Umfrage

Wer will noch mehr über Spacerider's Dreamland erfahren?

Nein, das ist langweilig
0 (0%)
egal
0 (0%)
kurz und knackig
1 (33.3%)
MEHR...
1 (33.3%)
AUSFÜHRLICH MEHR....
1 (33.3%)

Stimmen insgesamt: 2

Umfrage geschlossen: 31. Januar 2011, 17:35:53 Uhr

Autor Thema: Second Chance  (Gelesen 92939 mal)

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Offline Mooncat

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Re: Second Chance
« Antwort #570 am: 24. Februar 2018, 01:04:26 Uhr »
Joan ist sofort klar, was Lenars besorgter Blick bedeutet: Er glaubt dass jetzt beide durchgedreht sind, sowohl Hilblom als auch Jara.
Joan steht auf, geht auf Lenar zu, ergreift seinen Arm und sagt leise: „Lass Sie, ich bin mir sicher das sie weiß was sie tut.“
Nach kurzem Zögern nickt Lenar: „Ich hoffe Du hast Recht.“
Joan blinzelt kurz, da das Licht wieder angeht an und der ganze Saal hell erleuchtet wird.
Dann sieht sie wie Jara zur Kontrollkonsole, an der Hilblom alias Smiley noch vor wenigen Minuten gearbeitet hat, geht. Sie überprüft wohl das System, denkt Joan. Ob sie raus finden kann, was Hilblom manipuliert hat?

„Sie haben die Software für die Energieversorgung des Systems upgedated. Lassen Sie mich raten, dabei haben Sie zusätzlich noch einen Virus eingeschleust. Soll sich alles einfach nach einen gewissen Zeit abschalten? Ein großer Blackout, war dass Ihr Plan?“ fragt Jara in Richtung Hilblom.
„Die Änderungsprotokolle haben mich verraten, nicht wahr. Sie standen vor mir bevor ich den Löschvorgang starten konnte.“ sagt Hilblom nur.
„Ein Virus? Ist dieser bereits aktiviert? Ist er nur auf das System hier beschränkt oder kann er sich ausbreiten?“ fragt Joan besorgt.
„Nein, eine Ausbreitung war nie mein Plan.“ antwortet Hilblom.
„Wenn nicht Ihrer, dann ist es der Plan einer anderen Person“ bemerkt Jara trocken während ihre Finger über die Anzeige hin- und hergleiten. „Und diese Person greift gerade remote hier zu und verändert Ihre Virusdatei. Und der Virus fängt an sich zu kopieren und im Netz zu verbreiten “

„Was? Das kann nicht sein!“ ruft Hilblom „Wer....?“
„Joan, kannst Du die Halle vom der externen Stromversorgung trennen und auf interne Versorgung stellen lassen?“ fragt Jara.
Joan nickt und während sie Ihre Kollegen informiert, sieht sie wie Jara weiter in schneller Folge auf dem Display tippt und wischt.
Dann geht das Licht für eine Zehntelsekunde aus und wieder an. „Erledigt“ sagt Joan und fragt Jara „Was machst Du da?“
„Alle infizierten Teile der Software löschen!“ antwortet Jara.
„Und dann? Was bedeutet das? Könnt Ihr dann noch hier heute Abend auftreten?“ fragt Joan.

„Ja, Joan.“ hört sie Jara sagen. Joan sieht wie Jara ihr Armband abnimmt und auf das Display legt und antwortet: „Wie ich schon sagte, für die Projektionen, Spezialeffekte  und Beleuchtungen sind diese Systeme nicht notwendig. Aber sie eignen sich gut für Aufnahmen der Show. Wir brauchen Futter für die Medienleute. Dafür muss ich nur die entsprechenden Apps installieren....“
„...Und die sind auf dem Datenkristall auf Deinem Armband, nicht wahr.“ vollendet Joan Jaras Satz.
„Ja, sehr gut erkannt, Joan“ bestätigt Jara. „Hilblom, dass war doch nicht das Einzige was Sie infiziert haben! Sie haben doch eine Botschaft und irgendwie wollten Sie diese doch auch verbreiten?“
„Sie geben wirklich eine gute Ingenieurin ab, Jara. Ein wenig erinnern Sie mich wirklich an meine Mira...“ beginnt Hilblom. Nach einer Pause fährt er fort: „Aber warum sollte ich Ihnen sagen wie ich das gemacht habe?“
„Weil garantiert in Ihre Botschaft nicht so gesendet werden wird, wie Sie es eigentlich vorgesehen haben. Ich wette mit Ihnen das auch diese verändert wurde.“ erklärt Jara

