Neueste Beiträge

Seiten: [1] 2 ... 10
1
Suche / Tausche / Biete / Re: Captain Future Merchandising
« Letzter Beitrag von Corrigan am 21. Oktober 2020, 09:52:05 Uhr »
habe etwas gefunden, aber nicht unter

DVD Collection Capitaine Flam

http://www.ebay.de/itm/260894758955?ssPageName=STRK:MESELX:IT&_trksid=p3984.m1558.l2649

Sorry
2
Suche / Tausche / Biete / Re: Captain Future Merchandising
« Letzter Beitrag von DAOGA am 20. Oktober 2020, 18:48:49 Uhr »
Das Angebot ist von 2011! Ist längst vergriffen und weg.
Muß man immer wieder mal schauen, ob auf Ebay aktuell was im Angebot ist.
3
Suche / Tausche / Biete / Re: Captain Future Merchandising
« Letzter Beitrag von Corrigan am 20. Oktober 2020, 10:36:36 Uhr »
Sorry, aber DVD auf Ebay habe ich beim bestenwillen nicht gefunden.
4
Suche / Tausche / Biete / Re: Biete Kult-TV-Serien auf DVD und VCD
« Letzter Beitrag von Corrigan am 20. Oktober 2020, 10:20:17 Uhr »
Hallo goamaus
Wir schreiben das Jahr 2020 und die Serie Catwazle gibt es auf DVD und Deutsch.
Ich habe es schon.
Ein tipp von mir ist es, daß du auf die Internetseite von zwei Fachgeschäften gehst (Saturn und Media Mark(
5
DAOGA / Re: Fanfic Professor Zamorra
« Letzter Beitrag von DAOGA am 16. Oktober 2020, 17:37:45 Uhr »
Da ihnen der Einsatz eines Dhyarras nichts neues war, konzentrierten sich die beiden lieber auf die Personen, die die Ankunft der Gefangenen herbeigelockt hatte. Wieder fiel ihnen die ungewöhnliche Vielfalt an Rassen, Kleidungen und sonstigen Merkmalen auf, die weitgehende Abwesenheit von Kindern, dafür aber die Anwesenheit mehrer weiterer, ihnen unbekannter Aliens.
Es war gerade so, überlegte Zamorra, als habe jemand in einen „Star Wars“-Film hineingegriffen und auf gut Glück eine Kollektion von Personen herausgezogen.
Eines der Aliens kam näher. Es war von einem katzenartigen Typus, ein durchaus edel geschnittener, löwenartiger Kopf samt passender Mähne saß auf dem stämmigen, kurzbeinigen Körper eines halb verhungerten Grizzlys. Als einziges Bekleidungsstück trug das Alien eine Art Laborkittel, der eindeutig schon bessere Zeiten gesehen hatte.
Der größte, und sofort auffallende Unterschied zu irdischen Katzen waren die Augen, im Verhältnis deutlich größer als die eines irdischen Löwen, die mit ihrer seltsamen bunten Bänderung an die Facettenaugen von Bremsen erinnerten. Wo diese Augen jeweils genau hinschauten, war für Zamorra nicht erkennbar, vermutlich brauchte man eine gewisse Übung dazu, das zu definieren, doch irgendwie hatte er das Gefühl, daß der Katzenmann mit Erleichterung auf den blonden Jungen blickte.
Der deaktivierte gerade seine Matrix, lächelte leicht, als er das Alien neben sich stehen sah, und klopfte ihm mit einer beruhigenden Geste kurz auf den fellbedeckten Arm.
Nicole wußte natürlich mehr. Ihre telepathischen Lauscher waren weit ausgefahren. Sie wußte, daß der Alien sich Sorgen gemacht hatte um seinen jungen Freund, seinen „Rahne“, wie er es in Gedanken ausdrückte, und von seiner Erleichterung, daß alles so einfach und unblutig abgelaufen war. Jetzt war der Katzenmann neugierig, warum Siwa, wie der Junge offensichtlich hieß, sich diese beiden herausgefischt hatte.
Neugier schien eine sehr bedeutende Stellung in der Gefühlswelt des Aliens zu haben. Es fiel Nicole nicht schwer, ihn auf Anhieb in die Rubrik „Wissenschaftler“ einzusortieren. Und zwar in die von der aufrechten, ehrlichen Sorte, ganz anders als jene, die sie vor einer Stunde in der anderen Siedlung kennengelernt hatten. In den Gedanken dieses Wesens konnte sie kein Falsch finden. 
Der Junge, Siwa, winkte den beiden, sie sollten mit ihm gehen. Der Alien schloß sich ungefragt an. Als auch einer der Wächter mitkommen wollte, schüttelte Siwa nur den Kopf, und der Mann blieb ohne jeden Kommentar stehen, ließ sie einfach gehen. Offenbar hatte der junge Bursche trotz seines geringen Alters eine hohe Stellung in dieser Gemeinschaft, und bei einem Dhyarraträger war das auch nicht verwunderlich.
„Sie sind neu hier? Gerade erst angekommen, richtig?“
„Richtig.“ antwortete Zamorra, der entschieden hatte, erst einmal mitzuspielen. Daß Nicole deutlich entspannter aussah als noch vor einer Stunde, und seit einigen Minuten sogar unbewußt vor sich hin lächelte, stimmte ihn optimistisch.
„Wie es aussieht, sind wir zuerst auf der falschen Seite gelandet.“
Der Junge führte sie wenige Schritte hinter die Hütten. Dort befand sich ein Tümpel inmitten einer Wiese, vielleicht der Dorfteich und die Wasserversorgung der kleinen Ansiedlung, dann kam ein kleiner Waldstreifen, und scheinbar unmittelbar dahinter erhob sich die Feuersäule. Es war ein erhebender, gleichzeitig furchterregender Anblick. Die Säule war so nahe und so hoch, sie schien beinahe endlos, so hoch wie ein Atompilz in die Atmosphäre zu reichen, geradezu den Himmel zu tragen mit ihren unaufhörlichen, fast lautlos emporströmenden Energien ... sie mußten die Köpfe weit in den Nacken legen, um das obere Ende erkennen zu können.
Die Entladungen, die hin und wieder aus der Säule herauszuckten, schienen direkt auf den Waldstreifen jenseits der Wiese niederzugehen, es schien wie ein Wunder, daß der Wald noch dicht und saftiggrün stand, nicht längst entflammt und zu Asche zerfallen war.
Wie dick der Energiestrom war, ließ sich auch von hier aus nicht genau bestimmen, doch der Durchmesser mußte mindestens einen Kilometer betragen.
„Was ist das?“ wollte Zamorra wissen.
„Das,“ machte der Junge betont, „ist der Nexus. Eine Art Dimensionsriß. Durch ihn kamen Sie hierher, und wenn Sie Glück haben, bringt er Sie auch wieder zurück. Dorthin, woher Sie kamen.“ 
Nun ja, exakt dorthin wollten sie ja eigentlich nicht... 
„Was bedeutet das? Nexus?“ Dimensionsrisse in allen möglichen Formen kannten sie mittlerweile hinreichend, hatten selber schon einige geöffnet, geschlossen oder repariert. Aber einem derartigen Giganten waren sie bis jetzt noch nicht begegnet.
„Oh, wow!“ Eine besonders heftige, irgendwie materiell wirkende Entladung war in die Tiefe gesaust und in dem Waldstück verschwunden. Siwa deutete mit dem Finger. „Sehen Sie, da ist gerade jemand angekommen.“
„Sollte man dann nicht jemand hinschicken, der nachsieht?“ wollte Nicole wissen.
Der blonde Junge schüttelte nur den Kopf. „Nicht nötig. Wir haben Wegweiser aufgestellt. Und nachdem die Störenfriede hinter Gitter sitzen, wird auch keiner mehr die Neuen abfangen. Die kommen von selber. Wenn sich in einer Stunde noch keiner blicken läßt, schicken wir einen Trupp los, zum nachschauen. Könnte ja sein, daß sich jemand bei der Landung verletzt. Ist bis jetzt zwar noch nicht passiert, aber...“ Achselzuckend tat er das Thema ab.
