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Serie und Comics / Re: Captain Future Theme - Versionen bei You Tube
« Letzter Beitrag von Mooncat am 2. Juni 2018, 17:35:14 Uhr »
Zitat
Captain Future - Sinfonische Suite, Christian Bruhn Arr. André Becker



Das Blasorchester des IKL e.V. unter der Leitung von Constantin Hesselmann beim Frühlingskonzert 2018 "Helden der Kindheit" im Städtischen Bühnenhaus Bocholt.

https://youtu.be/U2b-JH9r_e4

Länge 13 min
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DAOGA / Re: Apocalypse: No(w)!
« Letzter Beitrag von DAOGA am 14. Mai 2018, 16:04:02 Uhr »
Expressives Kopfschütteln und Gesichtsverziehen von Tom Richards.
„Würden Sie wirklich das Risiko auf sich nehmen, Aliens aufzuscheuchen, die die Erde mal ganz nebenbei aus einer Laune heraus mit einem einzigen Schlag vernichten können, wenn irgendetwas sie vergrätzt? Jeder Benu besitzt die Macht und Energiefülle einer lebendigen Sonne, keine Armee und keine Waffe dieser Welt könnte etwas gegen nur ein einziges Wesen dieser Art ausrichten. Und manchmal kommen sie sogar zu mehreren, das habe ich schon mal miterlebt.
- Würden Sie dieses Risiko eingehen, um irgendwelcher nichtiger politischen Ziele willen oder einfach nur aus Mutwillen, Herr Premierminister? Denn ich würde das niemals tun, und ich bin schließlich verrückt und habe vor ziemlich wenig Angst. Vor den Benu aber habe ich Angst, und zwar sehr berechtigte. Ich mache mir jedesmal vor Angst fast in die Hose, und riskiere eine Kontaktaufnahme auch nur dann wenn es absolut nicht anders geht. Aber schiere Notwendigkeit macht nun mal seltsame Bettgenossen, das Universum ist kein Ponyhof, und meine persönlichen Vorlieben sind außen vor, wenn es um den Fortbestand der Menschheit geht.“
„Was, außer einem Weltuntergang, könnte Sie dazu veranlassen, mit diesen Wesen Kontakt aufzunehmen?“ fragte Griffith neugierig zurück. Denn Tom sprach ganz offen von multiplen Kontakten...
„Nichts außer einem Weltuntergang.“ antwortete Tom seelenruhig. „Und ich nenne jeden verrückt, der es anders hielte. Verrückt, selbstmörderisch und potentiell genozidal, denn Sie alle könnten den Benu nichts bieten, was sie nicht schon von mir bekommen.“
„Und das ist?“
Da grinste Tom wieder. „Sie werden es nicht glauben: Unterhaltung. Großes Kino, auf einer Bühne, die viel größer ist als Sie sich vorstellen können. Technologisch können wir gegen viele Alienrassen, die da draußen sind,“ sein Daumen zeigte aufwärts, Richtung Weltraum, „nicht anspucken, und die Benu sind nur eine Rasse unter vielen. Die vermutlich mächtigste, aber keineswegs die einzige. Aber was Einfallsreichtum, Kreativität, kulturelle Vielfalt und schieren Unterhaltungswert angeht, da gehören wir zu den Großen. Wir hören keinen Piepser von draußen, von außerhalb unseres Sonnensystems, weil wir dazu noch zu unterentwickelt sind, aber Sie können sicher sein, daß einige Spezies ihre Lauscher ganz nah an uns dran haben, die holen sich schon jetzt auf gesunde Distanz, was sie von uns kriegen können.
Wenn es mal zu einem offiziellen Erstkontakt kommt, sollte niemand überrascht sein, vom fremden Raumschiff mit einem Konzert von Mozart, oder einem Song von Michael Jackson begrüßt zu werden. Musik hat nämlich bei vielen Spezies einen besonderen Stellenwert, für jede aus ihren eigenen Gründen. Und die meisten dieser Gründe beinhalten zum Glück keine Todesstrahlen aus dem All. Ein gutes Unterhaltungsprogramm macht sich schließlich niemand leichtsinnig kaputt. Und wer es doch versuchen möchte, kriegt von den anderen Mithörern eine auf die Finger.“ Er grinste weiter.
„Wir sind nicht das einzige intelligente Leben im All, aber als Spezies so einzigartig wie als Individuen und in unserer Vielfalt von Kulturen. Das sollten Sie nie vergessen, und Sie dürfen gerne Selbstbewußtsein daraus schöpfen. Erhalten Sie mit Sorgfalt, was Sie an Kultur und Vielfalt haben, zerstören Sie nichts davon leichtsinnig, unsere Zukunft im All wird es Ihnen danken. - Vielen Dank, Ladies and Gentlemen.“
Zufrieden mit seiner Ansprache lehnte er sich zurück.
„Dem ist nichts hinzuzufügen.“ bestätigte General Wade.
Griffith war trotzdem nicht zufrieden. „Ist das nicht etwas herablassend, uns als die - Hofnarren des Universums darzustellen?“
„Hofnarren gab es im Mittelalter. Heute nennt sich das Entertainer. Wenn Sie wissen, wie viel ein prominenter Entertainer im Jahr machen kann, dann müssen Sie zugeben, daß das nicht der schlechteste Job ist. Wir könnten schlechter dastehen, zum Beispiel als Kloputzer für intelligente Schleimpilze. Wäre das mehr nach Ihrem Geschmack?“ lachte Tom den Mann an. „Und irgendwann, wenn wir uns politisch und gesellschaftlich einen offiziellen Erstkontakt leisten können, wird es auch Tantiemen geben. Jetzt schon mal einen guten Ruf zu erarbeiten als fleißige Erfinder von Entertainment aller Art, halte ich nicht für die schlechteste Vorgehensweise. Auf den Pianisten wird selbst in der übelsten Star-Wars-Spelunke nur selten geschossen.“
Der Premierminister konnte Toms breitem Lachen nicht widerstehen.
„Schon gut, ich glaube Ihnen.“ Ob er das ernst meinte, oder ob er einfach nur die Verrücktheiten abkürzen wollte, ließ Tom dahingestellt.
„Seit wann sind Sie übrigens ein Kulminationspunkt? Wann begann es, wie erwarben Sie es?“
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Serie und Comics / Re: Capitaine Flam - endlich sehe ich mal die ungekürzte Fassung....
« Letzter Beitrag von Mooncat am 13. Mai 2018, 10:24:21 Uhr »
Zitat
Captain Future Szene aus der geschnittenen TV Fassung und die japanische Orginal Szene Full HD