Doch Joan bekommt nicht mehr Hilbloms Reaktion mit, denn etwas anderes hat ihre Aufmerksamkeit vollkommen auf sich gezogen.
« Letzte Änderung: 24. Februar 2018, 01:12:08 Uhr von Mooncat »

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Offline Tachioniumfinder

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Re: Second Chance
« Antwort #571 am: 24. Februar 2018, 17:13:47 Uhr »
Spannend, wie immer ein kleiner, fieser Cliffhanger....... ;)
Liebe Grüße
Tachi

Offline Mooncat

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Re: Second Chance
« Antwort #572 am: 2. Juni 2018, 20:13:53 Uhr »
Das Zischen von vielen Protonenschüssen wird von den Wänden wieder und wieder reflektiert, dann ist es plötzlich still.
„Geschafft“ ist die erleichterte Stimme von Mikesch zu hören.
„Ja. Das haben Sie sehr gut gemacht, Sie sind ein hervorragender Schütze!“ lobt ihn Curtis.
"Oh, danke sehr." antwortet Mikesch leicht verlegen.
„Und jetzt kommt mein Teil“ sagt Otho, springt in das Wasser und taucht unter.
Mikesch schaut ihm erstaunt nach. Gefühlte Minuten vergehen.

Mikesch murmelt: „Kann er denn so lange die Luft anhalten?“
Curtis lacht nur: „Otho ist doch ein Androide, er atmet nicht.“
Mikesch wird leicht rot: „Äh, ja, natürlich. Wie dumm von mir.“

Dann taucht Othos Kopf aus dem Wasser auf. Otho ruft mit einem breiten Grinsen: „Erledigt, Chef.“
Curtis fragt ihn: „Gab es irgendwelche Probleme?“
„Nein, ich habe drei präzise kleine Löcher in die Behälterwand gestochen wie Dir mir gesagt hast. Dann ist das Wasser in den Behälter eingedrungen und dass Zeug hat das Wasser aufgesogen wie ein Schwamm.“ erläutert Otho.
„Gut, dann kann die Bombe jetzt gefahrlos eingesammelt werden. Ich glaube ich habe schon das Boot der Weltraumpolizei gehört.“ sagt Curtis
„Ich bin froh das die Gefahr nun gebannt ist.“ seufzt Mikesch.
„Ja, zumindest fürs Erste“ antwortet  Captain Future
„Was meinen Sie denn damit?“ fragt Mikesch, doch erst mal bekommt er keine Antwort, da Captain Future bereits zum ankommenden Boot geeilt ist.
« Letzte Änderung: 3. Juni 2018, 09:48:21 Uhr von Mooncat »

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Offline Mooncat

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Re: Second Chance
« Antwort #573 am: 2. Juni 2018, 20:32:25 Uhr »
Lenar bemerkt eine Bewegung. Es ist Joan, die mit gezogener Pistole Richtung Bühne eilt. Für einige Millisekunden will er ihr instinktiv folgen, tut es dann aber doch nicht: „Wenn Joan meine Unterstützung braucht, wird sie mir ein Zeichen geben. Ansonsten passe ich besser auf die durchgedrehte Tänzerin und diesen völlig irren Vogel auf“ denkt er sich. Seine Blicke wandern durch die Halle, doch er behält dabei Jara und Hilblom in seinen Augenwinkeln.
Lenar sieht Joan hinter einer Bühnendekoration verschwinden. Dann hören alle einen Schuss. Lenar, Jara und sogar Hilblom schauen erschrocken in Richtung Bühne.

