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DAOGA / Re: CF der Film - Version 2772
« Letzter Beitrag von DAOGA am 13. September 2021, 17:25:40 Uhr »
„Oder wenn beides viel zu aufwendig gewesen wäre, benutzte man sogenannte Matte Paintings.“ fügte Siwa jetzt doch hinzu.
„Sehr gut. Matte Paintings sind gemalte Bilder in viel kleinerem Format als Theaterkulissen, die einfach in einem gewissen Abstand vor die Kamera gestellt werden und einen Teil des Aufnahmebereichs abdecken, und sie funktionieren erstaunlich gut, wenn die Kamera stillsteht. Wenn sich aber die Kamera bewegt oder wenn die Schauspieler nicht nur unterhalb oder seitlich des gemalten Bildes agieren, sondern genau darauf und darin zu sehen sein sollen, kommt diese Technik an ihre Grenzen. Die Computertechnik, mit der man Hintergründe überall künstlich einfügen konnte, auch in Hinterschneidungen, wurde nämlich erst Jahrzehnte später erfunden.
Und damit kommen wir zur Bluescreen. Seit dem Ende des Zwanzigsten Jahrhunderts, als die Aufnahmetechnik endlich so weit war, gehört sie bei Filmaufnahmen und Simulationen zum Standard, weil man nicht nur reale Hintergründe, sondern auch Computeranimationen aller Art auf die blaue Leerstelle draufkopieren kann. So daß die Schauspieler in einem völlig leeren Raum agieren können, und jede Art von Umgebung, vom mittelalterlichen Kerker bis zum bunten Urwald, läßt sich hinterher dazufügen. Wenn die Schauspieler Kleidung in diesem Farbton tragen oder blaues Makeup auftragen, verschwinden auch alle damit bedeckten Körperteile, so daß man Prothesen, Mutationen, völlig fehlende Körperteile oder andere Veränderungen draufkopieren kann.
Das war alles schon Anfang des Einundzwanzigsten Jahrhunderts Standard der Technik, und wurde wegen der Einfachheit bis heute so beibehalten.
Ihr seht hier aber ein ziemlich komplett ausgestattetes Set, mit vielen blauen Abmarkierungen. Ihr wißt vielleicht schon, daß dieser Film in Total-3-D entstehen soll, und das stellt Ansprüche, weil die Kamera sich dabei zwangsläufig auch selbst mitfilmt samt der Filmcrew, anwesenden Besuchern und Fehlerstellen wie unserer fehlenden Raumdecke.“
Er deutete nach oben, wo von einem Gewirr von Laufgängen, die sich unterhalb der gesamten Hallendecke erstreckten, starke Flutlichtscheinwerfer herabbrannten und den Eindruck des einsamen Frankenstein-Labors in einer Höhle etwas störten.   
„Dafür sind diese blauen Markierungen da, sie ergeben im Film sowas wie weiße Umrahmungen die anzeigen, wo jeweils ein speziell dafür angefertigter Bildpatch hinkommt, der die Kameras und alles andere zudecken wird.
Das ist ein Grund, warum dieses Set nicht vollständig computeranimiert ist, sondern so real wie möglich erstellt wurde, es vereinfacht die Dreharbeiten, wenn die Computer bereits feste Fixpunkte vorfinden, an denen die Patches verankert werden.
Zweitens hilft es den Schauspielern, sich besser in die Szene einzufühlen, als wenn sie in einem völlig leeren blauen Raum agieren sollen. Das ist besonders wichtig, weil die wenigsten unserer Schauspieler echte Profis sind, die, wie mal jemand sagte, sogar einen Besen in einer Besenkammer spielen können, wenn die Rolle es verlangt.
Drittens soll dieses Set permanent sein, mit variabler Ausstattung immer wieder zum Einsatz kommen, weshalb es sich lohnt, es real aufzubauen mit viel echter Ausstattung, mit der die Schauspieler dann ganz unbewußt interagieren, was weniger schauspielerische Instinkte erfordert als ein leerer Raum,
und viertens, last but not least, spielt bei diesem Projekt der Nostalgiefaktor eine ganz große Rolle, deshalb will man es auch in dieser Beziehung so real wie möglich.
Die Regisseure früherer Jahrhunderte hatten nämlich selten ein unbegrenztes Budget zur Verfügung, um jeden Spezialeffekt wahrmachen zu können, darum wurde gespart wo man konnte, besonders gern mit optischen Täuschungen wie den genannten Matte Paintings anstelle von teuer aufgerichteten Großkulissen. Ein bißchen was von diesem Feeling des Getricksten und Gestellten und billig Nachgebauten, des nicht ganz so Geschniegelten und Sandstrahlpolierten, wie es unsere moderne Computeranimation ergeben würde, möchte man auch in unser Projekt hier mit einfließen lassen. Versteht ihr?“
Sie nickten.
Leo schaute nach der Uhr auf seinem Armbandpad.
„Bald geht hier der Wirbel los. Das Set wurde vor ein paar Stunden erst fertiggestellt, im Moment ist Verschnaufpause, genug Zeit für mich, euch hier einzuführen, und als erstes wird das Aufnahmeteam samt Regisseur hier eintreffen. Bis die alles positioniert haben wie sie es wollen, dauert es ein bißchen. Aber dann, ich hoffe du bist bereit für erste Schandtaten, Signy.“
Der Golem nickte lächelnd und zeigte eine gespielt zitternde Hand. „Ich glaube, ich hab ein bißchen Lampenfieber. So nennt man das, oder?“
„Keine Panik. Wenn erst mal die Erschaffung von Otho drankommt, wird das wohl noch keine Sprechrolle.“ mutmaßte Siwa. „Nur belämmert wie ein Neugeborenes in die Kamera glotzen, das kriegst du hin.“ Er wich sicherheitshalber ein paar Schritte zurück, fies grinsend. „Und danach hast du schon Routine.“
„Danach folgt der Mord am Ehepaar Newton.“ bemerkte Leo. „Der bekanntlich auch hier im Labor stattfindet. Um Zeit und Material zu sparen und die Teams nicht unnötig herumzuhetzen, werden so viele Aufnahmen im gleichen Set wie möglich hintereinander abgedreht, sie werden erst später im Cut an ihre chronologisch richtigen Positionen gebracht.“
„Was ist mit den Drehbüchern?“
„Keine Sorge, die kommen noch. Da der Filmactionbetont ist, gibt es keine endlosen Dialoge. Viel Bewegung, viele Bilder, wenig Text zu lernen. Und viele Special Effects, die in der Nachbearbeitung eingefügt werden. Eine Stimme aus dem Off wie in der Zeichentrickversion wird es auch geben, da will man die Fans der allerersten Verfilmung ein bißchen bauchpinseln.“
Siwa bemerkte etwas aus dem Augenwinkel und drehte sich um. Da kam Grag der Roboter. Angestakst in einem etwas ungelenken Robotergang, der dem auf Retro modifizierten  Aussehen entsprach.
„Ist das unserer? Der aus der SyMOr?“ fragte er Leo und deutete mit dem Finger.
„Muß er wohl sein, ich weiß nichts von einemvollbeweglichen Prop.‘“ antwortete Leo.
„Keiner von uns hat ihn angefordert, denke ich.“ Siwa ahnte etwas und ging auf den Roboter zu, blieb aber auf Sicherheitsdistanz stehen. „Hallo, mit wem spreche ich jetzt?“ fragte er in Richtung „Grag“.
