bemühte sich tief einzuatmen und um Hilfe zu rufen. Aber es blieb bei dem Versuch. Ihre Bemühungen lösten in ihrer Seite heftige Schmerzen aus, die ihr das bisschen Luft in ihrer Lunge raubten. Hustend, unfähig die Hände auf die Wunde zu pressen, lag sie da. Langsam kroch die Panik in ihr hoch. 'Du musst Ruhe bewahren. Du schaffst es. Man wird dich finden.' Ihre Gedanken überschlugen sich. Sie erinnerte sich an ihre Freunde. Lachend saßen sie am Strand. Ein paar Wolken zogen vereinzelt über den blauen Himmel. Joan drehte sich um. Eben noch am Strand, stand sie jetzt auf einer großen Wiese. Auf der anderen Seite stand das Haus ihrer Freundin. Sie lief los und stürzte stolpernd in die Tiefe. Eine endlose Tiefe. Plötzlich ein Ruck und über ihr entfaltete sich etwas knisternd. Nach oben schauend, stellte sie fest, das sich ihr Fallschirm völlig tatenlos und einwandfrei geöffnet hatte. Ihr Ausbilder würde zufrieden sein. Ein Wecker rasselte blechern. Gerade, als sie sich ihm zuwandte, verschwamm er und wurde zu dem Gesicht ihres Vaters. 'Joan,Joan...komm schon wach endlich auf. Du kommst zu spät zur Vorlesung.'
Verwirrt riß Joan die Augen auf. Es war dunkel geworden. Sie musste Stunden bewusstlos gewesen sein. Der hohe Blutverlust machte ihr schwer zu schaffen. Fürchterliche Schmerzen fraßen sich brennend durch ihren Körper. In ihrem Kopf pochte es. Ihre Zunge lag trocken und geschwollen in ihrem Mund.
'Sei doch ehrlich zu dir, Joan. Das war es. Niemand findet dich hier auf Thulyd. Du kannst genauso gut wieder einschlafen, dann hast du es hinter dir.'
Resigniert schloß Joan die Augen. Das Gesicht eines großen, rothaarigen Mannes schlich sich in ihr Bewusstsein.
Sie riß erneut die Augen auf. Nein, sie wollte leben. Sie wollte leben für ihn.
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Re: Was wäre wenn?
« Antwort #2 am: 6. März 2009, 19:11:11 Uhr »
Im Laderaum des thelderianischen Frachters ging es heiß her.
Curt Newton, den alle im System unter dem Namen Captain Future kannten, verbag sich hinter einem alten rostigen und verbeulten Container. Nur knapp war er den Schüssen entkommen, die die Thelder auf sie abgefeuert hatten.
Auf sie, das hieß, auf ihn und die junge Geheimagentin, der er zu seiner Überraschung hier an Bord begegnet war. Vor seinen entsetzten Augen, wurde sie von einem Protonenstrahl getroffen und stürzte aus der Luke. Zwar wollte der Captain noch nach ihr greifen, verfehlte sie aber um wenige Zentimeter. So konnte er nur hoffen, das diese mutige Frau, den Absturz überlebte. Auf Megara gefiel ihm schon ihren Unerschrockenheit, obwohl es Curt Newton lieber gewesen wäre, sie nicht hier zu treffen. In seinen Augen, war das kein Job für eine zierliche Frau wie sie. Dennoch freute es ihn, wenn auch unter merkwürdigen Umständen, sie wiederzusehen.
Er spürte einen Kloß in seinem Hals. Nein, sie durfte nicht tot sein.
Ein zischender Strahl fauchte über seinen Kopf hinweg. Beinahe wäre er getroffen worden. Verdammt, was war los mit ihm. Schon oft war er in Schießereien verwickelt worden, aber noch nie ließ er sich durch irgendetwas ablenken.