Der Junge sprach amerikanisches Englisch, bemerkte Zamorra, allerdings mit einem seltsamen Akzent, und hin und wieder mischte er, vermutlich ganz unbewußt, unbekannte Wörter oder Slangausdrücke dazwischen, deren Sinn sich jedoch aus dem Zusammenhang leicht erschloß. Zamorra kehrte zum ursprünglichen Thema zurück.
„Also, nochmals: Was bedeutet Nexus? Und wer sind diese Leute?“ Er deutete nach hinten, zu der Ansiedlung, zu den Personen und den frischgebackenen Gefangenen gleichermaßen.
Siwa seufzte. Lange Erklärungen waren nicht sein Ding, dabei schien sich immer seine Zunge zu verknoten. Zu seiner Erleichterung mischte sich jetzt der Löwenmann ein, der bisher geschwiegen hatte.
Er sprach ein einigermaßen verständliches Englisch, auch wenn ihm seine langen Reißzähne dabei manchmal arg im Weg waren, und nachdem Zamorra die ersten Sätze gehört hatte, wußte er, wo der Junge den seltsamen Akzent, eine kurze, abgehackt wirkende Sprechweise mit einem tief in der Kehle knurrenden Unterton, her hatte. Offenbar beherrschte er neben Englisch auch die Muttersprache des Aliens, war vielleicht sogar zweisprachig aufgewachsen.
„Sie sind mit der Theorie der parallelen Welten vertraut? Mit Übergängen zwischen den Dimensionen, Dimensionsrissen und dergleichen?“
Nicole und der Professor nickten unisono. Das Gesicht des Aliens verknitterte sich etwas, wahrscheinlich seine Art, ein Lächeln zu zeigen. „Nun, das hier ist so ein Übergang. Aber keiner von den normalen, kleinen. Dies hier ist ein Super-Übergang. Er verbindet Dimensionen, die weit voneinander entfernt liegen und normalerweise niemals Kontakt miteinander hätten. Wir haben noch nicht herausgefunden, wie viele es sind, aber es müssen Tausende sein. Und an manchen dieser tausenden von Dimensionen mögen weitere ungezählte Unter- und Miniuniversen dranhängen.
Sehen Sie diese aufsteigenden Energiebündel? Ich glaube, daß jedes dieser unzähligen Bündel für ein eigenes Universum steht, mit dem dieser Übergang einen Kontakt hält. Deshalb nennen wir es den Nexus. Den Schnittpunkt aller Universen. Wir haben noch nicht herausgefunden, wie das alles genau funktioniert. Aber wir arbeiten daran.“
Der Junge deutete mit dem Daumen auf ihn und kommentierte: „Das heißt, er arbeitet daran. An qualifizierten Wissenschaftlern, die sich mit hyperdimensionalen Vorgängen auskennen, haben wir leider akuten Mangel. Falls Sie irgendetwas dazu zu bieten haben, dann heraus damit.“
Dazu war Zamorra natürlich gerne bereit, sofern es in seiner Macht lag.
„Und der Nexus bringt Leute hierher. Aus den verschiedensten Dimensionen. Verstehe ich das richtig?“ Anders ließ sich die Vielfalt der Personen in der Siedlung nicht erklären.
„Korrekt.“ stimmte das Alien zu. „Sie landen hier. In diesen seltsam massiv aussehenden Entladungen, wie Sie vorhin eine gesehen haben. Sie bleiben aber nicht unbedingt hier. Manchmal blitzt es auf, und dann ist jemand wieder verschwunden. Der Nexus scheint manche Leute von sich aus zurückzuschicken, wahrscheinlich um irgendwelche Defekte in dem jeweiligen Raum-Zeit-Kontinuum auszugleichen.
Aber es gibt viele hier, die schon ziemlich lange da sind. Manche wollen oder können gar nicht mehr weg, sei es, weil ihr Heimatuniversum aus irgendwelchen Gründen nicht mehr existiert, oder aus anderen Gründen. Aber es gibt auch Leute, die unbedingt zurück, oder einfach fort wollen, auch wenn es bedeutet, vielleicht in einem vollkommen fremden Universum zu landen. Und natürlich gibt es hier einige, bei denen es das Beste wäre, wenn wir sie gezielt dahin zurückschicken könnten, wo sie herkamen.“
Er wies unzweideutig in Richtung Gefängnis. „Auch daran arbeiten wir. Unter anderem.“
„Sie meinen wirklich, es wäre das beste, die da zurückzuschicken?“ Wenn es denn gelingen sollte...
Da reagierten die beiden pragmatisch.
„Jeder Schurke bringt irgendwann einen Helden hervor, der sich ihm in den Weg stellt. Und umgekehrt. Das ist so eine Art Naturgesetz.“ erklärte Siwa. „Ein Universum, das seinen Schurken dauerhaft freie Hand läßt, hat es nicht besser verdient. Viel schlimmer wäre es, sie woandershin zu schicken, wo man nicht auf sie eingerichtet ist. Und hier können sie auch nicht für alle Zeiten bleiben. Im Landesinneren gibt es weitere Siedlungen, in denen sich jene angesiedelt haben, die der Nexus offenbar nicht mehr haben will. Die Leute dort sind auch nicht scharf darauf, daß diese Unruhestifter frei herumlaufen. Was sollen wir sonst mit ihnen machen? Sie aufhängen?“
Also gab es hier keine Todesstrafe. Oder sie wurde zumindest nicht durchgeführt. Beruhigend, fanden Nicole und Zamorra, das war ein kleiner Hinweis auf ein offensichtlich vorhandenes Mindestmaß an Zivilisation.
Die Aussage bedeutete aber auch, daß die Bevölkerungsdichte relativ gering zu sein schien. Zu gering, als daß sich Verbrecher einfach in der Menge hätten verstecken können. Hier kannte jeder jeden, und früher oder später wußte man von jedem, wo seine Fähigkeiten lagen, im Guten wie im Bösen. Keine guten Bedingungen für Moriarty & Co.
Jetzt verstanden die beiden Neuankömmlinge, warum sich die Gesetzesbrecher, entgegen allen ihren sonstigen Gewohnheiten, in einem eigenen Dorf angesiedelt hatten.
„Man kann also nicht einfach in den Nexus eindringen, um von hier fort zu kommen? Gibt es irgendwelche - Gesetzmäßigkeiten, nach denen Leute auftauchen und verschwinden?“ Zamorra fühlte sich wissenschaftlich herausgefordert, und wollte keine Zeit verlieren.
„Ersteres - nein. Wenn Sie versuchen, ungebeten hineinzukommen, werden Sie einfach zurückgeschleudert. Der Nexus nimmt Sie entweder freiwillig oder gar nicht. Wie gesagt, das hier ist kein einfacher Dimensionsriß, durch den man einfach durchgehen kann, sondern etwas ganz anderes.
Und was die Gesetzmäßigkeiten angeht...“ Siwa und der Löwenmann tauschten schräge Blicke und ein noch schrägeres Grinsen.
Dann erklärte der Junge in einem betont harmlosen Ton: „Dazu gibt es eine Theorie. Eine sehr schöne, und schmeichelhafte noch dazu. Aber die soll Ihnen Nerd selber nahelegen. Nerd hat diese Theorie erfunden. Sie können ihn gar nicht übersehen. Wenn er merkt, daß Sie eine Energiematrix besitzen, wird er Ihnen nicht mehr von der Pelle rücken.“ Das unverhohlene Feixen der beiden ließ Böses erahnen.
„Aber schauen Sie sich den Nexus ruhig an, und lassen Sie sich Zeit dabei. Vielleicht glauben Sie Nerds Theorie dann eher.“ 