„Hallo, wer bist du?“ fragte die Metallgestalt zurück, mit einer erstaunlich jugendlichen Stimme - einer Kinderstimme, die so gar nicht zu dem klotzig geformten Metallkörper passen wollte.
„Ich heiße Siwa Hendricks, und das da hinten sind meine Freunde. Wie heißt du?“
„Ich bin Oswald.“ Was Siwa fast zusammenzucken ließ, was war das denn für ein altmodischer Name?
„Aber ich glaube nicht, daß ich mit euch sprechen darf. Meine Mum sagt immer, halt dich von älteren Jungs fern. Die sind meistens böse und nicht gut für mich. Weil ich nämlich Autist bin.“
Autsch. Wieder eine Schnell-Lieferung mit Absenderaufkleber der Benu Incorporated, durchfuhr es Siwa, hatte er nicht vor kurzem noch gesagt, daß ein Roboter ohne eigene Seele keinen guten Schauspieler abgab?
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DAOGA / Re: Different World, Same Story
« Letzter Beitrag von DAOGA am 3. September 2021, 16:29:04 Uhr »
„Wir gewannen den Kampf gegen die Agenten. Zum Glück, denn sonst wären alle drei Millionen Seelen auf dieser Welt, menschliche wie außerirdische, in größte Lebensgefahr geraten, der Unsichtbare Feind hätte mit seinen Plänen keine Rücksicht auf sie genommen. Ich hatte aber später noch einige Alpträume, in denen das unsichtbare Labyrinth vorkam. Normale Träume zum Glück, keine bei denen man wirklich in dieser fremden Traumdimension landet.“
„Und der andere Lehrling, der bei Ihnen war?“
„Ob der zum träumen oder alpträumen überhaupt in der Lage war, weiß ich nicht. Im Kampf stellte sich nämlich heraus, daß er überhaupt kein Mensch war, sondern etwas ganz anderes. Aber er kämpfte auf unserer Seite und sicherte uns den Sieg, das allein zählte. Auch er war ein Kämpfer gegen die Mächte des Bösen. Ich bin als Bollwerk gegen den Unsichtbaren Feind bestimmt der auffälligste, aber nicht der einzige. Die anderen halten sich in den Schatten, und das ist in Ordnung so. Selbst ich kenne ihre Mitglieder in dieser Zeit nicht, also brauchen Sie mich gar nicht danach fragen.“
„Und was haben Sie jetzt vor?”
„Wir fahren zu mir nach Hause, das sagte ich bereits. Dort können Sie gern auf Paul und Scott aufpassen und das Haus auf seine Tauglichkeit als Unterbringung für die beiden prüfen, Mr. Fox, während Mr. Wylie mir die Daten von diesem Scherbenbesitzer beschafft. Und dann werde ich auf die Jagd gehen, ohne weiteren Zeitverlust. Ist Ihre Sache, ob Sie dabei sein wollen oder nicht, damals hat es Sie ja nicht interessiert. - Larry?“
Der Bodyguard wußte, was sein Herr wollte. Er verwaltete nämlich unter anderem auch die Barschaft seines Chefs, wenn sie unterwegs waren, und kümmerte sich jetzt um die Begleichung der angefallenen Rechnung. Der Lokalbesitzer nahm gern die Summe einschließlich eines erklecklichen Trinkgeldes entgegen.   
„Beehren Sie mich jederzeit wieder.“ freute er sich und produzierte sogar so etwas wie eine Verbeugung. Er hatte längst begriffen, daß Tom von der etwas altmodischen Sorte war, dem gegenüber man sich nicht benahm wie gegen einen ungehobelten Trucker oder Straßencowboy. „Sie sind die beste Unterhaltung, die man sich wünschen kann, wissen Sie das?“
„Das hoffe ich doch sehr!“ strahlte Richards, gar nicht verschnupft. „Ich kann doch mein Publikum nicht enttäuschen! - Mr. Fox wird Ihnen jetzt sicher noch einen Vortrag halten über Geheimhaltung und nationale Sicherheit und so weiter. Machen Sie sich nichts draus, das ist sein Job und gehört zur Show dazu.“
Der ältere Agent schnitt wieder eine Grimasse, stellte aber fest, daß er sich auf einmal ohne Behinderung von seinem Stuhl erheben konnte. 
„Keine Sorge, das war alles viel zu verrückt, um es jemandem weiterzuerzählen. Und außerdem habe ich die Hälfte sowieso nicht verstanden.“ grinste der Wirt zurück.
Das hinderte Fox trotzdem nicht daran, den Mann zum Schweigen zu verdonnern, andernfalls er sich gehörigen Strafen bis hin zum Kriegsgericht wegen Hochverrat gegenübersehen würde.
„Was ist mit unseren Dienstwaffen.“ fragte er dann sehr angelegentlich in Richtung eines feixenden Richards, während die ganze Gruppe nach draußen pilgerte.
„Die behält Larry erst mal. Ich bezweifle daß Sie sie auf dem Weg bis zu meiner Behausung brauchen werden, und dort wollen Sie hoffentlich auch nicht gleich ein Preisschießen veranstalten. Sie fahren übrigens mit uns in meinem Wagen mit, und Ihr Kollege fährt Ihren Wagen hinterher. Ich glaube ja nicht, daß Sie Paul und mich aus den Augen lassen wollen, nachdem Sie uns beide schon mal haben.“ Demonstrativ deutete er mit gekreuzten Handgelenken eine Fesselung an.
Gott, wie Fox diesen dauergrinsenden blonden Breitmaulfrosch hasste! Daß sein nutzloser Assistent sich schon seit geraumer Zeit immer wieder ein eigenes Grinsen verkneifen mußte, machte die Sache nicht besser.
Während Forrester und Sohn ihre geringen Habseligkeiten im Kofferraum von Richards‘ Luxuslimousine unterbrachten, wandte  sich der Besitzer pro forma an seinen Butler: „Larry, fahr extra langsam. Mr. Wylie ist ein Bundesagent.”
Leises Gekicher von Scott, der sich allmählich in Anwesenheit von Richards sicher fühlte, breites Grinsen von Wylie, wieder eine Grimasse von Fox, der sich zunehmend wie im Kindergarten vorkam.
„Was denn?” machte Tom unschuldig und augenzwinkernd. „Ich muß ihm das sagen, denn wenn er darf wie er möchte, fährt er wie ein Rennfahrer und hängt Sie ab. Ist eine alte Angewohnheit von ihm. Sein früherer Herr hatte wohl öfter mal unangenehme Zeitgenossen oder die Polizei im Nacken.“
„Polizei?” fragte Wylie zurück.
“Yep. Er war Yakuza.” Wylie war bereits aufgefallen, daß dem Bodyguard und Chauffeur ein Glied des kleinen Fingers fehlte, jetzt wußte er weshalb. Selbstverstümmelung galt in Yakuza-Kreisen als Beweis von Loyalität.
„Eine weitere lange Geschichte?”
“Und wie. Was Sie bis jetzt über mich erfahren haben, sind nur ein paar Kratzer an der Oberfläche. Aber Larry ist ein wahrer Samurai, treu bis in den Tod, und weitaus anständiger als der Herr, dem er früher diente, und der ihn nicht verdient hatte. Ein echter Schatz. Ich möchte ihn nicht missen.”