https://youtu.be/o6jca4sfbx4

Hier handelt es sich um eine Szene aus einer TV Folge von Captain Future welche im ZDF geschnitten war! Direkt im Anschluss folgt die selbe Szene im japanischen Original und dann ungeschnitten!!!
und untertitelt :)  [bthumbup]
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DAOGA / Re: Intermezzo: Tot
« Letzter Beitrag von DAOGA am 7. Mai 2018, 13:48:08 Uhr »
„Das depressive Gefühl entsteht durch das ständige Absaugen von Energie, das die Myriaden von niederen Lebenwesen, die Einzeller und Insekten, die dort nach wie vor ständig in riesigen Mengen landen, gar nicht merken, weil ihnen diese Wahrnehmungsfähigkeit fehlt. Sie bleiben einfach dort, als Energiequellen, bis sie verbraucht sind wie alte Batterien und wieder ausgestoßen werden, um auf der Erde wachsen und sich ein weiteres Mal aufladen zu können. Und dann landen sie wieder hier und halten den Mechanismus am Laufen, als riesige Masse von Bioenergie.
Doch das Leben auf der Erde entwickelte sich fort, höhere Lebewesen entstanden auf dem Festland, mit beginnender rudimentärer Intelligenz. Auch sie brachten ihre Sinneseindrücke mit, die nicht mehr mit dem Aussehen der Wurmwelt übereinstimmten. Häufig gestört und verwaschen durch traumatische Todeseindrücke, verbunden mit dem instinktiven Wunsch nach Sicherheit, nach Verbergen und Deckung, veränderten sie einen Teil der Wurmwelt, so daß eine weitere Welt entstand, die Nebelwelt.“
Und T/Es sah sie, war vielleicht sogar gerade dort, in einer Welt, die nicht mehr von Wurzeln und depressiver rötlicher Düsternis ausgefüllt war, in der nichts außer alles verbergenden, gefühlsmäßig fast neutralen Nebelschleiern in matten grauem Licht zu wogen schienen.
„Auch die ersten vernunftbegabten Frühmenschen erlebten die Nebelwelt noch, und gaben ihr den Namen Hel, nach ihrer allesbeherrschenden Muttergöttin, die sie als Herrin der Nebelwelt verehrten, die Frau Hela, Holda oder Holle.
Doch je mehr von ihnen kamen, desto mehr setzte sich durch sie der Wunsch durch, die Nebelschleier zu durchdringen, um zum strahlenden Sonnenlicht und den fruchtbaren Landen zu gelangen, die ganz sicher hinter diesen Nebeln der Hel liegen mußten.
Sehen ist glauben, und glauben ist existieren in den Jenseitswelten, denn genug Energie kann alles erschaffen.“ wiederholte das Orakel ihr Mantra.
„So durchdrangen sie mit Hilfe ihrer immanenten Energie die Nebelschleier und erschufen aus ihren eigenen Vorstellungen das, was du als Paradies, als Elysium kennst. Und je mehr von ihnen kamen und ihren Glauben, ihre Energien mitbrachten, um so mehr wuchs diese Zone, und um so vielfältiger und schöner wurde sie. Schon die Wurmwelt war um ein Gigantisches größer als ihr Ursprung, die winzige Seele eines einzelligen Raubtiers, und während die Nebelwelt relativ klein blieb, weil auch spätere geringere Intelligenzen das Elysium vorzogen, ist das heutige Elysium abermals um ein Gigantisches größer als die Wurmwelt. Und das alles, die Wurmwelt und Elysium, wächst immer noch weiter, denn die Seelen werden zahlreicher und energiereicher, je weiter sie sich in ungezählten Reinkarnationen entwickeln.
So lange, bis sie irgendwann so groß und stark sind, daß das Raubtier sie nicht mehr einfangen kann nach ihrem Tod, und sie die Seelenwiege endgültig verlassen und ihre eigenen Wege gehen.
All das wird so lange vor sich gehen, wie der Planet Erde in der Lage ist, Hüllen für die Entstehung und Weiterentwicklung von Seelen zur Verfügung zu stellen.
Aber wie du selbst weißt, gibt es viele Welten im All, die diese Bedingung erfüllen. Sollte die Erde eines Tages sterben, werden die Seelen von anderen, jüngeren Welten kommen. Vielleicht zieht das Raubtier dann um, oder es teilt sich in unzählige kleinere Teile, von denen jeder einzelne sein Glück und eine neue seelen- und energiespendende Welt in der Unendlichkeit suchen wird.“