6
FanFiction / Re: Second Chance
« Letzter Beitrag von claudrick am 11. September 2020, 07:54:34 Uhr »
Hi Mooncat,


„Begrüßt man so seine zukünftige Ehefrau?“
Ah, es gab schon einen Heiratsantrag? Da muss ich doch nochmal weiter in die Geschichte zurückblättern...  ;)


 „Wenn Du der Planetenpolizei Deinen Standort bekannt gibst, dann weiß ich ihn auch. Was ist hier los?“ fragt Joan. „Ungünstig? Oder meist Du gefährlich“ ergänzt sie süffisant.

Der Wortwechsel hätte so direkt aus einem der Romane kommen können!  [bthumbup]
Schön, dass dich die Muse offensichtlich mal wieder geküsst hat!

LG

claudrick
7
FanFiction / Re: Second Chance
« Letzter Beitrag von Mooncat am 9. September 2020, 20:16:09 Uhr »
Curtis Newton hörte ein leises Geräusch von hinten auf sich zukommen. Er zieht seine Waffe, dreht sich blitzschnell um und sagt zu den Gestalt im Halbdunkeln: „Hände hoch! Wer sind sie?“
„Begrüßt man so seine zukünftige Ehefrau“ antwortet daraufhin die Gestalt und als sie zwei Schritte näher kommt erkennt Curtis Joan.
„Joan? Was machst Du denn hier? Woher weißt Du dass wir hier sind? Das ist jetzt ganz … ungünstig…“ bemerkt Curtis.
„Wenn Du der Planetenpolizei Deinen Standort bekannt gibst, dann weiß ich ihn auch. Was ist hier los?“ fragt Joan. „Ungünstig? Oder meist Du gefährlich“ ergänzt sie süffisant.
8
FanFiction / Re: Second Chance
« Letzter Beitrag von Mooncat am 9. September 2020, 20:13:59 Uhr »