Das Gesicht des Bodyguards blieb bei diesem Lob asiatisch-unbewegt. Er wußte längst, was sein Herr von ihm hielt, und daß er darüber genausowenig schwieg wie über vieles andere.
Sie packten sich in die Limousine, Scott vorne auf den Beifahrersitz neben Larry, hinter ihm sein Vater, Richards gegenüber, neben dem sich Fox in die Polster sinken ließ. Zum Glück war die „Angeberkutsche“, wie Tom den Wagen zu nennen pflegte, sehr geräumig gebaut. Sicherheitshalber ließ er ein kleines Prallfeld rings um seinen Zauberstock entstehen, damit Fox sich nicht selber versehentlich durch eine geringe Berührung umbrachte.
„Berühren Sie bitte niemals meinen Stock, Mr. Fox.“ warnte er dazu. „Die aktive Matrix im Knauf ist so potent, daß sich der Stock ständig auflädt, obwohl er aus Silber besteht und nicht aus Stahl, deshalb könnte die geringste Berührung bei Ihnen schwere gesundheitliche Schäden verursachen. Und ich würde den Rückstoß zu spüren bekommen, was für mich auch nicht angenehm wäre. Verstanden?“
Der Agent grunzte, was Antwort genug war. Da er aber zuerst mal wissen wollte, wohin Richards ihn samt seinem Alien zu entführen gedachte, hätte er den geplanten körperlichen Angriff auf den Mann ohnehin auf die Zeit ihrer Ankunft wo-auch-immer zurückgestellt.
„Was bedeutet Yakuza, Mr. Richards?” fragte Forrester neugierig. 
„Japanische Verbrecherorganisation. Was die Mafia ist, wissen Sie vielleicht?“
„Ja, ich habe darüber gelesen, und Scott hat mir einiges erklärt.“
„Die Yakuza ist vergleichbar, nur sehr viel skrupelloser. Die Mafia ist europäischen Ursprungs und daher auch von ihrer Ethik europäisch geprägt  - soweit man bei Verbrechern von Ethik sprechen kann - aber die Japaner haben ihre eigene Kultur samt Ethik, die ganz anders ist, da stehen Ehrbegriffe weit über dem Wert eines Menschenlebens.“
„Wie kommt dann ein Amerikaner zu einem Yakuza-Bodyguard?“ fragte Fox. „Soviel ich weiß, gehen Yakuza-Handlanger eher selten in Rente.“
„Sind Sie endlich aufgewacht, Mr. Fox?“ freute Tom sich prompt, um den Agenten aufzuziehen.
„Aber die Geschichte erzähle ich Ihnen gerne. Als Geschäftsmann habe ich Beziehungen rund um die Welt, auch nach Japan. Bei einer meiner Reisen dorthin geriet ich in eine Szene, in der man keinen Zuschauer haben wollte, also schickte der Yakuza-Boss seine Handlanger, um mich zum Schweigen zu bringen.
Ich besiegte sie alle, auch Larry, und sein Boss ließ seinen Frust an ihm aus - obwohl Larry wirklich nicht an der Niederlage schuld war. Er entließ ihn aus seinen Diensten, um es freundlich auszudrücken, und verweigerte ihm auch das Recht auf ehrenvolles Seppuku, den rituellen Selbstmord, der nach alter japanischer Überzeugung bei Schädigung der persönlichen Ehre diese wiederherstellen soll.
Somit war Larry ein sogenannter Ronin - ein herrenloser Samurai. Aber da ich früher schon mit Samurai, die den Code des Bushido, des Weges des Kriegers, ehren, gute Erfahrungen gemacht hatte und ich sowieso einen Chauffeur brauchte, habe ich ihn einfach übernommen. Und es nie bereut, er ist eine Perle.
Wie jeder gute Samurai wäre er bereit für mich zu sterben, aber ich habe ihm immer wieder gesagt, daß ich Leute will, die bereit sind für mich zu leben. Ich bin genug westlicher Barbar, um von einem Ehrenkodex, der Selbstmord verlangt, nicht viel zu halten. Wer heute überlebt, kann morgen noch mal kämpfen, das ist in meinen Augen wichtiger als ein mittelalterliches Konzept von Ehre.“
Er blickte Forrester an. „Wenn Sie mehr über Japan früher und heute erfahren wollen, fragen Sie Larry. Die beste Quelle, die Sie sich wünschen können.“
Das Alien lächelte und nickte, er freute sich auf einen neuen Schub von kostbarem Wissen.
„Halten Sie das für richtig, Forrester mit jedem zu verkuppeln, der Ihnen über den Weg läuft?“ murrte Fox.
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Serie und Comics / Re: Captain Future Theme - Versionen bei You Tube
« Letzter Beitrag von claudrick am 16. August 2021, 10:07:02 Uhr »
Klingt gut! Würde vielleicht sogar Christian Bruhn gefallen...  [bthumbup]
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Serie und Comics / Re: Captain Future Theme - Versionen bei You Tube
« Letzter Beitrag von Mooncat am 12. August 2021, 11:44:02 Uhr »
Slow Intro

https://youtu.be/q6ZK6fbUB2c




mal in langsam....
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Serie und Comics / Re: Captain Future Theme - Versionen bei You Tube
« Letzter Beitrag von Mooncat am 14. Juli 2021, 15:34:47 Uhr »
ODYS - Captain Future Theme ( Trance Cover Track ) original Composed and Produced by Christian Bruhn

https://youtu.be/v31PC_BdvlA

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DAOGA / Re: Different World, Same Story
« Letzter Beitrag von DAOGA am 11. Juni 2021, 17:15:43 Uhr »
Normalerweise besiegt man ein Labyrinth einfach dadurch, daß man sich darüber bewegt, fliegend oder von Mauer zu Mauer springend und so auf die einfachste Weise bis ins Zentrum gelangt.
Das ging dort nicht, die Regeln in anderen Dimensionen sind nicht identisch mit denen in unserer realen Welt, wenn wir von oben gekommen wären, wären wir einfach auf einem leeren Platz gelandet und hätten niemals das Zentrum des Labyrinths gefunden. Nur nach einer Durchquerung der Gänge offenbarte sich das Herz.
Was wir schließlich auch schafften, wo der Seelensplitter in einer simplen Säule eingekerkert war. Die übrigens sogar sichtbar wurde, sobald wir das offene Zentrum des Labyrinths erreicht hatten. Mit dem Monster direkt im Nacken, das dann so freundlich war, ganz aus Versehen die Säule in Stücke zu hauen und Janus zu befreien. Unterwegs hatte es aber auf der Jagd nach uns schon einige von den Mauern des Labyrinths durchbrochen und eine Menge Flurschaden angerichtet, und überall wo die Mauern beschädigt waren, wurden die Trümmer sichtbar.
Was nicht im Sinne der Erfinder des Labyrinths gewesen war, die hatten ursprünglich unzerstörbare Wände errichtet.
Wir kamen erst später dahinter, daß es Janus gewesen war, der die Veränderung bewirkt hatte. Der Seelensplitter konnte sich nicht selber aus der Säule befreien, und dann war da auch noch der Wächter, aber er hatte die Zeit seiner Gefangenschaft genutzt, um das Material des Labyrinths um sich herum zu verändern. Durch irgendeine unbekannte Alchemie schaffte er es, das fremdartige Material in sogenannte Matrixschlüssel umzuwandeln.