T/Es war wieder in den Riffen, vor einem Loch, das mit Spinnenseide gefüllt schien und aus dem Tentakel ragten, von denen einer es immer noch durchbohrt hielt. Es fühlte sich jetzt klein. Sehr klein, und unwichtig. Selbst wenn es die Erde gerettet hatte, und nicht zum ersten Mal. Sie beide waren klein und unwichtig, ihr Schicksal war unwichtig, angesichts dieser unendlichen Größe, die es gerade erfahren hatte.
Aber, T/Es war Optimist. Immer gewesen. Was bedeutete das, daß sie beide unwichtig waren. Sie lebten eben ihre Mikrobenleben und versuchten für sich selbst das beste daraus zu machen, egal ob es im großen Ganzen etwas bedeutete oder nicht. Denn wenn nur genug Mikroben das taten, und Glauben gleich Energie und damit Wachstum und Veränderung bedeutete --
„Hahaha. So gefällst du mir. Gibst nie auf, egal wie schlecht es aussieht, wie? Mit dir habe ich einen guten Fang gemacht. Dann geh jetzt, bevor du mir zusammenfällst wie ein luftleerer Ballon, ich weiß daß du wiederkommen wirst.“ Und der Tentakel zog sich aus seiner Körpermitte zurück. Das entstandene Loch füllte sich aus restlicher energetischer „Körpermasse“ von T/Es auf, aber nur sehr langsam, unnatürlich langsam.
„Was, wenn es gar kein Zufall war?“ fragte T/Es.
Da der Kontakt soeben unterbrochen worden war, konnte Orakel diesem Gedankengang nicht sofort folgen.
„Ganz am Anfang. Auf der Erde begann alles höhere mehrzellige Leben damit, daß unverdaute Beutereste in einem gefräßigen Einzeller sich als nützliche Energiespender, die Vorläufer der Mitochondrien, der Energieproduzenten in den Zellen, erwiesen und deshalb beibehalten wurden, so wie hier die gefressenen Einzellerseelen. Und die Ursprungsseele selbst. Auf der Erde gibt es niedere Lebewesen, Muscheln und Korallen, die als frisch geschlüpfte Larven noch frei beweglich und ohne belastende Schalen sind. Erst wenn sie eine nahrungsreiche Gegend erreichen, setzen sie sich fest, gehen Symbiosen mit ortsansässigen Lebewesen ein, fressen und breiten sich aus, und bilden irgendwann ganze Riffe.
Was, wenn unsere Ursprungsseele solch ein Wesen war, eine simple Korallentierlarve, bereits von seiner eigenen Evolution her dafür vorherbestimmt, in Interaktion mit einer Diesseitswelt, zuerst durch simples Absorbieren und später durch Entwicklung von Symbiosen, ganze Jenseitswelten zu erschaffen, neue Riffe, die ungezählten Wesen Platz bieten?“
Kein Wunder, daß er die ganze Zeit solche Unterwasser-Assoziationen gehabt hatte, wenn alles hier den wohlvertrauten ökologischen Entwicklungen auf der Erde entsprach, nur auf einer höheren dimensionalen Ebene!
Orakel blieb eine Weile still, „sie“ dachte nach, sortierte vermutlich gerade, was „sie“ von T/Es alles herüberkopiert hatte an dessen Erinnerungen und Denkvorgängen.
„Hmmm, da hast du einen Punkt oder zwei.“ gab „sie“ schließlich zu. „Meine Güte, du bist nicht mehr als ein Baumbewohner mit beginnendem Fellverlust, aber denken tust du bis jenseits unseres Multiversums. Es stimmt wohl, daß die menschliche Phantasie keine Grenzen hat.“                                                                                                                                * (Trivia Quiz: Zitat woher? )
„Geh jetzt. Du hast mir genug zu denken gegeben. Geh, bevor ich dich gleich hierbehalte und komplett absorbiere, denn verdient hättest du es.“
Das schien „sie“ erstens ehrlich zu meinen und zweitens sogar für etwas positives und erstrebenswertes zu halten, und so machte T/Es, daß es Land gewann, bevor „sie“ ihre Neigung in die Tat umsetzte. Seine Bewegungen waren ungewohnt hölzern und langsam, und als es routinemäßig seine Aura überprüfte, erschrak es zutiefst, weil es praktisch nur noch auf den metaphorischen letzten Treibstoffdämpfen lief, „sie“ hatte ihn tatsächlich fast komplett ausgeleert. „Sie“ mußte verdammt hungrig gewesen sein, hatte vermutlich schon seit Ewigkeiten keinen neugierigen Besuch mehr gehabt ...
während es den Sprungschlüssel aktivierte, der es auf kürzestem Weg zurück in das heimatliche Riff und damit zu Nahrung und Energie bringen würde, wußte T/Es genau: ja, es würde wiederkommen.
Bis zum Bersten aufgeladen mit Energie, um seine neue „Freundin“ zu füttern - und mehr von ihr zu lernen.
Warum „sie“ ihr Loch nicht selbst verlassen wollte - es würde es noch herausfinden.
Neben vielen anderen Dingen. 
T/Es hatte dafür schließlich die ganze Ewigkeit zur Verfügung.