Fast benommen, schüttelte Curt seinen Rotschopf, um den Kopf klar zubekommen. Er hechtete aus seiner Deckung heraus und feuerte noch im Flug. Gekonnt rollte er sich ab und nutzte einige aufgestabelte Fässer, um dahinter zu verschwinden. Zwei der Thelderner schlichen sich an ihn heran. Beide bemerkten, für sie zu spät, dass Curt um die Tonnen gekrochen war und mit einem kräftigen Stoß, diese zum Kippen brachte. Laut scheppernd fielen sie auf sie herab und begruben die Männer. Gleichzeitig feuerte der Captain mit beide Protonenpistolen. Ein weiterer Gegner wirbelte getroffen um seine eigene Achse und blieb für immer liegen. Im Hagel der gegnerischen Schüsse, sprang der große Abenteurer durch die Schleuse des Frachtraums, in den Korridor und verschloß diese eilig. "So, das wird sie eine Weile beschäftigen." murmelte er vor sich hin und machte sich daran weiter ins Raumschiff vorzudringen.
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Re: Was wäre wenn?
« Antwort #3 am: 6. März 2009, 19:11:55 Uhr »
Curt schlich den Gang hinunter, in die Richtung, in der er das Kontrollzentrum des Frachters vermutete. Leise, darauf bedacht seine Schritte jederzeit anzuhalten, tastete er sich langsam an der Wand entlang. Die massive Schleusentür des Frachtraums würde nicht ewig den Anstürmen der Thelder widerstehen. Bald würde er sie wieder an den Fersen haben und er konnte es sich nicht vorstellen, dass sein Eindringen in die inneren Gänge unbemerkt blieb.
Ein weiter kreisrunder Raum eröffnete sich vor ihm. Aufmerksam lugte Curt Newton hinein. Etwa zwölf weitere Gänge zweigten sich von diesem ab. In der Mitte ging eine spiralförmige freitragende Wendeltreppen nach oben, so wie auch nach unten.Es sah aus, als habe man eine riesige Schraube in diese Halle gedreht. Niemand war zusehen.
"Merkwürdig," murmelte der rothaarige Weltenbummler. Vorsichtig betrat er die freie Fläche, angespannt lauschend und sofort bereit mit einem Sprung in Deckung zu gehen.
Aber nichts geschah.
Um sich selbst drehend, versuchte er sich zu orientieren. Er stand jetzt an der Treppe und schaute durch die offenen Gitterstufen nach unten. Entschied sich jedoch, für den Weg nach oben. Das Kontrollzentrum musste weiter oben liegen. Schon deshalb, um das unförmige Schiff besser überblicken zu können. Immer zwei Stufen überspringend lief Curt die Windung hinauf. Mit der rechten Hand faste er nach dem Geländer und zog sich schwungvoll daran hoch. Drei Etagen und er war am oberen Ende der Treppe. Nur ein Gang schloß sich ihr an. Gerade als er die letzte Stufe erreichte, hörte er hastige Stritte auf sich zu kommen. Nervös blickte der Captain sich um. Keine Möglichkeit sich hier zu verstecken.
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Re: Was wäre wenn?
« Antwort #4 am: 6. März 2009, 19:12:33 Uhr »
Die Dunkelheit machte Joan zusätzlich schwer zu schaffen. Überall raschelte es, was sehr auf wilde Tiere schließen ließ. Inbrünstig hoffte sie, es waren keine Fleischfresser. Ein lautes Brüllen ließ sie zusammen fahren. Was ihrem Körper einen scharfen Schmerz bescherte. Das ungewollte Stöhnen, dass über ihre Lippen kam, hörte sich unmenschlich an, wofür sie sich selbst scheltete, denn das Rascheln kam näher. Ein schnüffelnder riesiger Schatten näherte sich ihr. Sie konnte nicht verhintern, dass ihr der Angstschweiß ausbrach.