Matrixschlüssel müssen Sie sich vorstellen wie kurze oder längere Computerprogramme, die ich mit meiner Matrix erschaffen kann und die ich entweder virtuell abspeichere, zum Beispiel in meiner Aura, oder die ich einem materiellen Datenträger aufprägen kann, denken Sie an ein Tonband. Jeder Fünfertechniker wie ich beherrscht diese Technik, die ersten Grundlagen dazu beginnt man bereits als Zweierlehrling zu üben, aber für wirklich brauchbare Programme braucht man einen Dreier oder stärker. Können Sie mir soweit folgen?“
Wylie nickte wieder, allmählich arbeitete er sich in die Terminologie von Richards ein.
„Also, Janus hatte diese Veränderungen bewirkt, und das Labyrinth damit geschwächt. Wie Termiten, die Holz von innen her zerfressen, so hatte die Umwandlung in Schlüssel Materie aufgelöst und gefressen und eine Schwächung der Struktur bewirkt, so daß der Wächter wie eine Abrißbirne durch das Labyrinth tobte. Als Janus aber befreit war und zu seinem Körper zurückeilte, hatte der Wächter schlagartig keinen Job mehr, und er ließ uns in Ruhe.
Bevor wir selber in unsere reale Welt zurückkehrten, stopften wir uns alle Taschen mit diesen seltsamen Trümmern und Scherben voll, wobei wir uns wegen des seltsamen traumhaften Zustands nicht sicher waren, ob wir es schaffen würden, etwas davon tatsächlich in unsere Welt hinüberzuretten.
Nennen Sie es wissenschaftliche Neugier, der Spaß am Experiment, normalerweise kann man aus Träumen nichts mitnehmen außer Erinnerungen. Wir versuchten es, und waren erfolgreich. Sobald wir wieder in unserer echten Welt waren, stellten wir fest, daß sich die Struktur der Scherben verändert hatte. Sie waren wieder unsichtbar geworden, weil sie sich in virtuelle Programmketten umgebaut hatten. Sie waren zu Schlüsseln geworden.
Mit welchen Programminhalten allerdings, das herauszufinden hatten wir damals nicht die Zeit, denn wir steckten mitten im Kampf mit den Agenten des Unsichtbaren Feindes. Und es ist nicht ratsam, einfach so an fremden Schlüsseln unbekannten Inhalts herumzupfuschen, denn darunter können sich auch recht potente Waffen befinden. Bombenschlüssel beispielsweise, die Sachen in die Luft jagen wie herkömmliches Dynamit.
Man muß ihren Programmcode erst aufdröseln und checken, bevor man sie verwenden oder aufbewahren kann, oder man löscht sie wenn sie zu gefährlich erscheinen, zum Beispiel wenn ein Bombenschlüssel sowas wie einen tickenden Zeitzünder hat, der den Schlüssel kurz vor Ablauf seines Energiepotentials auf jeden Fall in die Luft jagt.
Und selbstverständlich hat niemand Interesse daran, solch potentiell gefährliche Schlüssel in zwar kundige aber trotzdem unbefugte Hände fallen zu lassen, denn auch die Agenten des unsichtbaren Feindes kennen sich damit aus.
Und darum bin ich eben so erschrocken, als Sie diesen Mann mit seinen unsichtbaren Scherben erwähnten, verstehen Sie? Sie würden nachts bestimmt nicht ruhig schlafen können, Mr. Fox, wenn Sie befürchten müßten, daß irgendwo ein sehr potentes Waffenlager unbewacht herumliegt und sich möglicherweise schon Terroristen daran vergreifen oder irgendein Countdown läuft. Nicht wahr?“
„Sie erwarten daß ich ihnen diese verrückte Geschichte glaube?“ motzte der angesprochene Agent. Allerdings sehr zurückhaltend, gemessen an seiner normalen Art, denn sogar ihm erschien die Geschichte so verrückt, daß sie schon wieder wahr sein konnte, der plötzliche Ernst dieses chronischen Spaßvogels beeindruckte ihn. 
„Was Sie glauben wollen oder nicht ist Ihre Sache, des Menschen Wille ist bekanntlich sein Himmelreich, und ich habe keinen Einfluß auf Ihre Lieblingsreligion. Aber solange nicht geklärt ist, ob diese Scherben echt sind oder nicht, werde ich nicht ruhig schlafen. Also kümmern wir uns darum, so schnell es geht.”
„Wylie --“ dehnte Fox, ohne seinen Assistenten anzublicken.
“Ja, Sir?”
“Ich weiß nicht, ob ich es Ihnen heute schon mal gesagt habe, aber ... Sie sind ein Idiot!“
„Ja, Sir.“ antwortete der Assistent lammfromm. Wo er sonst wie üblich zerknirscht darauf reagiert hätte, denn Fox hielt mit seiner Meinung selten hinter dem Berg, verkniff er sich diesmal ein Grinsen. Daß Fox seine stille Verzweiflung an ihm ausließ, bedeutete nichts anderes, als daß der Mann bereits begonnen hatte zu schmelzen. Angesichts des geballten Wahnsinns eines Tom Richards blieb ihm auch nicht viel anderes übrig, der strenge No-Nonsens-Agent hatte seinen Meister gefunden. Die beiden würden sicher bald heiraten, wenn sie sich nicht vorher gegenseitig umbrachten, dachte er heiter.   
„Wie ging es später weiter, Mr. Richards?” fragte er angelegentlich, um den peinlichen Moment zu überbrücken.
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Serie und Comics / Re: Captain Future Theme - Versionen bei You Tube
« Letzter Beitrag von Spacerancher am 10. Juni 2021, 13:30:14 Uhr »
Ich bin da auch mal auf etwas gestoßen.  Ist das hier bei den ganzen Links schon dabei?
https://youtu.be/1Ymoi7auVO0

Und noch eins.... wenn auch ein paar schräge Töne dabei sind..... so lasse selbst ich mir mal einen Gottesdienst gefallen.  [angel]
https://youtu.be/FApIZis-Eqo

Und aller Guten Dinge sind drei....
https://youtu.be/Rh4RgRIKBiA
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DAOGA / Re: Different World, Same Story
« Letzter Beitrag von DAOGA am 20. Mai 2021, 18:00:10 Uhr »
Ein unsicherer Blick Richtung Fox. Wylie wußte, daß zwar der Forrester-Klon erst seit einiger Zeit auf dieser Welt weilte, aber das Alien darin früher schon mal dagewesen war, und Fox bereits damals auf seiner Fährte gewesen war.
„Ähm, einige Zeit, so ein paar Monate?“ antwortete Wylie zaghaft, nachdem Fox eisern schwieg.
„Dann sind Sie auf der Jagd nach ihm vielleicht auf andere Phänomene potentiell außerirdischen oder jedenfalls fremden Ursprungs gestoßen. Das meiste davon mag erfundener Nonsens sein, mit dem sich jemand wichtig zu machen versuchte, aber ein paar echte Goldnuggets könnten darunter sein.
Wenn Sie also so eine Sammlung mit potentiell interessanten Daten haben, dann möchte ich da sehr gerne mal durchgehen. Und sehen, ob ich mit meiner viel größeren Erfahrung in solchen Dingen verwertbare Spuren herausfiltern kann. Spuren die mir über meine eigenen Quellen vielleicht bisher entgangen sind. Es gibt nämlich durchaus fremde Mächte, die eine Gefahr für die Menschheit darstellen, und auf die ich seit vielen Jahren Jagd mache. Ein Informationsaustausch in dieser Richtung könnte nicht schaden.“ 
„Äh, das klingt gut, Mr. Richards. Mr. Fox?“
Wylie konnte und durfte seinen Vorgesetzten bei so einer Entscheidung nicht übergehen.