Ende dieser Episode




* Auflösung: Zitat natürlich aus „Die Unendliche Geschichte“
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DAOGA / Re: Intermezzo: Tot
« Letzter Beitrag von DAOGA am 30. April 2018, 11:21:09 Uhr »
„Ohohoho!“ lachte eine Stimme, und T/Es schob es seiner im Moment vor Schreck überschießenden Phantasie zu, daß es eindeutig eine weibliche Stimme zu hören glaubte, und zwar die volltönende Stimme einer ziemlich dicken älteren Matrone, die seine Vorstellungskraft obendrein auch noch schwarz anmalte. Das Orakel aus den „Matrix“ - Filmen ...
„Du bist nicht mehr unverwundbar, Kind.“ fuhr sie fort, und T/Es mußte zu seiner Beschämung eingestehen, daß das nur die reine Wahrheit war. Es war bisher unverantwortlich leichtsinnig gewesen, hatte sich für unverwundbar wie zu früheren menschlichen Zeiten, oder wie ein beliebiger Jugendlicher gehalten ... das Äquivalent von Schamesröte brannte auf ihm und rieb damit nur noch mehr Salz in die Wunde. Selbsterkenntnis, die es immer hochgehalten hatte, war eine Sache, sich selbst die Wahrheit einzugestehen und sie zu akzeptieren aber eine ganz andere.
„Und auch du kannst sterben. Absorbiert werden, deine Identität durch totale Auflösung verlieren für immer, das was deine Art als endgültigen Tod bezeichnen würde. Für diesen Zustand bist du noch lange nicht bereit, wie ich sehe. Übrigens, du darfst mich gerne als Orakel bezeichnen, wenn dir Namen so wichtig sind. Ich sehe, daß diese Bezeichnung für dich mit dem Respekt verbunden ist, der mir zusteht.“
„Sie“ hatte das mit dem T/Es mitbekommen.
Aber jetzt wußte T/Es, warum zwar viele vom Orakel wußten, aber keiner den es gefragt hatte, jemals selbst hier gewesen war, wenn „sie“ alle Besucher so behandelte. Der Schmerz war mittlerweile fast erträglich, oder vielleicht war die durchbohrte Stelle schlicht und einfach taub geworden, denn es konnte spüren, daß an dieser Stelle Energie abfloß, langsam und stetig, wie Blut das ihm ausgesaugt wurde. „Sie“ saugte ihn aus - war es anscheinend gewohnt, sich ihren Obolus von Fragestellern zu holen. In Wissen und in Energie.
„Du gehst wohl nicht oft aus, oder?“ wagte T/Es zu fragen, obwohl es davon ausging, daß „sie“ seine Frage bereits kannte, telepathisch mitbekommen hatte wie alles andere, was es ausmachte. Denn in den Riffen gab es eigentlich genug freie Energie für alle, „sie“ hätte es nicht nötig gehabt, sich von anderen zu nähren wie ein gewöhnliches Tier.
„Hohohoho,“ lachte „sie“ kehlig. Was immer „sie“ mal gewesen war, die Imitation einer fülligen Farbigen gelang ihr erstaunlich gut.
„Ein Naseweis. Klein und frech. Aber du suchst Antworten, und du wirst sie bekommen. Das Orakel weiß fast alles. Also denn. Die Entstehung der Jenseitswelten.“
Und plötzlich war um T/Es alles schwarz und mit Sternen bestückt, denn die Show, die es jetzt geboten bekam, war auch visueller Art. Mit der Stimme des Orakels aus dem Off, wie in jedem guten Dokumentarfilm.
„Am Anfang stand... eine einzige winzige Seele.
Die eines winzigen, einzelligen Raubtiers.
Es hatte in den unbekannten Ozeanen einer fremden Welt gelebt, hatte gefressen, sich vermehrt und war dort auch irgendwann gestorben, sich seiner selbst zu keiner Zeit bewußt, denn für Bewußtsein war es zu unterentwickelt.
Doch noch bevor es in den Zyklus der Wiedergeburten eintreten konnte, wurde seine ganze kleine Welt zerstört, und die Seele driftete hinaus ins All, sich ebenso wie früher zu keiner Zeit ihrer eigenen Existenz bewußt.
Doch ihre primitiven Instinkte aus Lebzeiten waren erhalten geblieben, und als sie irgendwann, ungezählte Äonen später, durch Zufall in fruchtbare Gefilde geriet und ihre Sinne die Nähe anderer, kleinerer Seelen anzeigten, tat sie das, was sie auch zu Lebzeiten getan hatte, nämlich fressen, per Absorbtion.
Da sie aber keinen Körper mehr hatte, klappte das mit der Verdauung nicht mehr so richtig. Statt sie zu verdauen, sammelte sie die kleineren Seelen in sich und steigerte ihre eigene Kraft mit der Energie, die diese Seelen mitbrachten. Sie wuchs, und fraß weiter. Und wuchs, und fraß.
Mehr als primitive Einzeller und deren Seelen gab es damals auf dem Planeten Erde noch nicht. Irgendwann verursachte eine der vielen Katastrophen, denen die junge Erde ausgesetzt war, einen übermäßigen Schub an zufließenden Einzeller-Seelen, was eine Kontraktion verursachte, einen Ausstoß der bereits ausgesaugten, energetisch verbrauchten, jedoch nach wie vor nicht absorbierten und sehr lebendigen Fremdseelen. Sie kehrten zur Erde zurück, lebten dort ein weiteres Leben, und kehrten irgendwann wieder, erfüllt mit erneuerter Energie. So lernte die Ursprungszelle, sich hin und wieder zusammenzuziehen, um das alte Verbrauchte auszustoßen, um dafür mehr neues, Energiereiches in sich aufnehmen zu können.