„Zuerst hatte ich mich doch ordentlich erschreckt durch den Boom, ich meinen diesen Knalleffekt im Konferenzraum. Ich dachte schon das wäre ein Anschlag, schließlich hattest Du uns gewarnt dass dies geschehen kann.“ sagt, nein schreit die Tänzerin Sheila zu Jara während der Feier in Jaras Hotel Appartement, so laut und ausgelassen geht es zu.
Statt einer Antwort zieht Jara Sheila in ein Nachbarzimmer: „Hier ist es besser!“
„Sheila, Du musst mir glauben es war alles unter Kontrolle, aber es war wirklich ein Anschlag. Ich habe danach nur improvisiert um eine Panik zu verhindern.“ gesteht Jara.
„Wirklich? Oh Mann, bei allen Sternengöttinnen! Ich habe es Dir abgenommen dass es inszeniert war aber etwas schief ging, aber ich hätte wissen müssen dass bei Dir sowas nie passiert, dafür planst Du alles zu gut.“ antworte Sheila
„Sag den Anderen aber bitte nichts, ich möchte sie nicht unnötig beunruhigen.“ bittet Jara.
„Du bist die Göttin der magischen Tänzerinnen, wie könnte ich Dir einen Wunsch abschlagen!“ entgegnet Sheila und hebt ihr Glas zum Anstoßen.
Jara schüttelt den Kopf: „Ich hatte nur ein paar tänzerische Flausen im Kopf und die Möglichkeit sie in die Realität umzusetzen, das ist alles.“ und stößt mit Sheila an „Auf einen gelungenen Tourneeauftakt!“
„Und auf Dich, Jara!“ entgegnet Sheila und trinkt einen Schluck. „Ich denke Flausen ist kein passender Ausdruck. Ich wusste von Anfang an das Du mit Deinen Plänen erfolgreich sein würdest. Weißt Du denn was Flausen bedeutet? Du bis viel zu ernsthaft für so was wie „Flausen“, Jara.“
„Meine Eltern haben das ganze Tanzen für vorübergehende Flausen gehalten.“ bemerkt Jara.
„Ich habe sie leider nie kennengelernt, aber vom Tanzen hatten sie jedenfalls keine Ahnung. Tanz ist mein Leben! Du hast es mit dieser neuen Mischung von Tanz und technischen Elementen auf eine neue Ebene gehoben. „Ein Quantensprung des Tanzens“ ist es in zahlreichen Kritikern genannt worden. Aber wenn Du Dir durchliest wie wir in so vielen Posts und Videos mehr als überschwänglich gelobt haben.“ sagt Sheila voll Begeisterung. „Und jetzt - lass uns feiern! Wir haben es u8ns verdient. Du hast es Dir verdient!“


Nachdem zwei Stunden später alle Tänzerinnen gegangen waren – schließlich ist am nächsten Tag wieder Training angesagt und die nächste Aufführung am Tag darauf  - steht Jara alleine in ihrer Hotelsuite. Mit „Keine Störung, außer es ist Joan Landor“ und „Lichter auf Nachtmodus“ weißt Jara den elektronischen Raumkeeper an. Sicherlich, zum Abräumen der letzten Hinterlassenschaften der kleinen Party gibt es ausreichend eifriges Personal – humanoid und Roboter – aber Jara hat plötzlich das tiefe Bedürfnis für sich zu sein. Auch wenn die nächtlichen Lichter von Manhattan, mit ihren von Leben zeugenden Blinken, ihrem Auftauchen und Verschwinden und ihrer blühenden Farbigkeit verhindern, dass sie sich alleine fühlt. Ganz im Gegenteil, die große Glasitfront ihrer Suite gibt ihr das Gefühl, ein Teil von Allem zu sein. Die weißen und roten Lichterketten der vorbefliegenden Gleiter und Spacejumper erscheinen ihr wie Adern und Venen, mit denen sie verbunden ist.

Jara reißt sich aus diesen Gedanken in dem sie schnellen Schrittes beginnt, die Gläser und anderen Überbleibsel auf den Servierwagen zu räumen. Für sie ist es eine meditative Übung, alle Gedanken und Gefühle aus ihrem Kopf entschwinden zu lassen, und mit jedem abgestellten Glas werden es weniger. „Bring Sie weg“ weißt sie den Servierwagen an, der daraufhin fast lautlos den Raum verlässt um seine Fracht in die vollautomatische Küche des Hotels zu bringen.

„Ordnung, etwas mehr Ordnung!“ wünscht sie sich. Ordnung und Distanz. So vieles, so viele Menschen, Gefühle und Ereignisse in den letzten 24 Stunden! Großartige Gefühle und böse Erinnerungen. Begeisterte Zuschauer, glückliche Tänzerinnen aber auch der in seiner Trauer verirrten Hilblom, Alienhasser. Andere Humanoide, die BCB, der ganzen Welt und ihr, Jara, nur das Schlimmste wünschen. Der Schrecken der Leute beim Empfang - Und Joan! Joan Blick sagte alles.

Jara setzt sich auf ein Meditationskissen in der Mitte des Raums auf den Boden, den Kopf dem großen Fenster zugewandt. Sie konzentriert sich. Langsam, ganz langsam scheint ihre Umgebung von ihr weg zu weichen. Kein Teil mehr davon. Außerhalb. Reiner Beobachter. So wie man es sie gelehrt hat, sortiert sie alles in gedankliche Kästen, die sie einzeln zu sich holen kann und deren Inhalt sie von allen Seiten betrachten kann. So wie das bewegliche Bild vor ihrem Fenster – nach Süden wegfliegende Gleiter, nach Norden, Hochhäuser die Stadtteile zugeordnet sind… aus einem wimmelnden Bild einzelne Details betrachten.

Eine weitere Regel: Mit sich selber beginnen und mit sich selber enden! Jara spürt das Kissen unter ihr, den leichten Lufthauch der Klimaanlage und konzentriert sich ganz darauf. „Ich. Wie fühle ich mich?“ – „Gut. – Zufrieden. Nein überglücklich!“ denkt Jara. Das war der Tag, den sie als Kind immer herbeigesehnt hatte. Einmal vor einer ganz große Bühne mit vielen anderen Tänzern auftreten und von der Welle der Begeisterung der Zuschauer getragen werden! Sie hatte den größten Wunsch dieses kleinen Mädchens erfüllt. Etwas was ihr niemand mehr nehmen kann!