Da Fox selber es so gut wie nie für nötig befunden hatte, die gesammelten Berichte mehr als grob zu überfliegen, schließlich war fast alles davon tatsächlich gut erfundener Unfug von phantasiebegabten Mitbürgern, hatte er keine Ahnung, ob ein Tom Richards darin noch seine verwertbaren Spuren finden konnte oder nicht. Ein billiger Tausch also, wenn es ihn und Wylie beschäftigt hielt.
„Wenn Sie gerne Ihre Zeit verschwenden, bitte.” grummelte er, nur der Form halber. Beinahe amüsierte es ihn, wie sein nutzloser Assistent hier die Verhandlungen übernommen hatte. Wenn man ihn hier alleinlassen würde, würde er vermutlich die ganze Agency für ein Butterbrot an diesen Richards verkaufen, mit dem Schlüssel unter der Türmatte, dachte Fox zynisch.
„Zugegeben, die meisten Berichte sind wirklich Unfug.” gab Wylie zu. „Wie die unsichtbaren Scherben von diesem Typen, der uns mal aufgesucht hat - “ ... er unterbrach sich und starrte Richards an, dessen Gesichtsausdruck sich schlagartig verändert hatte, zuerst einen Moment überlegend, und dann beinahe entsetzt.
„Unsichtbare Scherben? Haben Sie sie gesehen?” fragte Richards betont ruhig, aber sein Gesicht war starr. Wobei er unbewußt etwas auf Wylie zurückte, der sich auf einmal sehr mulmig fühlte, da er sich plötzlich fixiert fühlte wie von einem angriffslustigen und sehr hungrigen Tiger.
„Äh, ja. Er hatte eine ganze Schachtel davon dabei. Ganz unsichtbar waren sie nicht, es war irgendein Plastikzeug, weil sie nicht scharfkantig waren. Aber Scherben, Trümmer. Abfall, den jeder in den Müll befördert hätte. Nicht erkennbar, was es einmal dargestellt hatte.“
„Mit einem rötlichen oder perlmuttartigen Schimmer?“ fragte Tom geduldig.
„Da wo man sie sehen konnte, ja. Der Rest dürfte irgendein Trick gewesen sein, eine Augentäuschung oder Lichtbrechung durch das Material. Wirklich unsichtbare Materie gibt es ja nicht, oder?“ 
„Was ist damit passiert?” Immer noch betont ruhig, aber Wylie fühlte es, der blonde Mann stand kurz vor einer Explosion.
„Er bot sie uns zum Kauf an. Fünftausend wollte er dafür, was aber unser Budget nicht hergab, und was wollten wir mit wertlosen Plastiktrümmern. Wir suchten ja nur nach Hinweisen auf Forrester. Also nahm er sie wieder mit.”
“Mann Gottes!” stöhnte Richards sofort und war nahe daran, sich die Haare zu raufen.
„Äh, das war wohl ein Fehler?” fragte Wylie behutsam.
„Beten Sie, daß Sie die Adresse von dem Mann noch haben. Und daß er die Scherben noch hat. Sie haben keine Ahnung, was es damit auf sich hat, wenn es die echten sind. Hat er gesagt, wo er sie her hatte?“
„Das war der schräge Teil. Er sagte, er hätte sie herbeigeträumt. Von einer leeren Ebene unter dem fremdartigen Himmel einer anderen Welt. Da war ein unsichtbares Labyrinth - das teilweise zerstört war, und dort sammelte er die Scherben ein.“
Richards hielt sich den Kopf, um eine mehrfache innige Kollision mit der Tischplatte zu verhindern. „Götter im Himmel!” stöhnte er wieder. Und preßte dann beide Hände auf die Augen.
Wylie wartete dezent ein paar Sekunden, bis er behutsam weitersprach. Richards war jetzt definitiv aufgebracht, und Wylie spürte die Gefahr, die von diesem Mann ausging, er hatte nicht die Absicht, gleich als mögliche Zielscheibe herhalten zu müssen.
„Wollen Sie mir sagen, warum diese Scherben so wichtig sind?“ 
„Ich war dort, als das Labyrinth beschädigt wurde.“ antwortete Richards, etwas ruhiger, und blickte Wylie an. „Oder jedenfalls eine andere Inkarnation von mir. In einer anderen Zeit. Ich kann Ihnen die Geschichte erzählen, weil Sie an diesem Ende der Zeit damit keinen Schaden anrichten können.“
Sofort nickte Wylie heftig. Die Geschichte mußte heraus, bevor Richards noch in eine andere, weniger wünschenswerte Richtung explodierte.
„Also, es war auf Nh’Nafress. Eine marsähnliche Welt, etwa fünfzehntausend Lichtjahre von hier, die als Durchgangsstation nach Dhoan-Sek, der Welt meiner katzenartigen Vorfahren, dient. Wir waren dort zusammengerufen worden von allen Welten, auf denen es damals M-Tecs gab, so nennen wir Benutzer außerirdischer Werkzeuge uns, eine Gruppe Lehrlinge zu-sammen mit unseren Lehrern.
Ich war damals noch ein hoffnungsloser Jungspund, hatte gerade erst den Sprung zur Dreiermatrix geschafft, während ich mich heute als Lehrling auf Fünferniveau sehe.“ Demonstrativ tätschelte er wieder den Knauf seines gefährlichen Stocks.
„Wir erfuhren erst später, daß dieses Zusammenrufen dem Plan des unsichtbaren Feindes dienen sollte, uns alle mit einem Schlag auszulöschen. Der unsichtbare Feind, das ist die feindselige Macht, die ich seither jage und bekämpfe, Mr. Fox, die auch hier und heute auf der Erde aktiv ist. Und sie ist nicht zu unterschätzen. Verstehen Sie?“
Er fixierte den älteren Agenten, der widerstrebend nickte. Inzwischen achtete Fox mehr auf die unbewußten Reaktionen von Richards in Interaktion mit Wylie, und er konnte zu seiner Überraschung keine Hinweise auf Lügen finden. Der Mann glaubte tatsächlich was er erzählte, so viel das wert sein mochte.
„Dem unsichtbaren Feind war es bereits gelungen, einen der unseren umzudrehen. Einer der Lehrer mit Spitznamen Janus, der Doppelgesichtige, weil er die seltsame Fähigkeit besaß, einen Teil seiner Seele, seines Bewußtseins, nennen Sie es wie sie wollen, abzutrennen und allein agieren zu lassen. Als Bote, als unbemerkbarer Spion, wie auch immer. In seinen jungen Jahren muß er der perfekte Spanner gewesen sein. -
Jedenfalls hatte es der unsichtbare Feind geschafft, diesen Seelenteil mit Hilfe eines hinterhältigen Seelensaugers, der sich später auch an mir versuchte, einzufangen und durch ein eigenes Konstrukt, eine künstlich erschaffene sogenannte Gestalt, zu ersetzen, was gleichbedeutend war mit einem Konvertieren von Janus zur dunklen Seite der Macht. Der dunkle Seelensplitter beherrschte ihn und machte ihn zu einem Handlanger des Bösen. In dieser Eigenschaft ermordete er eine von uns Lehrlingen, sie war die stärkste von uns allen und wäre ihm vermutlich bald auf die Schliche gekommen.“
Er stoppte kurz, diese Sache schien ihm immer noch nachzugehen.