Etwas hatte Joan bereits seit einiger Zeit irritiert. Dann aber würde es ihr bewusst: Es ist etwas auf der Bühne. Da blinkt etwas kurz auf wo eigentlich nichts sein sollte. Schon wieder! Sie geht so schnell sie kann durch die Reihen zur Bühne, die seitliche Treppe hinauf, betritt die Bühne. Dann sieht sie es!
« Letzte Änderung: 3. Juni 2018, 09:58:55 Uhr von Mooncat »


Nachdem wir das Ziel endgültig aus den Augen verloren hatten, verdoppelten wir unsere Anstrengungen (Mark Twain)
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Offline Freaky T

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Re: Second Chance
« Antwort #574 am: 3. Juni 2018, 07:32:44 Uhr »
Oooohhhhhh es geht weiter :o und auch noch super spannend :o Bitte meeeehhhr ;D
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Offline Mooncat

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Re: Second Chance
« Antwort #575 am: 9. Juni 2018, 22:49:33 Uhr »
Zwei weitere Schüsse fallen. Lenar will gerade in Richtung Bühne rennen, als er Jara sagen hört: “ Sie ist ok.“ Irritiert schaut er in Jaras Richtung
„Wie ….“ doch weiter kommt er nicht, denn da hört er Joans Stimme: „Alles ok! Ich habe hier einen kleinen Fang gemacht!“
Kurze Zeit später ist Joan zurück und zeigt ihnen drei leicht verkohlte Teile die sie in ihrer Hand hält: „Spy-Bugs! Die krabbelten auf der Bühne herum.“
Lenar bemerkt „Wau! Wenn die unser elektronischer Kammerjäger nicht entdeckt hat müssen die eine ganz neue Technik haben."
Joan: „ Ich bin zwar kein Experte, aber ich vermute die haben keine eigene Energieversorgung sondern arbeiten mit der Energie der Beleuchtung. Als eines von ihnen ins Licht gekrabbelt ist, hat es das Licht reflektiert. Und das habe ich bemerkt,“
Lenar: „Dann kennen wir jetzt das Schlupfloch unseres Hackers in das System“
„Ja, wir müssen aber unbedingt nachsehen ob noch weitere dieser Käfer hier herumkrabbeln.“ sagt Joan und verständigt die Kollegen. „Wir werden hier alles stockdunkel machen. An zwei Stellen werden wir sie mit hellem stark fokussiertem Licht anlocken. Jara, kannst Du zwei der  Lichter-Schmetterlinge aus Deinem Programm fest auf zwei Punkte am Boden projizieren?“
Jara antwortet: „Ja klar! Mache ich sofort“
Es wird schlagartig stockdunkel in der Halle. Nur das schwache Licht der Bedienkonsole vor Jara gibt noch etwas Licht ab.
„Wo sollen sie hin?“ fragt Jara
„Beide auf die Bühne.“

Während Joan mit zwei Kollegen auf Käferjagd geht, behält Lenar Jara und Hilblom weiter im Auge soweit es in dem schwachen Licht möglich ist. Sie diskutieren über den Hacker, dass versteht Lenar. Dann aber fängt Hilblom auf einmal an Lyrianisch zu sprechen.
Entweder es ist ein Zeichen dafür, dass Hilblom anfängt Jara auf eine gewissen Art zu akzeptieren oder er will ihn, Lenar, aus der Diskussion ausschließen. Lenar hofft Ersteres. Denn Alltags-Lyrianisch ist jetzt kein Problem für Lenar. Allerdings sind ihm die Technikbegriffe nun doch weniger bekannt. „Lyranische Technikbegriffe waren zu meiner Studienzeit einfach noch nicht Bestandteil des Curriculums am MIT.“ denkt Lenar und seufzt innerlich. Zumindest einige Brocken versteht Lenar dann doch.


Joan und zwei Kollegen gelingt es noch zwei weitere Spybugs zu fangen. Diesmal zerstören sie sie nicht, sondern fangen sie mit einem metallenen Netz, dass als Faradayschen Käfig auch jeglichen Sende- Und Empfangsaktivität der kleinen elektronischen Käfer unterbindet. Joan hofft, dass die Technikabteilung etwas mehr über sie herausfindet. Aber Joan weiß auch dass es unwahrscheinlich ist dass sie herausfinden, woher die Signale gekommen sind und dass dies sie zu dem Hacker führt.