Und das Leben auf der Erde entwickelte sich fort, zu höheren mehrzelligen Wesen, die damit begannen, ihre Umwelt mit Augen, Ohren, Geschmacks- und Tastsinn wahrzunehmen, Meeresbewohner und die ersten Wesen, die an Land krochen, die Insekten. Auch sie wurden aufgenommen, doch da sie ihre Sinneswahrnehmungen mitbrachten und in den energetischen Welten sehen gleich glauben und glauben gleich existieren ist, denn genug Energie kann alles erschaffen, begann die Struktur der Ursprungszelle sich zu formen. Aus dem sich seiner selbst nicht bewußten formlosen energetischen Urozean, der Heimat der Einzeller, formte sich eine Welt, die der gewohnten Umgebung der Meeresbewohner und Fische und Insekten glich - das, was man dir als die Wurmwelt geschildert hat, Kind.“
Und T/Es konnte sie jetzt sehen, fühlen, erleben, diese sonderbare, von Wurzeln und düster-rötlichem Licht erfüllte Regenwurm- und Meeresboden-Welt, einschließlich des extrem depressiven Gefühlsklimas, das dort herrschte, als sei es selbst dort, und vielleicht war es das sogar in dieser Zeitspanne, da die verschiedenen Dimensionen des Jenseits sich überlagerten und überall gleichzeitig sein konnten, sie folgten auch hier keinen bekannten Regeln des statischen und stabilen vierdimensionalen Raum-Zeit-Kontinuum des Diesseits.
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FanFiction / Re: Kleine Herausforderung gefällig?
« Letzter Beitrag von Freaky T am 28. April 2018, 19:47:33 Uhr »
Ich auch :o
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DAOGA / Re: CF der Film - Version 2772
« Letzter Beitrag von DAOGA am 26. April 2018, 12:48:04 Uhr »
Siwa wählte die Einheit aus. „Geeignet für Flüge durch den Weltraum oder unbekömmliche Atmosphären, es muß nicht atmen und fliegt so lange wie sein Energievorrat ausreicht.“ erklärte er, während Abbilder der Einheit aus verschiedenen Blickwinkeln als Holos gezeigt wurden. Es war grob insektenähnlich, im realen Leben vielleicht einen halben Meter lang und beflügelt für Bewegung innerhalb von Atmosphären, und Nh´Nafress besaß eine, wenn auch recht dünn. Zu den zahlreichen krallenbewehrten Beinen, die der Fortbewegung und dem Festhalten dienten, besaß es zusätzlich einige kleine Manipulatoren vorne, mit denen es selbst komplizierte Handlungen vornehmen konnte. „Wir setzen uns einfach drauf wie ein Reiter auf ein Pferd und lassen uns mittragen. Bereit?“
Frans folgte dem Zugriffspfad Siwas, von der Abbildung der Einheit hin zu dem Arsenal am Bug des Schiffes, wo die echten Einheiten gelagert waren, und konzentrierte sich vor Ort. Und dann sah er wieder Siwa, oder besser dessen virtuelles Abbild in Form eines Nebelgespinstes, das auf einem der Insekten waberte. Das zweite direkt daneben war das Reittier für Frans, und wie ein virtueller Cowboy schwang er sich darauf.
„Howdy, Cowboy!“ hörte er Siwa und wußte, daß sein Avatar die Form gewechselt haben mußte, weil auch Siwa auf einmal in einer Phantasie-Cowboymontur neben ihm saß und ihn fröhlich angrinste. Sie schienen aber viel kleiner zu sein als normal, etwa so groß wie Barbie-Puppen, weil die halbmeterlangen Insekten auf einmal so groß wie echte Pferde wirkten.
„Bereit für die Posse, Fremder?“
„Yeah, Boss. Clint Eastwood ist der Name.“ Frans tippte sich an seinen virtuellen Stetson.
„Mein Name ist Nobody. Howdy.“ grinste Siwa zurück, zugleich auf die Westernparodie und auf die viel ältere Geschichte von „Niemand“ Odysseus anspielend.
„Achtung, Ausschleusung beginnt.“
Ihre Spinnenheuschrecken schwirrten durch einen sehr organisch wirkenden engen Gang, zu dem Frans sich die Assoziationen lieber ersparte, und nach dem Durchdringen einer letzten schleierartigen energetischen Membran, die über der Außenhülle des Schiffes als normalerweise undurchdringlicher Schutzschirm aus Matrixenergie lag, hatten sie die tote marsähnliche Umgebung rings um sich, hinter sich das Schiff zurücklassend, das im Sand lag wie ein äußerst bizarres gestrandetes Meeresungeheuer. An einem wolkenlosen rötlichen Himmel glomm so schwach, daß man hineinsehen konnte ohne zu blinzeln, die rote Sonne Nh´Na-Ah.
Frans genoß es eine Weile, so sorglos über diese Landschaft hinwegzusegeln, und flog ein paar Loopings, um sich an die Steuerung seines Pferdchens zu gewöhnen, das er per virtuellem Griff in dessen quasiorganischem Nervensystem so perfekt unter Kontrolle hatte, wie es sonst wohl nur bei Motorrädern der Fall war, und nicht einmal da, weil die Motorräder die er kannte, nicht auf Gedankenbefehle reagierten.
„Was macht Signy eigentlich?“ fiel ihm aber dann ein, denn er konnte weit und breit kein drittes Insektenpferdchen und auch keine fliegende blanke Kugel entdecken.