„Später allerdings erhielten ich und ein anderer Lehrling die Gelegenheit, den echten Seelensplitter von Janus zu befreien. Er war eingekerkert in diesem unsichtbaren Labyrinth auf einer fremdartigen Welt.
Vermutlich kein außerirdischer Planet in unserem Universum, sondern ein Ort in einer parallelen oder Taschendimension, der sogar von der Erde aus unter besonderen Umständen erreichbar ist. Zum Beispiel in einem Traum, wenn die Hirnwellen rein zufällig so gepolt sind, daß sie den dimensionalen Zugang überwinden können.
Bereits der Schriftsteller Lovecraft schrieb eine Geschichte über ein unsichtbares Labyrinth unter einem fremdartigen Himmel, das für ahnungslose Raumfahrer und Abenteurer zum Verderben wird. Allzu viele Labyrinthe dieser Art wird es vermutlich nicht geben, nehme ich an, also könnte es das gewesen sein, das auch wir besuchten.
Wir sahen damals zwar keine Überreste früherer Besucher, aber vielleicht hat sich der Wächter des Labyrinths darum gekümmert. Ja, das Labyrinth selber galt nicht als ausreichend als Kerker für den Seelenteil von Janus, es gab auch noch einen monströsen Wächter, der genauso unsichtbar war wie das Labyrinth.
Alles was wir Besucher bis zum Ende, als die Trümmer flogen und sichtbar wurden, sehen konnten, war eine große, leere Ebene, obwohl wir ständig gegen Wände prallten. Und die Fußstapfen auf dem Boden, die der Wächter hinterließ, wenn er sich schnell bewegte. Wir haben nie erfahren wie das Ding aussah, ich vermute irgendwie humanoid, sehr hoch gebaut und zugleich schlank genug, daß es durch die Gänge des Labyrinths paßte. Und dabei war es so stark und schwer wie ein Dinosaurier. Vermutlich bestand es aus irgendeiner besonders dichten und daher sehr schweren Materie. Die Gesetze in einer anderen Dimension müssen nicht unbedingt mit unseren Naturgesetzen übereinstimmen, und die ganze Zeit über die wir dort waren, hatten wir das Gefühl, uns in einem Traum zu bewegen. Ein Traum der dennoch für uns hätte tödlich ausgehen können, wenn der Wächter uns in die Klauen bekommen hätte.
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DAOGA / Re: Different World, Same Story
« Letzter Beitrag von DAOGA am 10. Mai 2021, 17:04:55 Uhr »
„Was haben Sie mit uns vor?“ wollte Wylie dann wissen.
„Zuerst fahren wir mal alle gemeinsam zu meinem bescheidenen Zuhause. Damit Sie in Zukunft wissen, wo Sie mich und meine Neuerwerbungen finden werden.“ Kopfnicken Richtung Paul Forrester und Scott Hayden.
„Und dann werde ich mich wohl mit Ihrem Chef unterhalten müssen, notfalls sogar mit dem Präsidenten. Vereinbarungen treffen. Ich bin nicht dumm genug zu glauben, daß ich meine Beute kampflos behalten kann. Allerdings sind Sie hoffentlich nicht dumm genug zu glauben, daß ich einen waschechten Alien und seinen halbmenschlichen Sohn in die Hände der Regierung übergeben werde, damit sie in irgendeinem Geheimlabor verschwinden und in viele kleine Reagenzgläser geschnetzelt werden.
Paul verdient eine Betreuung durch jemand, der mit ihm auf gleicher Augenhöhe kommunizieren und arbeiten kann.“ Er nickte dem dunkelhaarigen Mann zu, der lächelte und zurücknickte.
„Und im Unterschied zu Ihnen habe ich eine Ahnung, wozu man einen waschechten Algiebaner alles gebrauchen könnte. Und die Mittel dazu.“ Er deutete auf seinen mattglühenden Stock.
„Ja? Was haben Sie mit ihm vor?“ Wylie wollte gleich alles wissen.
„Zuerst einmal werden wir uns gegenseitig eine Menge beizubringen haben, denke ich. Die beiden werden von mir die menschliche Art, mit solchen Alienwerkzeugen umzugehen, lernen, mit allem was dazugehört, und umgekehrt hoffe ich, von Paul einiges über die fabelhaften Klonverfahren seiner Rasse zu lernen. Sie wissen ja, daß das hier nur ein geklonter Forrester-Körper ist und das Alien, das in ihm steckt wie in einem organischen Raumanzug, ganz anders aussieht.“
„Irgendwas elektrisches, wie ein lebendiger Kugelblitz.“ wiederholte Wylie.
Tom nickte. „Sie sind alle ziemlich energetisch, da wo er herkommt.“ Er lächelte. „Und ich frage mich schon was passieren wird, wenn ich sein Wissen über das Klonen mit unserer heutigen Medizin verknüpfen kann. In einem meiner vielen Berufe der Vergangenheit war ich Arzt, müssen Sie wissen, und ich besitze bis heute ein privates Hospital, damit ich meine Kunst nicht ganz verlerne.
Ich versuchte mein Werkzeug bei der Arbeit einzusetzen, zum Beispiel um Organe einfach nachwachsen zu lassen, aber ich versagte jedesmal. Weil mir das nötige Wissen dazu fehlte. Paul hat das Klonen auf seiner Heimatwelt gelernt, es gehört zur Ausbildung jedes algiebanischen Raumfahrers für den Fall einer Notlandung auf einer fremden Welt, und er hat sich diesen kompletten menschlichen Körper selbst geschaffen. Daher sollten einzelne Teile eines Körpers, sagen wir eine Niere oder ein Auge, eine Kleinigkeit für ihn sein. Vorausgesetzt er hat eine fast unerschöpfliche Energiequelle zur Verfügung, und die bekommt er in Form von mir und meinem Werkzeug.“
„Sie wollen an menschlichen Patienten herumpfuschen?“ Fox klang gar nicht amüsiert.
„Nur an Freiwilligen. Nach gründlicher rechtlicher Beratung und allem. Sie haben keine Ahnung, wie viele Verzweifelte im Endstadium einer Krankheit es allein in den Staaten gibt, die sogar mit dem Teufel einen Handel schließen täten, wenn es den Teufel gäbe. Aber Paul hier, den gibt es, und ich will verdammt sein, wenn ich dieses Potential nicht erforsche und nutze. Das ist etwas, was kein Wissenschaftler Ihres Vereins leisten kann. Nur ich.
- Aber das wäre dann nur der erste Schritt. Das Klonen lernen und es perfektionieren.
Der zweite Schritt wäre dann, den Vorgang in Teilabschnitte zu zerlegen, die sich mit rein irdischen Methoden entweder imitieren oder kompensieren lassen.
Denn selbst wenn wir beide fähig sind, Patienten neue Nieren oder Augen wachsen zu lassen oder bei Querschnittsgelähmten durchtrennte Nervenstränge zu flicken, so sind wir doch nur zwei, und die Kranken und Verletzten auf der Welt gehen in die Millionen. Wir könnten niemals alle behandeln, selbst wenn wir jeden Tag nichts anderes tun und uns zu Tode arbeiten.