Da hört sie ein lautes männliches Schimpfen: „Bin ich hier nur von unfähigen Irren umgeben? Wie sollen wir jetzt noch pünktlich beginnen können?“ es ist unverkennbar die Stimme des Tourneemanagers Ray Stanford.
„Der hat uns gerade noch gefehlt“ denkt Joan
„Wir werden dass schon schaffen, Stanford, regen Sie sich bitte ab, dass bringt keinem was wenn Sie hier rumschreien!“ sagt da Jara. „Wenn Joan damit einverstanden ist, werde ich bis zur Aufführung hier bleiben und bei den Arbeiten helfen.“
„Aber dann hast Du ja keine Zeit mehr Dich vorher noch etwas auszuruhen und Dich noch einmal für Dich vorzubereiten!“ bemerkt Joan.
„Danke Joan für Deine Fürsorge. Aber ich denke ich kann meine Parts im Schlaf und mit dem Adrenalin im Blut wird es schon gehen. Die gemeinsame Vorbereitung mit den anderen Tänzern wird schon ausreichen. Ich bin jetzt so weit gekommen, nein, wir sind jetzt so weit gekommen. Jetzt wird es auch klappen!“ antwortet Jara. „Im Übrigen habe ich da noch ein Anliegen wegen Hilblom...“
"Gleich, Jara. Erst muss ich noch herausfinden wer uns diese Krabbler hier mit reingeschleppt hat. Ich habe da so einen Verdacht" sagt Joan und blickt dabei in Richtung Stanford.

« Letzte Änderung: 9. Juni 2018, 22:54:00 Uhr von Mooncat »

Alles fließt  - Panta rhei (Heraklit)
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Offline Freaky T

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Re: Second Chance
« Antwort #576 am: 10. Juni 2018, 08:09:51 Uhr »
 [goodjob] [goodjob]  ;D
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Re: Second Chance
« Antwort #577 am: 5. August 2018, 01:00:59 Uhr »
Die Glassitfassaden der höchsten Gebäude reflektieren das Bild des dunkelblauen Abendhimmels mit seinen rötlichen Wolken in die Häuserschluchten von New York und nur noch hoch oben sind die letzten glitzernden Sonnenstrahlen zu sehen. Joan liebt das Abendrot und die blaue Stunde in New York. Doch diesmal hat sie keinen Blick dafür. Sie scollt durch die Livebilder der Überwachungskameras. Der Eingangsbereich des Deep-Space-Theaters, der vor einer halben Stunden noch vollkommen leer war, füllt sich zusehends mit Besuchern die vor dem Sicherheitscheck anstehen.

„Zum Glück ist dies hier in New York und den anderen Megastädten bei jeder großen Veranstaltung üblich, so dass die Zuschauer nichts merken“ denkt sich Joan „auf den anderen Planeten wird dass nicht immer so sein, aber darüber denke ich nach, wenn es soweit ist.“

Die nächsten Aufnahmen zeigen Jara und die anderen Tänzer und Tänzerinnen bei ihren letzten Vorbereitungen. Dann sieht Joan die für den Einlass der Zuschauer speziell beleuchtete Halle und einen Platz, auf dem eine einzelne blaue Mondaster liegt. Joan zoomt auf die Blume.
Michelle hatte ihr mitgeteilt dass zwei Dealer mit Stardust-Drogen verhaftet werden konnten. Trotzdem waren einige der Drogen bereits im Umlauf. „Ich werde Jara nichts davon sagen. Das hier soll ihr großer Abend werden und ich werde alles dazu beitragen, was in meiner Macht steht!“ überlegt Joan.

Dann sieht sie Lenar wie er einige der von der Spezialabteilung eiligst überarbeiteten Anti-Spy-Bug-Geräte  im Raum verteilt.
Joan muss grinsen als sie an Stanfords Gesicht denkt, wie sie sein neues goldenes Amulett als Bug-Quelle identifiziert hatten.  Schade dass sie bei seiner Befragung nicht dabei sein konnte, auch wenn ihr bereits vorher klar war, dass Stanford nicht absichtlich gehandelt hatte sondern herein gelegt wurde. "Der eitle, abergläubige Pfau hatte sich doch tatsächlich nichts dabei gedacht, als er von einer Hotelbar-Bekanntschaft bekommen hatte." Stanford konnte sie sehr detailliert beschreiben, Größe, Beine, Oberweite, Muskulatur. Nur die Augenfarbe wusste er nicht mehr. „Typisch! Was aber nichts macht weil dies am einfachsten zu verändern ist“ Die Fahndung nach der Dame war vor einer halben Stunde angelaufen.
„Der arme Lenar muss ja fast umfallen vor Müdigkeit. Aber er will unbedingt bei Hilblom bleiben.“ Jara hatte es geschafft sie beide dazu zu überreden, dass Hilblom für die Zuschauer verdeckten Teil einer der Seitenbühnen zusehen soll, mit einem Blick auf Bühne und dem Platz der für seine Tochter reserviert ist.