Jetzt konnte sie die Kreatur sehen, die sich an sie anschlich. Es war ein Bantou, ein thulydianisches Raubtier mit messerscharfen Zähnen, halb Wolf und halb Bär, der im entferntesten einem Säbelzahntiger der terranischen Vorzeit ähnelte.
Das Tier hatte ihr Blut gewittert und erkannte darin leichte Beute. Mit geschmeidigen Bewegungen kam es auf die junge Frau zu, als habe es bemerkt, dass ihm seine Beute nicht entkommen konnte.
Joan schluckte trocken. Sie war sich ihrer Lage bewusst und versucht krampfhaft sich zubewegen. Außer erneuten Qualen brachte es ihr nichts ein.
"Das ist also mein Ende. Ich werde nicht langsam verbluten, sondern bei lebendigem Leib gefressen. Noch besser kann es nicht mehr kommen!" Dachte sie sarkastisch und schloß in panischer Angst fest ihre Augen, um den Schmerz der Bisse zuerwarten. Sie spürte und roch den Atem des Tieres. Ihr Herz drohte ihr aus der Brust zuspringen.
Ein Luftzug strich über sie und der Bantou schrie brüllend neben ihr auf. Mit einem dumpfen Geräuch fiel der Körper zu Boden und Joan riss überrascht die Augen auf. In dem leblosen Schatten ragte ein langer Schaft zum Himmel. Schritte kamen auf sie zu.
Schritt..., erleichtert säufzte sie, um einen Moment später vor Schreck zuerstarren.
Es war ein Trupp thulydianischer Eingeborene, von denen sie zwar schon gehört, sie aber auch wusste, dass diese Wesen als gefährlich galten.
Einer der nächtlichen Jäger stieß sie mit der Spitze seines Speeres an. Joan sog scharf die Luft ein, was sie husten ließ. Wieder brannte der Schmerz in ihr und trieb ihr Tränen in die Augen. Jemand beugte sich über sie und knurrte etwas in einer Sprache, die sie nie zuvor gehört hatte. Sie versuchte zu sprechen, aber alles was ihr gelang, war ein Wispern. "Ihr seid hoffendlich nicht hier, um das Tier mitzunehmen und mich liegen zulassen." Der junge Jäger erschrak, über die auch für ihn ungewohnten Laute der Frau. Er hatte sich schnell wieder unter Kontrolle und stieß ein kehliges Lachen aus, dann wandte er sich zu seinen vier Kameraden um und knurrte etwas zu ihnen. Ein protestierentes Gemurmel wurde laut. Der junge Jäger deutete auf Joan und brummte. Seine Laute hörten sich für sie ärgerlich an und Joan schloß daraus, das er ihr Anführer war. Langsam setzten sich die Männer in Bewegung. Äußerst unsanft wurde die Agentin an den Armen und Beinen gepakt und hoch gehoben. Sie schrie hell auf und verlor durch den dabei entstandenen Schmerz das Bewusstsein.
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Re: Was wäre wenn?
« Antwort #5 am: 6. März 2009, 19:13:25 Uhr »
Langsam rückwärts nach unten ausweichend zog Curt seine Waffen, um sich den Weg frei zuschießen. Er hoffte, das die Kante der Treppe ihm den nötigen Schutz bot. Fest umschloßen lagen die Protonenpistolen in seinen Händen. Angespannt erwartete er den Feind.
Eine schlanke hellhäutige Person erschien aus dem Gang und rief bei seinem Anblick,"He ...Chef, du willst doch nicht auf mich schießen!" Amüsiert blitzte es in den schmalen grünen Augen.
Erleichtert ließ Curt Newton die Waffen sinken, fragte dann aber erstaunt, "Otho, wie kommst du hier her?"
"Ich sah dich in diesen klapprigen Frachter verschwinden und beschloss, dir zu folgen. Bei allen Raumdämonen. Dachtest du, du könntest alleine den Spaß haben?! Ich war mir sicher, dass du zum Kontrollzentrum kommen würdest und habe dir schon mal die Arbeit mit dem Personal abgenommen. Das Schiff fliegt mit Autopilot in Richtung dem Dargura System. Es schien mir am sichersten, da es auf diesem Kurs Tage braucht, um einen Planeten zukreuzen."