Also muß alles, was mit irdischen Methoden machbar ist, delegiert werden, damit wir uns auf die Bereiche konzentrieren können, wo man nur noch mit Werkzeug unserer Sorte weiterkommt. Der Idealzustand wird erreicht, wenn die irdische Technik so fortgeschritten ist, daß man auf außerirdische Werkzeuge völlig verzichten kann. Verstehen Sie das?“
Allseitiges Nicken, sogar Fox hatte begriffen. Was er auf die gute altmodische Art im Lauf der Zeit mit Daumenschrauben oder Drogen aus dem Alien hätte herauslocken wollen - dieser Mann schien es ganz selbstverständlich zu finden, daß Forrester es ihm ganz von selbst und ohne Druck als Geschenkpaket überreichen würde. Möchte zu gerne sehen wie weit er mit diesen Illusionen kommt, dachte sich Fox mit seinem üblichen Zynismus. Aber Tom legte gleich noch eins drauf, wie es seine Art war.
„Ein weiteres Wunschprojekt meinerseits wäre eine Art Handbuch über alle Alien-Rassen, die Paul kennt. Ich kenne nur eine Handvoll, er sicher erheblich mehr. Die meisten Aliens halten sich von der Erde fern oder haben kein Interesse an uns, aber falls es mal durch einen dummen Zufall zu einem ungeplanten Erstkontakt kommen sollte, könnte so ein Handbuch helfen, gefährliche Missverständnisse zu vermeiden.
Ich stelle mir das so vor, daß Paul mir die Daten gibt, so wie seine Rasse sie kennengelernt hat, und ich sie bearbeite, daß sie für Menschen verständlich werden. Schaden anrichten kann er damit keinen, denn selbst wenn wir das Handbuch veröffentlichen würden, mit irgendeinem möglichst dummen Titel versehen wie „Handbuch der bekannten Alienrassen nach Aussagen eines Besuchers von Algieba“ gälte es nur als ein weiteres hübsch erfundenes, aber völlig nutzloses Science-Fiction-Lexikon.“
„Wie steht es mit technologischem Wissen?“ bohrte Wylie.
„Auch da nehme ich alles mit was ich kriegen kann. Leider ist das meiste von der algiebanischen Technologie für uns nicht nutzbar, da sie auf n-dimensionalen Materialien basiert, und die könnten wir selbst dann nicht benutzen, wenn wir sie irgendwo herbekämen, auf der Erde gibt es nämlich keine Vorkommen davon. Nicht mal ich kann sie nutzen mit all meinem Wissen und meinen Fähigkeiten.
- Bei dem was wir nutzen könnten, muß zuerst der mögliche Nutzen gegen mögliche Schäden abgewogen werden. Sie wissen selber, welches Talent die Gattung Mensch darin hat, selbst harmlose Sachen zu Bösem zu mißbrauchen, darüber brauchen wir nicht diskutieren.
Wenn ich also zu dem Schluß käme, daß irgendeine Errungenschaft geeignet wäre, unsere vorhandene Technologie zu ergänzen und verbessern, ohne dabei allzuviel Schaden anzurichten, würde ich sie in einer meiner vielen Firmen den Tüftlern und Erfindern vorwerfen und abwarten, was die daraus zu bauen vermögen. Ich selber bin leider technisch völlig unbegabt und meistens schon froh, wenn ich an einem Gerät den Knopf zum Anschalten finde. Aber dafür bezahle ich schließlich meine Experten, die einen höheren IQ haben als ich.“ Er grinste verschmitzt.
„Und das alles, glauben Sie, bekommen Sie einfach so aus Forrester heraus.“ Fox war nahe daran, geistig abzuschalten, weil er sich wie in der Märchenstunde vorkam.
„Warum nicht?“ fragte Tom zurück. „Ich brauche Paul doch nur fragen. Vielleicht sollten Sie es auch mal so versuchen, mit simpler Höflichkeit.“ Er zog eine Augenbraue Richtung Forrester hoch, aber die Spitze ging klar an Fox.
„Tut mir leid das sagen zu müssen, Mr. Fox, aber Sie erschienen mir nie bereit, mir wirklich zuzuhören.“ sagte der Starman. „Ich kann nicht lehren, wenn sich der Schüler die Ohren zuhält und nichts annehmen will. Und meine Rasse hält sehr viel vom Lernen und vom Lehren.“
Tom nickte dazu. „Wenn ich über Algiebaner eines weiß, dann das, daß sie totale Informations-Junkies sind. Auf ihrer Welt sind Informationen aller Art ein Äquivalent für Geld. Wer über den Wissensschatz einer ganzen Welt verfügen kann, wie der Erde beispielsweise, nicht nur wissenschaftliches Wissen sondern auch Unterhaltung aller Art, Musik, Geschichten und so weiter, der ist deren Version eines Milliardärs. Aber da sie alle ein eidetisches Gedächtnis haben und jede weitergegebene Information sich schnell verbreitet und somit abnutzt, brauchen sie immer wieder Nachschub.
Das ist es, was sie in die Tiefen des Weltalls treibt, nicht schnöder Eroberungsdrang, wie Sie sich das vorstellen, Mr. Fox. Krieg und absichtliche Zerstörung sind ihnen fremd, da sie auch für eine Vernichtung von Wissen und Potentialen sorgen. Also das exakte Gegenteil von dem, was sich ein Algiebaner von uns wünschen würde, denn so wie wir sind, produzieren wir Informationen und Unterhaltung in Mengen, sie können sich eine Zerstörung der Menschheit daher nicht leisten. Füllen Sie einen Besucher von Algieba mit Informationen jeder Art ab, und er ist im metaphorischen siebten Himmel.
Begehen Sie niemals den Fehler, Mr. Fox, ein außerirdisches Wesen nach menschlichen Maßstäben zu messen. Ich tat das ganz instinktiv nicht, wenn ich welchen begegnet bin. Wir Menschen besitzen viel Phantasie, wir können uns in die Vorstellungswelt eines fremdartigen Wesens einfühlen. Zumindest annäherungsweise, wenn es wirklich fremdartig ist. Und dann können wir versuchen, auf der Ebene der Wesen zu kommunizieren, so gut es uns möglich ist. Wir haben diese grundlegende Fähigkeit, uns selbst in etwas völlig Fremdartigen zu spiegeln und seine Eigenschaften und Beweggründe nachzuvollziehen. Dann kommt man mit jedem Alien zurecht, egal ob es katzenhaft oder wie ein Dinosaurier aussieht, ob es Tentakel hat oder wie ein lebendiger Kugelblitz daherkommt.“
„Und wenn mal etwas wirklich Böses vorbeikommt?“ fragte Wylie.
„Dann zeige ich ihm, wo der Hammer hängt. So ganz wehrlos bin ich nämlich nicht.“ Selbstzufrieden tätschelte Richards den Knauf seines Stocks. „Die Erde zu beschützen ist Teil meiner Jobbeschreibung. Was glauben Sie denn, warum man mir ein derartiges Machtinstrument zukommen ließ, garantiert nicht wegen der kleinen Spielchen, die Sie bis jetzt beobachten konnten. Das sind nur Fingerübungen, Training für den Ernstfall.