Zwischen all den Bilder fragt sich Joan plötzlich: „Was Curtis wohl gerade macht?“ doch verwirft den Gedanken gleich wieder.

Eine weiter halbe Stunde später beobachtet Joan aufmerksam, wie die „Special guests“ über der Sondereingang zur Halbmondhalle kommen. Die Technik macht dabei einen visuellen Abgleich der biometrischen Daten der angemeldeten Personen und zeigt Joan direkt die Namen an. Das älteren Ehepaar das gerade ankommt weißt die Technik als Lan und Isa Tark zu identifizieren.
« Letzte Änderung: 5. August 2018, 01:04:43 Uhr von Mooncat »

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Re: Second Chance
« Antwort #578 am: 5. August 2018, 14:53:16 Uhr »
Schön es geht weiter....spannend weiter... :o ;D
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Re: Second Chance
« Antwort #579 am: 27. August 2018, 23:30:01 Uhr »
Joan zoomed in den Hintergrund des VIP-Parkdecks, dass sich schon fast zur Hälfte gefüllt hat. Sie hat einige Bewegungen dort erkannt. Doch der Überwachungscomputer zeigt grün – ein Zeichen, dass sich nur bekannte Personen mit Sicherheitsfreigabe dort aufhalten. Ihrem Instinkt oder vielleicht eher ihrer Neugierde folgend zoomed sie weiter auf die Personen. Sie scheinen das Parkdeck nach etwas abzusuchen. Im selben Moment, in dem sie zwei der Personen erkennt, zeigt der Computer bereits alle Namen der Beteiligten an – ihre Kollegin Michelle, Curtis Newton, Otho und ein Joan zunächst unbekannt erscheinenender Name – Alexander Mikesch.

„Was zur Hölle macht Curtis hier?“ fährt es Joan durch den Kopf. Einerseits entlockt es ihr wieder diese gewissen Lächeln, andererseits weiß sie nicht so recht was sie davon halten soll.

Und gleichzeitig klingelt da etwas in ihrem Kopf bei dem Namen Mikesch. Sie berührt den imaginären Touchscreen an der Stelle, an der sein Name angegeben wird. „Ehemaliger Mitarbeiter der Weltraumpolizei, pensioniert, aktuell freiwilliger Kundschafter“ wird angezeigt und nach einer  weiteren Fingerberührung „Freigabe durch Marschal Ezra Gurney“.
„Kundschafter - so so. Also einer von Ezras speziellen Freunden“  denkt sich Joan. „Was verdammt noch mal treiben die da und wieso informiert mich keiner?“

„Michelle, was geht da bei Euch vor?“ fragt Joan daraufhin, nachdem sie den Kontakt mit dem nächsten Fingertippen hergestellt hat. „Und wieso ist Curtis hier?“

Doch bevor sie eine Antwort erhalten kann, hört sie Ezras Stimme: "Michelle und die anderen haben draußen alles im Griff, Joan, glaub mir! Konzentriere Dich bitte auf den inneren Hallenbereich. Wir informieren Dich schon wenn wir glauben das es relevant ist".
"Ezra, wieso..." beginnt Joan, verkneift sich dann aber den weiteren Teil und antwortet nur: "Ok, wird gemacht." Auch wenn es jetzt nicht wirklich nach "Alles im Griff" aussieht, denkt Joan bei sich. "Michelle, sag Curtis Schöne Grüße von mir. Ganz in Schwarz steht ihm gut."- DAS konnte sie sich jetzt nicht verkneifen...
« Letzte Änderung: 27. August 2018, 23:56:03 Uhr von Mooncat »