Captain Future kam die Treppe hinauf seinem Freund entgegen. "Sehr gut, aber wir müssen auf dem schnellsten Weg zurück nach Thulyd."
"Was??? Aber von da kommen wir doch. Was willst du da? Wenn die Thulyder den thelderianischen Frachter sehen, werden sie das Feuer auf ihn eröffnen. Sie denken sicher, die Horde kehrt zurück, um sich noch mehr ihrer Vorräte zustehlen."
"Egal, wir müssen zurück. Joan war an Bord und...." Der Androide unterbricht ihn erstaunt. "Joan? Sie war an Bord? Wie meinst du das, Chef?"
"Wenn du mich hättest ausreden lassen, wüßtes du es schon," knurrte der rothaarige Mann gereizt. "Sie war im Lagerraum und wir gerieten unter Beschuß. Die Thelder öffneten die Ladeluke und wollten uns einschließen, um uns beim Austritt aus der Atmosphäre die Atemluft zuentziehen. Joan gelang es, zu den Schließkontrollen neben der Luke zukommen. Aber ein Strahl traf sie und sie stürzte hinaus. Ich konnte es nicht verhintern. Zwar versuchte ich es, verfehlte sie aber. Sie muss noch im Fallen auf den Schalter geschlagen haben, denn die Luke verschloß sich. Ich musste mir den Weg in den Korridor erkämpfen und schloß einen Teil der Besatzung, die in Laderaum waren ein. Es sind noch etwa sieben von ihnen am Leben und sie werden bald hier sein," berichtet der Abenteurer seinem Gefährten und setze seinen Weg in die Komandozentrale fort. Otho folge ihm. "Das ist natürlich ein Grund zurück zu fliegen. Glaubst du, sie hat den Sturz überlebt?" Ein heißer Stachel der Ungewissheit bohret sich in Curt und er blieb seinem Freund die Antwort schuldig. Er begann zu laufen.
Das war Otho Antwort genug und er beeilte sich mit seinem Zögling Schritt zuhalten.
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Re: Was wäre wenn?
« Antwort #6 am: 6. März 2009, 19:15:02 Uhr »
 ;D ;D ;D Jetzt bist Du dran Jimmy.  :P
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Re: Was wäre wenn?
« Antwort #7 am: 17. März 2009, 22:49:06 Uhr »
Erschrocken setzten die Eingeborenen die Agentin wieder ab. Der Anführer betrachtete die Bewußtlose wanderte mir seinen Augen über ihren Körper. Er hatte nicht gedacjht, dass sie so schwer verletzt war. Diese Terraner schienen wirklich so zerbrechlich zu sein, wie alle immer behaupteten. Und dann sah er den kreisrunden Fleck aus Blut, der ihre Uniformjacke getränkt hatte. Er blickte sich um, sammelte vom Boden etwas Leandermoos und presste es auf die Wunde. Wie von Geisterhand verschloss diese sich.
Das Mädchen stöhnte auf, war jedoch immer noch bewußtlos. Tandar, der Anführer der Gruppe, löste den Druck etwas mit dem er das Moos auf die Wunde gedrückt hatte und beobachtete wie Tjodor durch die Haare der Gefangene griff.
"Fass sie nicht an!" fauchte er. Solche hellen Haare gab es nicht unter den Eingeborenen von Thulyd. Zwar waren sie von menschlicher Gestalt, doch ihre Haut wardunkel, fast olivfarbend und ihre Haare schwarz wie Pech.
"Sie sieht aus wie ein Geist." sagte der verdutzte Tjodor, wickelte sich eine Strähne von Joans Haar um den Finger und riss es mit einem Ruck heraus.