„Der hat das alles hier bereits zur Genüge gesehen und pfeift sich ein Lehrprogramm rein, bis wir wieder da sind.“ antwortete Siwa. „Schauspielern für Anfänger oder so. Obwohl das Maskentragen für Golems eigentlich ganz natürlich ist. Die alte Fernsehserie und die Buchvorlagen kennt er bereits, schließlich muß er wissen, wie sein Charakter aussieht und agiert. Wahrscheinlich wird er auch die Kay bearbeiten, damit „Grag“ das passende Gegenstück zu seiner Rolle geben kann. Was das Schauspielern angeht, sind wir hier alle Laien, da wissen Sie mehr darüber als wir alle zusammen.“
Die alte, aufgelassene Siedlung der ersten Pioniere lag jetzt vor ihnen. Es gab mehrere große kuppelförmige Gebäude, die alle aussahen wie in der gleichen Form gegossen, im Kreis um einen zentralen freien Platz aufgestellt und alle über einem unterirdischen Gang miteinander verbunden, von dem nur das flache Dach stellenweise aus dem Sand, der überall den Boden bedeckte, herausschimmerte, den die Sinne der Insektenpferdchen jedoch als Anomalie im Boden ausmachen konnten. Außerhalb des Gebäudekreises gab es dazu mehrere eckige Gebäude, die vermutlich als Abstellhallen für Fahrzeuge gedient hatten und von denen nicht alle über Drucktüren verfügt hatten, den erhaltenen Resten nach zu urteilen, nur über einfache Tore, um zumindest den gröbsten Staub draußenzuhalten. 
Ihre Insektenpferdchen schwirrten nacheinander auf die Gebäude zu. Nichts regte sich, im Moment nicht einmal der schwache Wüstenwind dieses Planeten, die Gebäude waren verlassen, mit offenstehenden, von unzähligen Sandstürmen vernarbten Drucktüren an den Eingängen, sofern die Türen überhaupt noch vorhanden waren. Dazu der düsterrote Himmel über ihnen, die allgegenwärtigen Felsen und der rötliche Sand - eine ideale Westernkulisse mit einer perfekten Geisterstadt im Star Wars-Stil.
„Wird hier auch gedreht werden?“ fragte Frans prompt, denn eine derartig gute und vor allem kostenlose Kulisse hätte sich kaum ein Regisseur entgehen lassen.
„Könnte gut sein, sieht sehr pittoresk aus, nicht?“ antwortete Siwa.
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DAOGA / Re: Intermezzo: Tot
« Letzter Beitrag von DAOGA am 25. April 2018, 13:01:03 Uhr »
„Jemandem etwas einprügeln wollen was nicht mehr vorhanden ist würde wohl wenig Sinn machen.“ spekulierte Dawson, so handfest wie immer. „Vielleicht behandeln sie die Gefühlszombies wie Autos mit schlapper Batterie, per Gefühlstransfusion als Kickstart. Aber nur weil ich mal dort war in der Wurmwelt, bin ich trotzdem der falsche Ansprechpartner für technische Auskünfte, Sonny. Da mußt du dir jemanden suchen, der mehr weiß als ich.“
„Das werde ich. Ich denke, ich habe dich jetzt erst mal lange genug belagert, hier sind noch genug andere Leute, die was von dir haben wollen. Lassen wir sie nicht länger warten.“
„War schön, dich wiederzusehen, Tom.“ Die Umarmung der beiden fühlte sich verblüffend materiell an, obwohl sie doch beide aus nichts anderem als Energie bestanden. Vielleicht durch kleine Abstoßungsreaktionen zwischen den beiden Energiefeldern, sonst hätten sie sich wohl gegenseitig absorbiert, wären miteinander verschmolzen wie zwei großgeratene Amöben, überlegte T/Es, und Dawson bekam den Gedanken über ihre Berührung mit und kicherte heiter.
„T/Es, das klingt voll schwul, ist dir nichts besseres eingefallen, oder kam da dein inneres Mädel zum Vorschein?“ kicherte er. *
„Ich wußte nicht, wie weit ich da gehen darf, in den Riffen ist man nämlich eher anonym und unpersönlich.“
„Verstehe, ein nicht zu auffälliges Alias. A propos, treffen wir uns mal wieder und ziehen um die Häuser?“
„Mal sehen was sich machen läßt. Versprechen kann ich nichts, weil ich ziemlich eingespannt bin. Business as usual, nicht anders als früher.“ antwortete T/Es. In Gedanken schon dabei, für zukünftige Besuche hier den Sprungschlüssel zu kopieren, der es hierhergebracht hatte und auch wieder in sein Heimatriff zurückbringen würde. Auch eine Idee, auf das bisher kein Niedriges Wesen gekommen zu sein schien.
Wieviel konnte es sich eigentlich an Eigeninitiative „leisten“, bevor die Mächtigen intervenierten und ihm auf die Finger klopften? fragte T/Es sich dabei im Stillen. Wahrscheinlich hatte es noch Spielraum, als sehr junges Niedriges Wesen, das sich erst noch ein paar Gewichtsklassen anfressen mußte, bevor es auch nur mit den größeren der Diener mithalten konnte, geschweige denn einem Mächtigen gefährlich werden. Und auf alles, was nicht wirklich gefährlich werden konnte, reagierten die Mächtigen mit viel Geduld, weil es einfach keinen Sturm im Wasserglas wert war.
So aktivierte es seinen Sprungschlüssel nach einem letzten verabschiedenden Nicken, und fand sich „zuhause“ im Riff „seines“ Mächtigen wieder. Wie immer löste sich der Sprungschlüssel unmittelbar nach der Landung auf, aber T/Es hoffte, genug Daten kopiert zu haben, um einen eigenen Sprungschlüssel für das Ziel Elysium erschaffen zu können.