Wenn es um rein konventionelle Schlagkraft geht, könnte ich eine kleine Armee auf die Beine stellen, wenn es nötig ist, mit Söldnern, die Tod und Teufel nicht scheuen. Wenn es aber spezielle Fähigkeiten braucht - dann wird Paul ab sofort eine gute Verstärkung darstellen. Er ist zwar kein Kämpfer, könnte aber auf andere Art einiges bewegen. Ja, ich erhoffe mir sehr viel von ihm. - Und jetzt übrigens auch von Ihnen, meine Herren.“
Wylie stutzte. „Was könnten wir Ihnen denn geben, was Sie nicht schon haben?“
„Vielleicht Informationen. Wie lange sind Sie hinter Paul schon her?“
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DAOGA / Re: Different World, Same Story
« Letzter Beitrag von DAOGA am 5. Mai 2021, 13:33:57 Uhr »
„WAS genau hat er Ihnen gerade erzählt, Mr. Fox?“ wollte er dann wissen, laut schniefend, weil ihm vor Begeisterung auch der Rotz floß.
Fox hatte natürlich wieder keine Ahnung, was gerade abgelaufen war, nur daß man ihn gerade völlig außen vor ließ, weil die beiden miteinander in der Nerd-Sprache kommunizierten und sich bestens verstanden, das begriff er.
Er verzog mißmutig das Gesicht, bequemte sich aber zu einer Antwort. „Daß er die Zeit für einen Tiger hält, der böse auf ein Zupfen am Schwanz reagiert?“
„Macht perfekt Sinn.“ Wylie kicherte immer noch. „Was passierte genau in Teil Elf?“
„Nun, da die originalen Schauspieler ziemlich alt waren, einer war sogar schon gestorben, hat man die Serie mit jungen Lookalikes neu anlaufen lassen. Aber diese Zeitlinie verlief aufgrund einiger Veränderungen am Anfang, die ein Bösewicht zu verantworten hatte, etwas anders.“
„Das ist sooo cool!“ dehnte Wylie voller Begeisterung und lachte wieder. „Scott, das toppt sogar deinen Vater.“ Denn der war ja „nur“ ein Alien dieser Zeit.
„Auch in Sachen Gefährlichkeit?“ warf Fox ein.
„Wie weit vorwärts?“ fragte Wylie bei Richards an, der wahrheitsgemäß antwortete: „Siebenhundert Jahre.“
„Oh Mann.“ war des Assistenten Kommentar dazu. Allmählich hatte er die Grenze erreicht, an der er überhaupt noch fähig war sich zu wundern, es war einfach zu viel auf einmal. Er strahlte einfach nur noch.
Und er wandte sich an seinen Chef: „Gefährlicher als Sie sich vorstellen können, Sir, absolut.“
Denn jemand, der die Gegenwart und baldige Zukunft aus seinen Geschichtsbüchern kannte, und dazu noch die Mittel eines Tom Richards zur Verfügung hatte, besaß beinahe uneingeschränkte Macht.
„Und ich war immer gut in Geschichte.“ setzte Tom grinsend noch einen drauf.
„Natürlich. Was sonst.“ seufzte Wylie inbrünstig und mit einem Blick, als  würde er schon seine Hochzeit mit Richards planen.
Dann kam ihm ein Gedanke. „Warum haben Sie Hitler nicht plattgemacht?“
„Das  habe ich vorhin Ihrem Chef erklärt. Selbst für mich gelten Gesetze, die ich nicht ignorieren darf, und Hitler und Konsorten waren leider tabu für mich. Wenn ich aber die Zukunft für nicht lebenswert gehalten hätte, hätte ich mir keine Hemmungen auferlegt, in der Vergangenheit herumzupfuschen. Nur als rein wissenschaftliches Experiment, wie die Unterschiede ausgesehen hätten. Verstehen Sie?“
Wylie nickte. Und blickte zu Fox.
„Sie verstehen kein Wort, Sir, nicht wahr? - Dann seien Sie froh, bis Sie den Klartext zu hören bekommen. Manchmal ist Unwissenheit ein Segen.“
Fox grollte wieder, mußte aber akzeptieren, daß ihm das notwendige Nerd-Wissen fehlte, das für seinen Assistenten ganz selbstverständlich schien, als jüngere Generation. Scott Hayden schien auch verstanden zu haben, nur das Alien wirkte genauso verwirrt wie Fox sich fühlte. Auf einmal auf einer Seite mit dem Außerirdischen zu stehen, gefiel Fox  nicht gerade.
Wylie wandte sich wieder an Tom.
„Heißt das, daß Zeitreisen und Warp-Technologie zusammenhängen?“
„Selbstverständlich. Beides ist nach den Gesetzen eines simplen vierdimensionalen Raum-Zeit-Kontinuums nicht möglich, aber wenn man ein paar zusätzliche Dimensionen hinzufügt, was in einem n-dimensionalen Multiversum möglich ist, dann klappt es. Auch Taschen- und Paralleldimensionen sind so möglich. Und daß dieser ganze Komplex sehr real ist, sehen Sie an unseren Werkzeugen, die aus n-dimensional aktiver Materie bestehen und deshalb Dinge tun können, die mit keinem gewöhnlichen vierdimensionalen Material möglich sind.“
Er wies auf seinen Stock und die silbrigen Sphären von Paul und Scott.
„Phantastisch. Und so simpel!“ Wylie schüttelte ungläubig den Kopf.
„Wie läuft das mit der Langlebigkeit bei Ihnen?“ wollte er dann wissen.
„Die ist ein Ergebnis diverser n-dimensionaler Einflüsse auf mich, denen ich zu verschiedenen Zeiten ausgesetzt war, und zwar ohne meine Zustimmung. Es ist also nicht so einfach, daß ich irgendwann einmal eine Tablette geschluckt oder ein Zauberwasser getrunken hätte, leider. Und ich kann diese Eigenschaft auch nicht weitergeben. Selbst wenn Sie Teile von mir oder mein Blut konsumieren würden, würde es sich nicht übertragen, es stirbt, sobald es von meinem lebenden Körper getrennt wird. So wurde es von seinen unbekannten Schöpfern gemacht, um unerwünschte Nachahmer auszubremsen.“
„Sie sagen, Schöpfer. Es war also Absicht.“
„Mh.“ stimmte Tom zu. „Ich bin eine Schachfigur auf einem Spielbrett. Eine ziemlich wichtige, aber das Spiel ist auch ziemlich wichtig, da steht die Zukunft von mehr als nur einem Planeten auf dem Spiel. Also hat man mich aufgemotzt, damit ich meinen Job auch richtig machen kann.“
„Das kommt mir bekannt vor ... richtig! Das Große Spiel, das zwischen Großbritannien und Russland geführt wurde!“
„Ganz recht.“ Tom lächelte wieder. „Ein Spiel, oder genauer gesagt, ein Krieg, über mehrere Planeten, Zeiten und Dimensionen hinweg. Und die Einsätze sind immens, die Spielfiguren aller Seiten bereits voll aktiv. Auch die andere Seite hat Schläferagenten, und die aufzuspüren und aus dem Weg zu räumen bereitet mir immer wieder Freude.
Und jetzt wissen Sie auch, warum ich hier und heute so offen bin, denn ich nehme jede Hilfe die ich bekommen kann, und Sie scheinen mir eine gute Wahl zu sein als Bundesagenten, die die Augen offenhalten und nicht gleich geistig abschalten, wenn man ihnen mit übernatürlichen Dingen, mit Aliens und fremden Dimensionen kommt. Ich schätze, daß Sie in dieser Hinsicht bei Ihren Kollegen selber als Aliens oder Freaks gelten. Nicht?“
Wylies langer Seufzer, sein Nicken und Augenverdrehen war aussagekräftig genug, denn Fox schwieg eisern.
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