"Riech mal, wie es riecht nach Allesim und so weich," er hielt Tandar die Strähne hin.
"Hast du nicht gehört was ich dir gesagt habe, Cousin? Du sollst sie nicht anfassen."


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Re: Was wäre wenn?
« Antwort #8 am: 17. März 2009, 22:54:21 Uhr »
Im Kontrollraum angekommen schaute sich Curt hastig um. Er erfaste die Anzeigen der Kontrolltafeln und erblickt fünf festverschnürrte Thelder in einer Ecke. Drei von ihnen schwebten im Land der Träume, während ihre Kompanen ihn, mit hassglühenden Augen, anfunkelten.
Curt beachtete sie nicht weiter, sie waren gut verwahrt und konnten ihm der Zeit nicht gefählich werden. Schnell schritt er zum Steuerpult und laß die Koordinaten ab. Mit ein paar Tasten änderte der Captain den zuvor von Otho eingestellten Kurs und zwang das klapperige Frachtschiff in einen engen Bogen und erhöhte die Geschwindigkeit. Quietschend und stöhnend wehrte sich das Schiff. Es klang, als ob es jeden Träger und Querstrebe verbog, um nicht dem Befehl zufolgen.
"Chef, heiliger Weltraumkobold, das ist nicht die 'Comet'! Wenn diese Rostlaube in sich zusammen fällt, kannst du Joan auch nicht mehr helfen," entfuhr es dem Androiden erschrocken. Der Blick, den er sich einfing, ließ ihn einen weiteren Kommentar verschlucken. Inständig hoffte Otho, dass sein Freund wusste, was er da tat.

Unterdes fluchte Usercon D'jog,"Ihr faulen Hunde! Wie lange braucht ihr, um dieses Schott zuöffnen?! Da ist ja meine alte Mutter mit einer Rojah (einer Art thelderianischen Stricknadel) schneller als ihr!" Wütend trat der thelderianische Frachterkapitän gegen die Wand. "Dann versuch Du es doch, Usercon." Maulte einer seiner Leute zurück und fand sich Kinn haltend in der nächsten Ecke. "Hat sonst noch einer was zu sagen?" knurrte D'jog. Kopfschüttelnd machten sich die anderen wieder an die Arbeit, Millimeter für Millimeter das extra verstärkte Schott mit den Schweißbrennern zuöffnen.
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Re: Was wäre wenn?
« Antwort #9 am: 17. März 2009, 23:09:54 Uhr »
Als Joan wieder langsam zu sich kam, war sie auf eine Bahre gelegt worden, die die Eingeborenen aus ein paar jungen Ästen und Flachs, was am Wegesrand wuchs zusammen gebaut hatten.
Immer noch nicht ganz bei Sinnen umspülte sie ein warmes Gefühl von Geborgenheit, wie damals, als sie beim Eisangeln ins Eis eingebrochen war und ihr Vater nach ihr gegriffen und herausgezogen hatte. Und dann war es wieder da: das Aufblitzen der thulydrischen Strahlenwaffen, der scharfe Schmerz in ihrere Leistengegend,der Rückstoß, der sie aus dem Frachter katapultierte und der entsetzte Blick des Rothaarigen.
Ruckartig richtete sie sich auf und brachte die Träger der Bahre damit aus dem Gleichgewicht. Sie schwang ihre Beine über den Rand der Trage, war auf den Beinen und lief los.
Da war die Kraft, die ihr vorhin gefehlt hatte, die Kraft, die ihr Jahrelang antrainiert worden war. Schneller zu laufen als alle Verfolger, flinker zu sein, als alle anderen.


Tandar hielt seinen Cousin zurück, der dem Mädchen hinterher laufen wollte.
"Sie kommt nicht weit," sagte Tjodor verärgert." Ohne Waffen in der Steppe, keine Verpflegung und bei dem Aussehen kann sie in keinem Kral untertauchen."