„Mein größter Triumpf“ denkt Jara. Und nach eine kurzen Weile ruft sie: „Ich lebe!“ laut in die Stille des Raums hinein und damit meint sie vor allem das Kind in ihr, was an diesem einen Tag in der Vergangenheit aufgehört hatte zu existieren. Damals, vor diesem Tag der alles verändert hatte… „Joan erinnert mich manchmal an die Frau, die dieses Kind einmal hätte werden können. Joan ist sicherlich auch durch harten Zeiten gegangen und musst einige unschöne Erlebnisse überstehen, aber ihr „Kaar“ – was die Menschen der Erde wohl als Seele bezeichnen – ist nahezu unverletzt, rein und schön. „Möge Joan’s Kaar niemals ernsthaften Schaden erleiden!“ wünscht Jara halblaut.
"Mein „Kaar“ hat Narben und offene Wunden, die ich tief in mir drinnen verstecke. Aber ich lebe!" ergänzt si in Gedanken.

„Joan - Joan’s Blick direkt nach dem Knall. Sie hat bemerkt dass ich vorher geahnt hatte was passieren würde. Nicht nur das ob, Otho hätte mich gewarnt haben können, sondern auch das wann. Und Joan hätte nie damit gerechnet, dass ich in der Lage bin, so unemotional zu reagieren. Und das hat sie dazu gebraucht ihr Bild von mir zu überdenken und in Erwägung zu ziehen, was Captain Future vermutet hatte – wer weiß wie darauf gekommen ist – dass ich nicht nur Emotionen, sondern auch Gedanken lesen kann. Keine Fähigkeit, die ich mir gewünscht habe. Eine Folge dieses einen Ereignisses. Nun ist es so und ich mache das Beste daraus. Hoffentlich findet sich bald eine Gelegenheit für ein vertrauliches Gespräch…“ denkt Jara und schließt gedanklich erst einmal das Kästchen „Joan“.

Jara atmet tief ein und ganz langsam wieder aus. Dann erscheint ein weiteres Bild vor ihrem geistigen Auge: Captain Future – „Es wird Zeit auch dieses Kästchen vorsichtig zu öffnen und zu betrachten, gerade weil ich so viele unterschiedliche Gefühle -Ängste, Unsicherheit, Bewunderung und Respekt - damit verbinde und noch einige Gefühle, die ich nicht genau fassen kann..."