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Re: Second Chance
« Antwort #580 am: 29. August 2018, 22:27:08 Uhr »
Die Aufwärmübungen und die letzten gemeinsamen Absprachen mit den Tänzerinnen sind beendet. Sheila hatte alle angeblich glücksbringenden Rituale von Bühnenkünstlern von Erde und Lyrian und noch einige weitere, von denen Jara vorher noch nie gehört hatte, durchgeführt. Jara hatte Sheila gewähren lassen, auch wenn sie normalerweise nichts von solchem Aberglauben hält. Es ist die positive Wirkung auf die Gruppe, an die Jara glaubt.
Jara spürt die prickelnde, positiv erwartungsfrohe Aufregung aller, die ihre eigene noch beflügelt. Sie spürt wie ihre Wangen warm sind. Dann fühlt sie auch die Zuschauer, die langsam in die Halle strömen und sie fühlt eine weitere Welle von Gefühlen auf sich einströmen.
Wie auch bisher bei den Problem sucht sie eine stille Ecke. Einige Bewegungen mit geschlossenen Augen und dann äußerer absoluter Stillstand, dass ist es was man äußerlich bei der Ban-Lee-Übung erkennen kann, denn das meiste geschieht innerlich. Eine der klassischen Übungen für Empathen zur inneren Konzentration, die dabei hilft nicht in der Flut der Gefühle all der Menschen unter zu gehen. Als Jara die Übung beendet hat fühlt sie sich sehr ruhig, fokussiert und bereit. Bereit für den Moment, denn sie bereits als kleines Kind herbeigesehnt hatte.

Aber auch bereit für das, was auch noch wichtig ist. Sie berührt einen kleinen Punkt auf ihrem Arm und ein virtueller kleiner Bildschirm erscheint. Sie wird mit Archam auf der "Imagination" verbunden, auch wenn nur über Textkommunikation, wobei niemand außer ihnen beiden den wahren Inhalt der  Meldungen verstehen würde. Archam informiert Jara über den Stand der Aktivitäten des Lyranischen Geheimdienstes: Sie hatten einen Verdächtigen gefasst und verhört. Anscheinend war aber nicht Jara das Ziel, sondern Lan Tark, der ehemalige Raumschiffproduzent.  Doch bevor sie noch genau in Erfahrung bringen konnten, wie wo und wann der Anschlag erfolgen würde, hatte bereits Captain Future ihn erfolgreich vereitelt. Nach Lage der Dinge vermuten sie, dass es die Aktion eines Einzelnen ist. Und leider hatte sich der Verdächtige in einem unbeobachteten Moment selber getötet. Ezra Gurneys Team war nicht sonderlich optimistisch brauchbare Spuren am Tatort zu finden. Somit scheint es so dass es eine Sackgasse ist. Jara ist darüber enttäuscht, aber dann scherzt sie: „Eins von Zwei – sofern alles heute Abend klappt – ist doch eine gute Quote für einen Tag. Bitte lassen Sie dem Irdischen Geheimdienst alle Informationen zukommen die sie von und über den Verdächtigen in Erfahrung gebracht haben. Ich weiß Sie mögen das nicht sonderlich, aber es ist wichtig!“
Dann beendet Jara die Kommunikation und konzentriert sich auf das Publikum, dass sich bereits vollständig in der Halle oder im VIP-Vorraum befindet. Jara versucht sie als Gruppe wahrzunehmen, so wie die Töne der einzelne Instrumente eines Orchesters sich zu einem Klangteppich vereinen, den wir als Lied wahrnehmen. Jara versucht nun negative Gefühle sozusagen wie Misstöne aus dem Lied herauszuhören, auch dies eine Methode der lyrianischen Empathen. Zwei Dinge fallen ihr dabei auf. Das Eine ist das Captain Future in der Nähe ist.
« Letzte Änderung: 29. August 2018, 22:30:29 Uhr von Mooncat »

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Re: Second Chance
« Antwort #581 am: 2. September 2018, 22:54:04 Uhr »
Die Steuerungsanlage meldet Joan, dass alle Zuschauer eingetroffenen sind und ihre Identität entsprechend ihrer Anmeldung bestätigt werden konnte.  Nun überprüft sie noch einmal alle anderen Anwesenden. Ist jeder dort, wo er oder sie sein sollte? Ja, nur … wo ist Jara?
„Hinter Dir, Joan.“ hört sie da ihre Stimme und dreht sich um.
„Jara, alles in Ordnung?“ fragt sie besorgt.
„Ja, ich denke innerhalb des Gebäudes droht keine Gefahre mehr.“ hört sie Jara sagen.