"Lass ihr etwas Vorsprung, ich habe nicht vor sie entkommen zu lassen. Wir nehmen ihre Witterung auf und folgen ihr, wenn sie denkt sie hat uns abgehängt."
"Auf dem Sklavenmarkt in Frendeby wird sie einen guten Preis bringen"
Vielleicht behalte ich sie auch für mich selbst, dachte Tandar und nahm die Witterung auf.


Der Wind kam von Osten, dort wo sich der Himmel von schwarz zu blau verfärbte und langsam die Sonne auf ging. Joan sprang über Steine, Geäst und Bächlein. Sie lief durchs Dickicht und die feinen Äste zogen feine, schmerzhafte Linien durch ihr Gesicht. Ihr Atem war gleichmäßig und in ihrem Kopf hämmerte es. Einen Plan, sie brauchte einen Plan um Kontakt zur Mannschft aufzunehmen. Ihre Beine trugen sie weiter voran, weiter in Richtung Sonnenaufgang.


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Re: Was wäre wenn?
« Antwort #10 am: 17. März 2009, 23:14:47 Uhr »
Das alte Frachtschiff zog knirschend und fast widerwillig durchs All. Obwohl der junge Abenteurer alles aus der Kiste heraus holte, schien es ihm nicht schnell genug zu gehen. Nur schwerfällig nahm das Schiff fahrt auf. Curt trommelte nervös mit den Fingern seiner rechten Hand auf der Armlehne des abgewetzten Kommandosessels, auf den er sich stöhnend fallen gelassen hatte.
Ohto stand links neben ihm und beobachtete ihn von der Seite. Er sah wie Curt's Wangenmuskulatur zuckten. Sein Freund musste sich echte Sorgen um das Mädchen machen. Nur sehr selten zeigte sich seine Nervosität so deutlich. Vorsichtig sprach der Androide den Captain an.
"Chef, was machen wir, wenn wir nach Thulyd zurück kommen? Weißt du, wo wir Joan finden können?"
Curt drehte langsam den Kopf in seine Richtung und blickte ihn von unten her an. Seine Augen blitzten. Zuerst dachte Otho, sein Zögling wollte aufspringen und ihm, wegen der Fragen, an die Kehle gehen. Aber der rothaarige Mann antwortete mit ruhiger fester Stimme.
"Als sie aus der Luke fiel, waren wir irgendwo über der Steppe. Ich sah ein Gebirge, im Nordosten. Ein etwas seltsam geformter Gipfel ragte darüber. Er hatte in etwa die Form eines ovalen Polygon's. Seine Spitze aber war abgeflacht, wie ein Plateau. Es dürfte uns nicht schwer fallen, ihn wieder zufinden. Etwa 10 bis 15 Meilen davon, müssten wir Joan finden." Etwas leiser und besorgter fügte er hinzu, fast als ob er laut dachte, "Ich hoffe sie lebt und hat bis jetzt durchgehalten!"

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Re: Was wäre wenn?
« Antwort #11 am: 17. März 2009, 23:15:25 Uhr »
Usercon D'jog kochte vor Wut. Wie konnte es nur dazu kommen? Sie hatten diese blonde Frau entdeckt und als er und seine Männer sie bereits in die Enge getrieben hatten, tauchte ein großer rothaariger Mann auf, der ihr nicht nur half, sondern den Thelderer kräftig einheizte. D'jog war es von Ehrgeiz getriebener Mann. Er hätte es nicht zum Captain des Frachtschiffs gebracht, ginge er nicht über Leichen. Was war da schon ein Leben, wenn ihm Vermögen und Wohlstand winkten?
Mit seiner Mannschaft hatte er die schwach bewachten Lagerhäuser in Frendeby und Luaris ausgeräumt. Hauptsächlich handelte es sich um Lebensmittel, die auf dem Schwarzmarkt, der gebeutelten Welten auf deren seit Jahren eine Trockenperiode herrschte und dort kaum etwas eßbares wuchs, ein kleines Vermögen einbrachte. Usercon wusste, dass er sich damit Feinde machte, nicht nur bei den Thulydiern, sondern auch die Regierung des Sonnensystems, die ihre Agenten nach ihm ausschickte.