Zuerst einmal aber fragte es herum, bis es jemanden fand, der das, was Dawson zu berichten wußte, bestätigen und erweitern konnte. Denn jetzt wollte T/Es wirklich wissen, wie sich all diese Dimensionen, die Riffe, Elysium, die Wurmwelt und die materielle Welt, zueinander verhielten, wie sie zustandegekommen waren und alles andere, was des Wissens darum wert war. Schließlich war im Augenblick kein Dawson Lynch bei ihm, der ihm angesichts seiner Wißbegier zweifellos die eine oder andere weitere Kopfnuß verpaßt hätte ...
Der Unterschlupf des Wesens, das T/Es in Gedanken als „Orakel“ bezeichnete, weil es ihm als wirklich alt und angefüllt mit Wissen wie kein anderer Datenspeicher bezeichnet worden war, erinnerte an eine seidengepolsterte Spinnenhöhle. Einzelne lange Ethertentakel wehten heraus aus dem Loch, und T/Es machte vor dem Eingang halt und zupfte erst mal höflich an den Fäden des Gewebes, um sein Hiersein anzukündigen. Einem jungen Niedrigen stand es einfach nicht an, ein derartig altes und sicher hochrangiges Wesen einfach so, ohne Ankündigung oder Einverständniserklärung, zu „lesen“.
Einer der Tentakel krümmte sich wie winkend - und stieß dann zu, ohne Vorwarnung, genau die „Mitte“ von T/Es treffend.
Schmerz!!!
Das war ein so ungewohntes Gefühl, seit seinem Tod und schon lange vorher hatte es keinen nennenswerten Schmerz mehr empfunden, daß T/Es vor lauter Schreck regelrecht versteinerte.
Dann erwachte sein Selbsterhaltungstrieb, der es anschrie, sich schleunigst loszureißen und die Flucht zu ergreifen, bevor noch irgendetwas anderes Unerquickliches passierte. Doch zugleich ahnte es, daß es sich jedes Recht auf ein Gespräch mit dem „Orakel“ zunichte machte, wenn es sich losriß, daß das hier vielleicht eine Art Test war, die Art des „Orakels“, die Würdigkeit oder Hartnäckigkeit eines Fragestellers zu testen.
Oder aber schlicht nur seinen Geschmack ... Das Ergebnis dieses Zwiespalts, Schmerz und gelinde Panik im Kampf mit seinem auf schnell schwächer werdenden Position stehenden Verstand, resultierte in einem panischen, zitternden Flackern, auf das T/Es alles andere als stolz war, weil es das ganz einfach als würdelos empfand.
Eine solche Erniedrigung, Demütigung hatte es in der Tat schon seit langem nicht mehr erlebt! Und jetzt spürte es ganz deutlich - es wurde gelesen.
Aber nicht auf die Art, die es bisher erlebt hatte und jetzt erst als ziemlich oberflächlich erkannte, nein, es fühlte sich an, als würde es nicht nur gelesen, sondern kopiert - genauso wie es vor kurzem diesen Sprungschlüssel kopiert hatte.
Kein Wunder, daß dieses Wesen über so viel Wissen verfügte, wenn es bei jedem Transfer nahm was es kriegen konnte - und zwar mit Haut und Haaren!