 
9
DAOGA / Re: Fanfic Professor Zamorra
« Letzter Beitrag von DAOGA am 24. August 2020, 18:33:40 Uhr »
Jetzt war die Reihe an „Mabuse“, und dessen gebeugte, vor unsichtbarem Schleim geradezu triefende Gestalt mit den bittenden Mauseäuglein war erst recht nicht geeignet, Vertrauen zu erwecken. Dieser Mann hatte seinen Decknamen, denn ein Decknamen konnte das doch nur sein, in der Tat treffend gewählt.
„Wie steht es mit Wiedererweckungen? Ägyptische Mumien, jahrelanger Todesschlaf, Sie wissen schon.“
Jahrelanger Todesschlaf war im Zusammenhang mit echten ägyptischen Mumien wohl eine Untertreibung... aber daß dieser „Mabuse“ die gleiche Faszination dafür empfand wie sein Vorbild im Film, erklärte wohl den Decknamen.
„Ohne genauere Daten kann ich da überhaupt nichts dazu sagen. Schließlich bin ich kein Scharlatan, der das Blaue vom Himmel herunterverspricht.“ erklärte Zamorra und legte so viel Arroganz in seine Stimme, wie er im Angesicht dieses menschlichen Wolfsrudels hinbekam. „Das mindeste wäre, daß ich die Mumie, oder was auch immer, selbst untersuchen könnte. Aber den Erfahrungen nach, die ich auf diesem Gebiet gemacht habe, bekommt man selten das, was man sich wünscht. Tut mir leid, wenn ich Ihnen damit vielleicht ein paar Hoffnungen raube, aber - so ist es. Der Tod läßt sich nur schwer betrügen.“
„Schwer, vielleicht. Aber nicht unmöglich.“ widersprach „Mabuse“ und kicherte, von Zamorras ernsten Worten keineswegs entmutigt. „Danke für die offenen Worte. Das bedeutet, daß Sie in der Tat kein Scharlatan sind - und daß Sie nicht sofort Nein gesagt haben, spricht auch für Sie.“
Aus diesem Mund war das mit Sicherheit kein Kompliment.
Nicoles Gesichtsfarbe wurde immer ungesünder. Zamorra brach weitere Fragen mit einer ungeduldigen und sehr theatralischen Handbewegung ab. „Ich bin sicher, wir haben später noch genügend Zeit für weitere Gespräche. Jetzt will ich erst einmal wissen, wo wir hier unterkommen. Ich könnte eine Reinigung vertragen, und eine neue Ausstattung, falls es hier so etwas gibt.“
Er zupfte an seiner arg derangierten Kleidung und warf einen bedeutsamen Blick auf die armseligen Hütten aus Schilf und Bambus, in denen wohl kaum mehr Komfort als eine Hängematte zu erwarten war.
„Schon gut. Die dritte Hütte von rechts ist meine. Benutzen Sie, was Sie dort vorfinden.“ erklärte „Moriarty“ würdevoll. „So wenig es auch sein mag, und eines Gentleman auf keinen Fall würdig.“
Zamorra bedankte sich mit der vollen Grazie seiner spanischen Vorfahren und stiefelte los, ohne sich extra an Nicole zu wenden. Von Mätressen und mordlüsternen Gespielinnen, oder für was auch immer diese Leute Nicole halten mochten, erwartete man, daß sie ihrem Herrn und Meister gehorsam auf dem Fuße folgten. 
„Uuuägh!“ machte Nicole, kaum daß sie aus unmittelbarer Hörweite waren. „Noch eine Minute, und ich hätte mich übergeben! Chef, du glaubst nicht, was für eine Räuberhöhle die Gedanken dieser Männer sind. Allesamt! Damit verglichen sind selbst ein paar von den Dämonen, die uns in letzter Zeit über den Weg gelaufen sind, reine Unschuldsengel. Die tun wenigstens nur das, wofür sie erschaffen wurden, aber das hier...“ Sie atmete tief durch, als versuche sie mit aller Macht die beginnende Übelkeit zu verdrängen. „Wenn sie uns nicht auf Anhieb für ihresgleichen gehalten hätten, wären sie wahrscheinlich über uns hergefallen wie ein tollwütiges Wolfsrudel. Wir müssen hier weg. Sofort!“
Eine so klare Analyse hatte Zamorra selten erlebt. „Wohin?“
„Sie hatten Interesse an uns. Alle. Sie hofften, wir würden ihre Reihen verstärken mit unseren Waffen, und wenn nicht, wollten sie uns die Waffen abnehmen. Sie haben etwas vor, einen Überfall. Auf eine größere Gruppe, die in einer festen Ansiedlung im Norden lebt, vermutlich in diesem Dorf, wo die Wegweiser hinführen, die aber schlecht bewaffnet ist. Sie rechnen nicht mit einem Angriff. Wir müssen sie warnen. - Und, Chef...“ sie drehte sich ihm zu, und die goldenen Tupfen in ihren Augen leuchteten vor Erregung, „ich glaube nicht, daß das Decknamen waren!“
„Keine Decknamen?“ Moriarty, Mabuse... die Namen Morton, Quorn und Saveen kannte er nicht, und die anderen hatten sich nicht vorgestellt. Die Gesichter waren ihm allesamt unbekannt, aber er wußte, daß man sich Romanfiguren meistens nach dem jeweiligen Schauspieler der prominentesten Verfilmung vorstellte.
Sie hatten die Hütte fast erreicht, als es passierte. Auf einmal wuchsen Gestalten aus dem Boden, tauchten hinter Büschen und den Hütten auf. Ihre Bewaffnung war armselig, Speere, landwirtschaftliches Gerät, Bögen und ein paar primitive Feuerwaffen, die wie selbst zusammengebastelt aussahen, doch sie reichten völlig für die total überraschten Personen am Lagerfeuer.
Zamorra griff reflexhaft zum Dhyarra, begann sich auf ein Abwehrfeld zu konzentrieren, das sie zumindest so lange vor einem Zugriff schützen sollte, bis die Fronten geklärt waren - aber in diesem Moment fühlte er einen schmerzhaften elektrischen Schlag, der ihm den Sternenstein aus den Fingern fliegen ließ. Nicole ging es nicht besser, ihr Blaster machte sich selbständig.
Ein Rupfen an seinem Gürtel zeigte Zamorra, daß auch seine Waffe davonflog. Beide Blaster landeten vor dem Urheber ihrer Unbotmäßigkeit am Boden, einem jungen Burschen mit schulterlanger blonder Haarmähne, der ein wenig an Gryf erinnerte und bestimmt noch keine zwanzig Jahre alt war. Allerdings waren seine Augen nicht schockgrün wie bei dem Silbermond-Druiden, sondern grünlichgrau. Die linke Faust des Jünglings war ausgestreckt, und dort steckte, in einem einfachen goldenen Herrenring eingelassen, ein aktiver Dhyarra.
Welcher Stärke? fragte Zamorra sich unwillkürlich. Die Stärke mußte an seinen eigenen Achter herankommen, denn mit einem Stein geringerer Stärke hätte er selbst es niemals gewagt, einen hochfahrenden Achter derart zur Seite zu schlagen. Erst später sollte er erfahren, daß er sich da entschieden täuschte.