Diese blonde Wildkatze musste eine von ihnen sein. Ihre Art zukämpfen beeindruckt ihn in irgendeiner Weise, aber sie war gefährlich und musste aus dem Weg geräumt werden. Er hatte sie getroffen und sie war aus der Ladeluke gestürzt, dennoch schaffte sie es diese zu schließen. Was allerdings dem terranischen Teufel einen gewissen Schutz bot. Denn er, Usercon D'jog wollte die beiden im Laderaum der Luftleere des Raums aussetzen. Als er dachte, er hätte den Eindringling fest gesetzt, drehte der Terraner den Spieß um. Er schickte einige seiner Männer ins Land der Vorfahren und schloß D'jog und die übrigen Männer hier ein.
"Verdammter rothaariger Mistkerl," fluchte D'jog. "Wenn wir dich in die Finger kriegen, ziehen wir dir die Haut ab und das ist noch die harmloseste Tortur, die dir bevorsteht."
Der jüngere Mann, den er zuvor mit einem Faustschlag in die Ecke befördert hatte, stand auf. "Weißt du, mit wem du dich da anlegst? Das ist niemand anderes, als Captain Future."
Die Männer an der Tür hielten inne. Verstört blickten sie sich gegenseitig an.
"Was ist mit euch? Habe ich gesagt, ihr sollt aufhören? In eurem Sinne würde ich euch raten, uns hier heraus zuholen. Ich habe keinen Skrupel euch über den Haufen zu schießen, wenn ihr es noch einmal wagt, ohne Befehl aufzuhören." Er macht eine Pause und beobachtete zufrieden, wie die Angesprochenen hektisch ihre Arbeit fortsetzten.
"Captain Future," er spuckte dem jungen Offizier vor die Füße. "Wer ist schon Captain Future?! Er blutet auch nur rot, wenn man ihn erschießt."
"Er wird dich getötet haben, bevor du auch nur daran denkst deine Waffe gegen ihn zu erheben." Versuchte der Jüngere ihm klar zumachen. Usercon D'jog zog seinen Strahler. "Ich bin der schnellere!" Ohne ihm auch nur einen Hauch einer Chance zugeben, erschoß er den ahnungslosen Mann.
"Sonst noch einer, der es wagt mir zuwidersprechen?" fragte er gelangweilt in die Runde. Eingeschüchtert um ihr eigenes Leben, beeilten sich die Kameraden das Schott zu öffnen.
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Offline jimmy

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Re: Was wäre wenn?
« Antwort #12 am: 17. März 2009, 23:16:54 Uhr »
Alles war schief gelaufen, das hämmerte immer wieder in Joans Kopf. Alles war komplett schief gelaufen. Ihre Beine trugen sie weiter, funktionierten, ihre Lunge sog Sauerstoff ein, gleichmäßig, fortwährend, routinemäßig. Sie spürte nicht, wie erschöpft sie war, sie blendete den Schmerz der aus der Leistengegend kam weiter aus. Wenigstens war die Blutung gestillt.
Wie konnte das alles nur passiert sein? Der Einsatz war genau geplant gewesen. Sie sollte sich auf das Schmugglerschiff schleichen um es zu makieren und zu manipulieren und dann aus einiger Höhe abspringen. Dass plötzlich Captain Future aufgetaucht war, war nie im Gespräch gewesen. Wie konnte das nur passiert sein? Eine Überschneidung der Einsätze?
Joan erreichte eine Anhöhe und versuchte sich zu orientieren. In einiger Entfernung erkannte sie das Donnergebirge mit dem Teufelsplateau. Etwa eine halbe Meile östlich davon hatte sie ihre Ausrüstung versteckt.