* auf englisch: T/It = Titten!   8)
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DAOGA / Re: Intermezzo: Tot
« Letzter Beitrag von DAOGA am 18. April 2018, 18:18:31 Uhr »
„Wundert mich übrigens, daß niemand hier auf dich wartet.“ bemerkte Dawson dann.
„Wahrscheinlich hat man mich nicht extra angekündigt, schließlich bin ich nur für einen Kurzbesuch hierhergeschneit. Der einzige, den ich zu sehen erwartet hätte, wäre Sambo gewesen, aber der kann natürlich nicht hier sein. Ich wußte schon immer, daß Billy seine Wiedergeburt ist.“
„Das ist wahr.“ Dawson lachte leise. Auch er hatte den uralten Butler noch kennengelernt, der in den Fünfziger Jahren verstorben war, und alle seine Merkmale später in seinem Urenkel Billy Brown wiedergefunden.
„Was treibst du so, wenn du nicht gerade auf Empfangsdame für alte Agenten machst?“
„Ich bin ein Laufbursche. Ein wiederverwendbares Briefkuvert mit Beinen unten dran, oder Flossen oder was mich gerade voranbringt, das nach Belieben mit Inhalt gefüllt und losgeschickt wird, bis der Empfänger mich leert und zurück- oder weiterschickt. Dieses Outfit hier ist nur Show für diese Sphäre. Echte Engel habe ich bis jetzt auch noch nicht gesehen, wenn es sie gibt, haben sie wohl wichtigere Aufgaben zu erledigen. Oder sie sehen nicht so aus, wie man sich Engel vorstellt.“
„Also, zumindest für mich siehst du ziemlich echt aus. Und da ich deinen Charakter kenne, muß ich sagen, da fehlt auch nichts. Mit Flammenschwertern bist du ja früher schon umgegangen. Was fehlt dir noch?“
„Das wichtigste - Erfahrung. Und zumindest eine Ahnung vom großen Ganzen, den Zusammenhängen. Es gibt da so viel, was ich noch zu lernen habe... was soll das jetzt?“
Weil Dawson ihm eine Kopfnuß verpaßt hatte, oder es jedenfalls versucht hatte, so ganz schien das bei flammenköpfigen Wesen nicht hinzuhauen für eine simple Menschenseele.
„Hör mal auf zu lernen, Jungchen, wie oft habe ich dir das schon gesagt, dir schwillt sonst irgendwann der Kopf an wie ein Fesselballon! Reicht völlig, wenn du reagieren kannst. Action statt Bücherwissen. Das Totsein tut dir wohl nicht so gut, wenn du wieder einen auf Schulbankdrücken machst, statt dich an einem lauschigen Ort wie diesem hier auf die faule Haut zu legen.“
„Du siehst übrigens auch gut aus,“ parierte T/Es amüsiert. „Nicht älter als damals, als wir uns zum ersten Mal begegnet sind.“
„Ja, das waren noch Zeiten,“ lachte der Ex-Agent. „Als ich noch keinen lausigen Nickel darauf verwettet hätte, daß ich mal in hohem Alter in meinem Bett sterben würde. Als die Gefahr hinter jeder Ecke lauerte, zuerst die Hunnen, später die verdammten Commies, aber wenn man so jung ist wie ich damals, hält man sich noch für unsterblich. Das Alter ist etwas, was ich garantiert nicht vermissen werde, wenn man langsam und bei vollem Bewußtsein auseinanderfällt. In meiner nächsten Inkarnation gehe ich früher ab, das gebe ich mir nicht noch mal. - Was machst du hier und heute gerade, hast du schon Post ausgetragen?“ 
„Ich bin auftragslos hier. Irgendjemand scheint gewußt zu haben, daß wir uns kennen, und hat mich hergeschickt. Übrigens, hast du auf dem Weg hierher noch andere Sphären gesehen?“
„Diesmal nicht. Aber ich kann mich an frühere Leben erinnern, in mindestens einem davon bin ich zumindest vorübergehend in der Wurmwelt gelandet.“
„Wurmwelt?“
„Die Schämecke. Das Fegefeuer, nur daß dort nichts brennt. Es ist ein Ort, der aussieht wie ein Biotop für Regenwürmer, unterirdisch, düster, kalt, mit rotem Licht und von seltsamen Wurzelstrukturen durchzogen, und absolut beklemmend, du kannst regelrecht fühlen, wie dieser Ort dir das Leben, jede Freude und Hoffnung aussaugt, und jedesmal, wenn du meinst schon den alleruntersten Bodensatz an Hoffnungslosigkeit erreicht zu haben, wirst du schnell eines schlimmeren belehrt.
Dort landen die Seelen, die der Meinung sind, daß sie Strafe verdient haben und in der Form von Würmern oder anderer niedriger Kreaturen Buße tun müssen, und wer nicht höllisch aufpaßt, im besten Sinn des Wortes, und seine Sinne samt Seele beisammen hält, sondern der depressiven Stimmung des Ortes verfällt, der läuft Gefahr, dort jedes Gefühl zu verlieren und sich in einen Dämon zu verwandeln.
Ach, was sage ich Dämon, dieser Begriff ist heute zu gut konnotiert, von wegen dämonischer Macht und so weiter, es sind eher Vampire, Gefühlsvampire, weil sie das, was ihnen abhanden gekommen ist, über die Gefühle anderer zu kompensieren versuchen. Das Problem dabei ist, daß sie von Grund auf böse sind, nicht die romantischen Vampire, die heutzutage so in sind, und das vermutlich nicht einmal bewußt, weil man für absichtliche Bosheit einen Grundbestand an eigenen Gefühlen benötigt.
Sie tun einfach was sie tun, weil sie so sind wie sie sind, sie hinterfragen das nicht, agieren wie vorprogrammierte Roboter. Gefühlsleer und somit antriebsleer, außer bei der Befriedigung ihres Bedürfnisses an fremden Gefühlen, das sie rücksichtslos erfüllen.
Wenn sie es zum Beispiel schaffen, Kontakte zu Lebenden herzustellen - solche Möglichkeiten gibt es - versuchen sie diese zu Selbstmorden zu überreden, weil sie instinktiv wissen, daß jeder der sein vorgegebenes Leben leichtsinnig und frühzeitig abkürzt, dazu gezwungen ist, die nicht mehr gelernten Lektionen dieses Lebens in einem anderen Leben unter schlimmeren Bedingungen zu wiederholen.
Und da ihnen jedes eigene Gefühl und damit der Antrieb, selbst wiedergeboren zu werden oder in ihrer Entwicklung fortzufahren, fehlt, blockieren sie zugleich auch für sich selbst jeden neuen Weg. Wirklichen Schaden können sie natürlich nicht anrichten, über unzählige Leben und Zeiten hinweg gleicht sich irgendwann alles aus, aber sie werfen ständig Sand ins Getriebe der Schöpfung.
Mit diesen Wesen fertigzuwerden, sie aus ihren Löchern in der Wurmwelt zu zerren und zu reparieren, schätze ich, wäre eine würdige Arbeit für echte Engel. Die meisten normalen Seelen, die dort landen, schaffen es entweder irgendwann aus eigener Kraft heraus, wenn sie die notwendige Stärke in sich finden, sobald sie sich von ihren Verfehlungen getrennt haben, bei manchen helfen Freunde in dieser Sphäre auch ein bißchen nach, um sie dort herauszuholen.
Wer aber zu tief drin steckt im Sumpf der Wurmwelt, weil er sich zu schwer mit Sünden belastet glaubt oder ohnehin schon depressiv veranlagt war und dort gar nicht weg will, weil er für sich keine anderen Wege sehen kann, der ist arm dran.“
„Was meinst du, wie Engel solche Vampire reparieren?“ fragte T/Es neugierig.
Denn wenn sein neues Outfit eine Vorahnung auf künftige Dinge sein sollte, wollte er lieber frühzeitig wissen was ihm blühte.
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Romane und Edmond Hamilton / Re: Allen Steele - Avengers of the Moon
« Letzter Beitrag von Nemo am 15. April 2018, 21:52:03 Uhr »
Allerdings sind heute am 4.4. nur noch 3 Tage übrig aber nur etwas über die Hälfte des Geldes zusammen (17.000 von 30.000 USDollar) . ich fürchte da können auch wir nix helfen wenn wir unserer Kleingeld zusammenkratzen...
Ich fürchte das wird ein Satz mit x....  :(

Hm... jetzt steht auf der Seite "478 Unterstützer haben 30.074 $ beigetragen, um dieses Projekt zu verwirklichen. "
Von wo auch immer der Geldsegen plötzlich heruntergeregnet ist, es scheint doch noch zu klappen mit der Printversion. [goodjob]

Übrigens - wer's noch nicht gelesen hat - unser vormaliger Admin VSG hat auf seiner "Treffpunkt Kritik"-Seite eine ausführliche Rezension zu "Avengers of the Moon" verfasst:

https://treffpunkt-kritik.de/?id=1822

Die Seite ist ein umfangreiches Archiv von TV-, Kinofilm- und Buchkritiken, so ziemlich alles wird dort kritisch unter die Lupe genommen. Unser rothaariger Held kommt allerdings SEHR ausführlich und ziemlich gut dabei weg. Woran das wohl liegen mag...  :-X [angel] [bthumbup]

Die Rezension enthält jede Menge Spoiler - aber ich denke mal, inzwischen hat das Buch hier sicher jeder gelesen. Nech? ;) ;D

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