Doch im Augenblick war er waffenlos. Sein Dhyarra lag im Gras, deaktiviert, weil der für die Aktivierung nötige Körperkontakt unterbrochen worden war, und als Zamorra einen Schritt in die Richtung tat, traf er auf ein unsichtbares Feld, das seinen Stein kuppelförmig einhüllte. Der blonde Junge grinste und bedeutete den Leuten ringsum, sie könnten die beiden nun einsammeln.
Sie mußten es sich gefallen lassen, daß sie gründlich gefesselt und zusammen mit Moriarty und den anderen auf einfache Ochsenkarren verladen wurden, die ein gutes Stück von den Hütten entfernt im Wald verborgen standen. Als sie abgeführt wurden, konnte Zamorra gerade noch beobachten, wie der Junge nach dem Achter griff, mit seiner rechten Hand, die sorgfältig mit einem gefalteten Tuch geschützt war. Und er fragte sich, wer das wohl sein konnte, wenn er in diesem Alter bereits solches Wissen über Dhyarras besaß. Vielleicht ein junger Ewiger? Wenn ja, dann fingen sie früh an, meldete sich eine spöttische Stimme in seinem Gehirn.
Die Karren fuhren in gemächlichem Tempo in nördlicher Richtung. Jeder war die ganze Zeit über von einer ganzen Gruppe äußerst wachsamer Personen umgeben, offenbar wußten sie, welchen Kalibers ihre Gefangenen waren. Nicole und Zamorra hatten reichlich Muße, sich diese Leute zu betrachten, und fanden eine sehr ungewöhnliche Mischung, neben den Menschen beiderlei Geschlechts und fast jeder erdenklichen Hautfarbe fanden sich wieder mehrere Wesen, die eindeutig außerirdischer Herkunft waren, allerdings von Spezies, die Zamorra noch nie gesehen hatte.
Sie ahnten natürlich, was das Ganze zu bedeuten hatte. Die Bewohner der anderen Siedlung, denen der geplante Überfall gegolten hätte, hatten rechtzeitig von den Plänen erfahren und einen Präventivschlag gelandet. Für sie beide galt jetzt der alte Spruch „mitgefangen, mitgehangen“, wenn es ihnen nicht gelang, diese Leute von ihrer Unschuld zu überzeugen.
Der blonde Junge mit dem Dhyarra-Ring fuhr auf einem der Karren mit, wechselte nach einiger Zeit auf den zweiten über und kam schließlich auch zu ihnen. Er versuchte nicht, mit einem der Gefangenen zu sprechen, und wenn er angesprochen wurde, mit Fragen oder Beschimpfungen, reagierte er nur kurz angebunden oder überhaupt nicht. Mehr als einmal verzog er unvermittelt und scheinbar grundlos das Gesicht, mit einem Ausdruck, wie ihn Nicole erst vor kurzer Zeit gezeigt hatte. Zamorra erkannte diesen verschleierten Blick, der junge Mann war in seine Matrix vertieft. Er mußte auch nicht lange überlegen, was der Blonde da gerade trieb, er sondierte die Gefangenen telepathisch. Als die Reihe an Zamorra war, öffnete er unaufgefordert seine Gedankensperre. Natürlich war das ein Risiko, insbesondere wenn es sich tatsächlich um einen Ewigen handelte. Er konnte nur hoffen, daß das Ergebnis den Einsatz wert war.
Seine Hoffnung trog nicht. Als sie das Dorf erreichten, das aus einfachen, aber größer und deutlich besser konstruierten Holzgebäuden mit steinernen, gemauerten Fundamenten bestand und die Gefangenen in eines dieser Häuser, das offensichtlich in aller Eile mit geflochtenen Bambusgittern in ein provisorisches Gefängnis verwandelt worden war, getrieben wurden, stoppte der Junge die Männer, die Zamorra und Nicole hineinführen wollten.
„Nein, die nicht. Das sind Neue. Mit denen will ich mich erst unterhalten.“
Unter den wachsamen Augen der Männer mußten die beiden ein paar Minuten warten. Der Junge war wieder in seine Matrix vertieft, er fixierte das Gefängnis. Leichte blaue Lichtreflexe, die kurz über die Mauern, das Dach und die krude eingefügten Bambusgitter liefen, zeigten an, was er trieb - er machte das Haus ausbruchssicher. Zamorra hatte sich schon gefragt, wie solch lächerliche Gitter, aus Holz gefertigte Wände und ein Strohdach allen Ernstes jemand am Ausbruch hindern sollten, jetzt konnte er sich die Frage selbst beantworten. Eine mit Matrixenergie verstärkte Hütte konnte man nicht einmal  mit einer Atombombe zerstören.
10
DAOGA / Re: CF der Film - Version 2772
« Letzter Beitrag von DAOGA am 5. August 2020, 17:08:55 Uhr »
Erneut hob das Raumschiff ab, glitt durch die energetische Schleuse dieser Kuppel und überflog ein Stück des kahlen, toten Planeten, bis eine weiß leuchtende weitere Kuppel in Sicht kam. Für diesen kurzen Flug behielt Siwa das Steuer, und Frans hatte nichts dagegen, er ahnte, daß er nur fragen mußte, um zu gegebener Zeit in den Genuß eines längeren Fluges mit reichlich Gelegenheit für eigene Flugübungen zu kommen. Schließlich erwartete man hier von ihm viel mehr, als ein normaler Schauspieler geben konnte.
Sie schleusten sich ein und sahen unter sich die Ansammlung von großen und kleinen Hallen, dazwischen viele Freiflächen voller abgestellter Ladecontainer, offen herumliegender Fracht und Baumaterial und Geräten und vielem mehr. Da in allen Kuppeln ein kontrolliertes Klima herrschte, war es nicht nötig, Schutzdächer gegen Niederschläge zu errichten, außer die Dächer gehörten zu Gebäuden, die im Fall eines plötzlichen Druckverlustes der Kuppel luftdicht bleiben mußten. Diese Dächer waren meistens flach, so daß sie ebenfalls als Nutzfläche verwendet werden konnten.
Siwa setzte das Schiff auf dem ihnen zugewiesenen Platz auf, und erneut mußten sie sich von den Schiffssystemen trennen. Allmählich gewöhnte sich Frans an den Flieger-Turkey, der nach einem so kurzen Flug zum Glück nicht besonders stark ausfiel.
Hier herrschte mehr Betrieb als an ihrem Landeplatz in der anderen Kuppel. Menschen und Aliens waren geschäftig unterwegs, radbestückte Transportmaschinen fuhren, und sie waren kaum draußen, da kam ihnen schon ein Mann in weißem Assistentenkittel entgegen, der ein ganz altmodisches Klemmbrett schwenkte.
„Llahal und Lahal, ist unter euch ein gewisser Signy Karas?“
„Hier!“ meldete sich Signy mit Handheben.
„Und die anderen sind?“ Neugierig musterte der Mann die Gruppe.
„Elke Lundquist, Frans Hauser, zweimal Nath und ich bin Siwa Hendricks, der Fremdenführer und Anstandswauwau für Frans.“ Siwa grinste.
„Danke, dich habe ich erkannt.“ grinste der Mann retour, denn Siwas Konterfei war vor ein paar Jahren über alle Nachrichtenbildschirme des Planeten geflimmert.