Vielleicht war sie noch eine Stunde davon entfernt. Das würde ihr vorerst das überleben sichern und sie könnte einen Notruf absetzen, bevor es hieß: Agent killed in action.
Sie mußte wieder an den hochgewachsenen jungen Mann denken, an seine weit aufgerissenen Augen. Und auch an ihre erste Begegnung. Als ihr Auftrag beendet war und er sich mit den Worten verabschiedet hatte: so lange es im Weltall Ungerechtigkeit gibt werden wir uns wiedersehen.
Seitdem hatte sie so manchen Gedanken an ihn verschwendet, hoffnungslos, das wußte sie.
Etwas raschelte leise im Dickicht. Sie wußte, sie hatte Verfolger.

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Re: Was wäre wenn?
« Antwort #13 am: 17. März 2009, 23:18:16 Uhr »
Etwa eine Stunde später erschien Thulyd auf dem Schirm vor ihnen. Der kleine Planet war zum Teil in eine Wolkendecke gehüllt. Blitze zuckten über sie hinweg.
Curt nahm den Schub langsam zurück. Das alte schwerfällige Schiff ächzte, als sie die Atmosphäre durchstießen. Otho hatte sich an das Navigationspult gesetzt und tastete die Oberfläsche ab. Seine Augen, die er konzentriert zusammen kniff, hefteten am Monitor.
"Chef, ich glaube dort, in der Dämmerungslinie, ist das Gebirge, dass du gesehen hast." Captain Future sah zu ihm hinüber.
"Ja, das ist es. Nur von der anderen Seite gesehen. Taste die Umgebung ab. Diese Seite von Thulyd ist nicht sehr stark bewohnt. Vielleicht können wir mit dem Wärmesucher Joan's Körper ausmachen."
"Wird gemacht. ....He, ich sehe Fünf Wärmequellen, die eine weitere verfolgen."
"Hier leben die Nirpri's, ein eingeborenen Volk der Thulyder. Sie sind Nachtjäger und werden wahrscheinlich ihre Beute verfolgen," erklärt Curt Newton seinem Freund. Der ihm nickend zustimmt.

Doch dann ...

"Wie??? Bei allen Sonnenteufel! Das Biosignal zeigt keine tierische Zellstruktur auf. Es ist ein humanoides Wesen, dass sie da jagen!"
Otho war aufgesprungen und deutete auf den Bildschirm.
"Was sagst du da?!" fragte Future entsetzt. Der Androide leitete die Anzeige seines Bildschirms auf den Hauptmonitor.
Curt's Gesicht verfinsterte sich. Jaulend und kreichend senkte er das Schiff im Sturzflug über den Gebirgskamm.
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Re: Was wäre wenn?
« Antwort #14 am: 17. März 2009, 23:20:33 Uhr »
Die Verfolger sassen ihr im Nacken, das wußte sie. Sie spürte förmlich ihren Atem, auch wenn sie sie nicht sehen konnte. Joan hetzte weiter, Richtung Lager und versuchte ihre Verfolger abzuschütteln.
Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals und das gleichmäßige Pochen begleitete ihre Schritte. Der Atem schmerzte in ihrer Brust, weiter, weiter drängte sie, entwich der Nacht und lief in den Sonnenaufgang. Wende dein Gesicht zur Sonne, dann fallen die Schatten hinter dir...

Das Dröhnen vom Himmel kam immer näher und wurde lauter. Joan wurde etwas langsamer und kam auf einer Anhöhe schwer atmen zum stehen. Sie legte die Hand über die Augen, um sie vor der Sonne zu schützen. In der Ferne erkannte sie etwas am Horizont - ein Raumschiff. Sie riss die Arme hoch um auf sich aufmersam zu machen.
Blitzschnell, ohne jegliche Chance stürzten sich ihr Verfolger auf sie und rissen sie zu Boden.


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