In diesem Moment meldet sich Michelle: „Hallo Joannie! Oh! Wen hast Du denn da bei Dir... Jedenfalls hier ist alles ok. Dein Liebster hatte da ein paar Bedenken was das VIP-Parkdeck betrifft, aber wir haben alles kontrolliert – und ich meine wirklich ALLES – und NICHTS gefunden. Aber der Captain bleibt jetzt hier und passt persönlich auf dass Dir“ und in diesem Moment zwinkert sie Joan zu „Ähm...dass der Show nichts passiert. Toi toi toi Jara! Ich muss hier jetzt weitermachen. Melde mich wieder Joan!“ ist von Michelle zu hören bevor sie die Kommunikation erst einmal beendet.

Joan sieht wie Jara schmunzelt. Dann sagt Jara: „Ja, man kann nie genug wachsam sein.“
Joan grinst: „Das hat man uns schon während unsere Ausbildung an der Akademie immer wieder eingebläut. Und was sagt Deine empathische Antenne?“
„Alles ok, scheint mir. Dein Captain Future ist wirklich besorgt. Und Stanford ist ein wenig durch den Wind. So kleinlaut habe ich ihn noch nie erlebt. Was hast Du denn mit dem angestellt? Ich brauche ihn dringend nach der Show um die Pressemeute zu füttern! “ fragt Jara.
„Och, ich habe ihm nachgewiesen dass er sich die Spybugs hat unterschieben lassen. Janis hat herausgefunden dass er sich diese bei der Party eingehandelt hat. Er war kurz auf der Toilette, aber anscheinend nicht allein. Janis hat die Fahnung nach einem jungen Marsianer eingeleitet“ erklärt Joan.
„Ich glaube wir brauchen eine neue Definition von Safer Sex ...“ murmelt Jara.
Joan lacht.
„Kennst Du Lan Tark?“ fragt Joan.
„Ja, er ist mir ein paar mal begegnet als BCB seine Raumschiffproduktion übernommen hat. Wieso?“ antwortet Jara während Joan aufmerksam ihre Reaktion studiert.
„Erkläre ich Dir nach der Show“ antwortet Joan knapp.
„Mir ist aber eines aufgefallen. Außerhalb, in der Zufahrtsstraße zur Halle, da sind einige Humanoide, es ist Hass... “ beginnt Jara.
„Stimmt, Deine Antennen sind ausgezeichnet. Dort demonstriert eine kleine Gruppe von fundamentalistischen Erdbewohnern die am liebsten alle Nicht-Menschen sofort von der Erde jagen würden wenn sie könnten. Mathey beobachtet sie und genügend Einsatzkräfte sind in Bereitschaft falls dort etwas anderes passiert als friedliche Meinungsäußerung. Lenar bewacht Hilblom und meine Kollegen zusammen mit dem lyrianische Geheimdienst jeden Ein- und Ausgang dieses Gebäudes. - Vergiss das alles, Du kannst Dich auf uns verlassen. Du weißt, ich bin die ganze Zeit hier und überwache alles … und im Notfall ist da immer noch  Curtis“ sagt Joan „Konzentriere Dich ganz auf Deinen großen Auftritt.“





Zehn Minuten später ertönt eine Art Gong, dass Licht in der Halle wechselt und wird dunkler und die Zuschauer verstummen langsam. Zuerst startet ein kleiner Film – es wird vor Drogenkonsum und insbesondere der „Stardust“-Drogen gewarnt. Kurz wird Mira Hilbloms früher Tod erwähnt und am Ende strahlt ein einzelner Scheinwerfer auf den leeren Sitzplatz mit der Mondaster. Lenar sieht wie Richard Hilblom Tränen über die fahlen Wangen laufen. Dann scheint sich die Halle in ein großen Raumschiffcockpit zu verwandeln....

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