„Mein Name ist Leo Szilard, ich bin der Laufbursche für alles hier. Nennt mich einfach Leo. Ich weiß alles und von mir wird erwartet, auch alles zu können, also wenn ihr was braucht, kommt zuerst zu mir. Signy wird bald in Halle 7 gebraucht. Frans und Elke sind auch bald dran und dürfen gleich mitkommen.“
Er stiefelte los, und sie folgten ihm. „Was war das für eine komische Begrüßung?“ fragte Frans neugierig. „Klingt irgendwie ... arabisch?“
„Llahal und Lahal, das stammt aus einer alten Fantasy-Serie von der Erde und wurde von angeheuerten Nerds mit Technikkenntnissen nach Nh´Nafress gebracht. Hat sich hier als eine der üblichen Begrüßungen eingebürgert, als planetenweiter Insider-Gag gewissermaßen. Sie werden noch auf mehr derartige Übernahmen von irdischer Trivialkultur stoßen. Da man hier ein ordentliches Stück weit weg ist von der Erde und sich schnell langweilt, macht sich so mancher Spleen selbständig und treibt neue Blüten.“ Siwa grinste, da er selbst zu den Trivialnostalgikern gehörte.
Eine riesige 7, auf die Fassade eines noch viel größeren Gebäudes gemalt, leuchtete ihnen entgegen. Als sie eintraten, sahen sie, daß das ganze Gebäude ein einziger riesiger Raum war, jedoch überall mit hohen Schiebewänden und Material aller Art zugestellt, wodurch sich ein regelrechtes Labyrinth ergab. Leo schleuste sie durch das Chaos, und was sie unterwegs durch offenstehende Türen sehen konnten, waren überwiegend Kulissenaufbauten, wie in einem sehr großen und sehr chaotischen Theater während der ersten Vorbereitungen. Es wurde auch überall gearbeitet, Menschen, Dhoanor und Sfarrk in buntem Durcheinander und praktisch Hand in Hand.
Schließlich kamen sie dort an, wo sie sein sollten. Stolz präsentierte Leo ein bereits fertig ausgestattetes Filmset, ein bizarres Labor, das wegen seiner kahlen, wie glasiert wirkenden Felswände hinter all den Geräten locker in einen Frankenstein-Film gepaßt hätte. Oder in einen SF-Film - ein Labor in einer gewissen Mondbasis.
Das auffälligste Teil darin war eine Art technologischer Schneewittchensarg, der mitten im Raum stand und ihn visuell dominierte.
„Hier wird die Erschaffung von Otho dem Androiden stattfinden.“ verkündete Leo. „Wer von euch war schon mal in einem echten Filmset?“
Nur Frans meldete sich, für alle anderen war das Neuland.
„Gut, dann gebe ich euch als erstes die Grundregeln.
Das erste und wichtigste ist, während ihr hier seid, daß an einem Set auf keinen Fall etwas verändert werden darf. Ihr dürft nichts hinstellen, nichts wegnehmen und auch nichts umstellen oder verrücken, keinen Stuhl, keinen Vorhang, keine Trinkflasche, keinen anderen Gegenstand, solange die Kamera nicht läuft.
Denn wenn so eine Veränderung gerade zwischen zwei Drehs stattfindet, bedeutet das, daß in dem fertigen Film dann Gegenstände wie durch Magie von einer Szene zur nächsten erscheinen, verschwinden oder „wandern“, und ihr könnt darauf wetten, daß es immer einen scharfsichtigen Zuschauer geben wird, dem diese minimalen Veränderungen auffallen und der darüber motzen wird.
Die Positionierung jedes einzelnen Gegenstandes im Set ist genau festgelegt und Absicht des Regisseurs. Wenn euch auffällt, daß ein Gegenstand potentiell falsch oder unlogisch oder verkehrt herum dasteht oder chronologisch nicht in den zeitlichen Ablauf der Vorlage paßt, dann sprecht mit dem Requisiteur und dem Regisseur, aber legt auf keinen Fall selbst Hand an, um etwas zu verbessern.
Verbesserungsvorschläge sind willkommen, sollten aber bitte immer vor Beginn des Drehens kommen, denn sonst muß man entweder die Szene wiederholen oder den bemängelten Gegenstand hinterher in der Nachbearbeitung retuschieren. Es gibt aber immer Fälle, wo eine scheinbar fehlerhafte Platzierung volle Absicht des Regisseurs ist, um irgendeinen bestimmten subtilen Effekt zu erzielen.
Deshalb, alles was euch auffällt, bitte rechtzeitig melden und absprechen. Ein guter Regisseur ist immer bereit, verbessernde Vorschläge zur Kenntnis zu nehmen. Ob er sie aber auch umsetzt, ist eine andere Frage, denn wie gesagt, mancher scheinbare Fehler oder Stilbruch mag beabsichtigt sein.
- Punkt Nummer Zwei. Ihr seht hier überall blaue Markierungen.“
Stellenweise waren sie aufgesprüht, anderswo mit abziehbarem Klebeband aufgebracht, und an einigen Stellen schwebten sie mitten in der Luft, zweifellos mit Hilfe von Matrixenergie dort hingehängt. Wo Matrixtechniker mitmischten, war ziemlich wenig unmöglich.
„Weiß jeder von euch, was das Wort „Bluescreen“ bedeutet?
Die anwesenden Menschen und Signy nickten, nur die zwei Dhoanor zeigten scheu das Innere ihrer Pranken, ein unsicheres Nein.
„Gut, dann die Kurzfassung für alle. Ganz am Beginn der irdischen Filmtechnologie wurden keine Schauspieler mit blauen Augen eingestellt, wißt ihr warum?
Weil nämlich die frühen Filmkameras aufgrund schlechter Auflösung nicht fähig waren, helle Augen vom Weiß der Augäpfel zu unterscheiden, daher wirkten helläugige Schauspieler im Film, als hätten sie total weiße Augen, und das war außer in Gruselfilmen nicht erwünscht. Und farbige Kontaktlinsen, die den Fehler kaschiert hätten, gab es damals noch nicht.
Spätere Kameragenerationen waren zwar fähig, auch blaue Augen auf den Film zu bannen, zum Glück für alle blauäugigen Filmstars, aber man stellte fest, daß die Kameras trotzdem für einen ganz bestimmten Blauton regelrecht blind waren, überall wo diese Farbe auftauchte, blieb der Film unbelichtet. Die Filmemacher lernten schnell, diesen vermeintlichen Fehler zu nutzen, indem man diese leeren Stellen in der Bearbeitung mit anderen Bildern füllte. Das war sehr nützlich insbesondere, wenn man Hintergründe ins Bild einfügen mußte. Wie hatte man das vorher gemacht? Ratet mal.“
Siwa blieb still, da er sich immer schon für antike Filme und Trivia interessiert hatte, kannte er die Antwort natürlich, Frans genauso. Er ließ gern den anderen den Vortritt.
„Entweder hat man vor Ort gefilmt, wenn das ging,“ spekulierte Elfe, „oder man baute gemalte Kulissen auf wie im Theater.“
Seiten: [1] 2 ... 10